Review

Am neuesten Album „amo“ von Bring Me The Horizon mögen sich die Geister scheiden.

Aber man kann es auch positiv bewerten. Warum? Die Band aus Sheffield bleibt sich treu, wenn es darum geht, einen breiten Sound zu liefern. Diese Jungs in eine Schublade zu stecken, dürfte daher auch diesmal wieder schwierig werden.

Polarisierend

Das 13 Titel umfassende Album hat einen starken Einstieg und einen ebenso starken Abgang. Alles dazwischen kann und wird polarisieren.

Die Lyrics sind teils plakativ, teils provozierend und man hat stellenweise den Eindruck, Frontmann Oli Sykes therapierte sich mit einigen der Tracks selbst – so unter anderem bei den Songs „Ouch“, „Medicine“ und „Why You Gotta Kick Me When I’m Down“. Beim Hören spürt man viel von der Frustration, die offenbar in ihm steckt und sich hier entlädt.

Besondere Mischung als Gesamtkonzept

Bring Me The Horizon (Copyright: Bring Me The Horizon)

Unterstützung bekamen die fünf Jungs von Grimes, einer kanadischen Elektro-Künstlerin, die sich den Wizard Rock auf die Fahne schreibt. „Nihilist Blues“ ist daher einer der Titel, die eine besondere Mischung zum Gesamtkonzept beisteuern.

Rap, Beatbox, elektronische Klänge und Kinderchöre finden in mehr oder weniger vertretbarer Balance Einzug ins nunmehr sechste Studioalbum von Oliver Sykes, Matthew Nicholls, Matt Kean, Lee Malia und Jordan Fish.

Wie man das finden mag, ist eine individuelle Entscheidung, zeugt aber einmal mehr von der Experimentierfreude der Jungs. Die zugrunde liegende Mischung aus Liebe und Kraft spiegelt sich durchaus im Konzept insgesamt wieder.

Fazit

Bring Me The Horizon haben sich mittlerweile so weit von ihrem einstigen Genre entfernt, dass man nicht so genau weiß, ob man es gut oder bedenklich finden sollte. Klar aber ist, dass sie damit schon wieder eine eigene Kunstform erschaffen haben. Ist es also nötig, Musik unbedingt in eine Richtung und einen Stil zu pressen? Nein, nicht unbedingt! Und so ist das Album in Teilen durchaus hörenswert.

Video

Tracklist

01 I Apologise If You Feel Something
02 Mantra
03 Nihilist Blues (feat. Grimes)
04 In The Dark
05 Wonderful Life (feat. Dani Filth)
06 Ouch
07 Medicine
08 Sugar Honey
09 Why You Gotta Kick Me When I’m Down
10 Fresh Bruises
11 Mother Tongue
12 Heavy Metal
13 I Don’t Know What To Say

Details

Bring Me The Horizon – Homepage | Bring Me The Horizon – Facebook | Bring Me The Horizon – Twitter

Label: Sony Music
Vö-Termin: 25.01.2019
Spielzeit: 52:06

Copyright Cover: Sony Music



Über den Autor

Daggy
Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.