Review

In Kombination mit der Elektronik schaffen Born For Bliss mit ihrem alternativen Rock-Sound Platz für ihre neuste Errungenschaft „Falling Back To Never“. Auf den Spuren von Depeche Mode mit einem durchgehend zugänglichen Charakter und verschiedenen Ideen im Gepäck.

Der catchige Beat vom ersten Song „Innocent“ verspricht schon eine Menge gute Aussichten auf das Album. Dazu ein paar Vocal-Samples und harte Gitarren und Born For Bliss legen energetisch los. Abgerundet wird alles mit exzentrischem Gesang, der an Marilyn Manson erinnert. Ein Titel, der von Sekunde zu Sekunde besser wird.

Diesen rohen Ansatz darf man auch auf „Walk On By“ begutachten. Allerdings muss man bis dahin durch eine lange Durststrecke von fast nur Balladen. Das ist nicht etwa etwas, was man der Band anlasten kann, da sich u.a. durch verschiedene Synthi-Effekte auch die Gelegenheit zu so etwas bietet. Aber eine Anreihung von langsamen Rhythmen über verträumten Melodien nach einem so dynamischen Anfang lässt den anfänglichen Sturm „Falling Back To Never“ schnell abflauen.

Wobei man nicht sagen kann, dass es sich bei diesen Songs um etwa schlechte Kompositionen handelt. Born For Bliss nehmen sich den Raum, den sie brauchen, um wirklich viele verschiedene Klänge in ihren Sound einzubringen, was sich auch in der Auswahl der Instrumente widerspiegelt. Dabei heraus kommen Titel, die sich mal dem Alternative-Genre eingliedern, als auch welche, die leichte Pop-Ansätze zutage fördern. Hier und da schmuggelt sich auch mal eine akustische Gitarre in die Musik und lenkt das Gesamte in eine andere Richtung.

Die Texte, wenn auch nicht allzu spektakulär, bleiben gut hängen und Gleiches gilt für die Refrains. An vielen Stellen jedoch klingt der Sound von Born For Bliss überwiegend austauschbar, da den Hörern hier nichts Neues geboten wird.

Man kann es so und so sehen. Die Band erweckt nostalgische Begierden nach hymnenartigem Gesang, einfachen, aber bohrenden Synthis und der Wucht des Rocks. Jedoch auch nur für diejenigen, die sich eben jener Nostalgie hingeben wollen, am Zahn der Zeit läuft man auf „Falling Back To Never“ weitestgehend vorbei.

Born For Bliss (Copyright: Born For Bliss)

Born For Bliss (Copyright: Dorothee Meddens)

Auf längere Sicht gesehen geht da aber viel mehr, wie Born For Bliss mit „Four Horsemen“ beweisen. Denn hier schaffen sie es durchaus, den Vintage-Stil mit etwas moderneren Ansätzen zu schmücken.
Außer Frage stehen musikalische Fähigkeiten, die Songs geplant und auf den Punkt zu setzen. Gepaart mit einer sauberen Produktion, wird der Platte zusätzlich ein solideres Fundament geboten.

Im Nachhinein muss man es für sich selbst entscheiden, ob man sich auf den gemächlicheren Teil in der Mitte des Albums einlassen möchte. Erwarten darf man trotzdem einen ausgewogenen Sound mit vielen Qualitäten. Dann wird man sich hier auch einem zufriedenstellenden Werk gegenübersehen.

Anspieltipps:
Inocence / Four Horsemen / Better Than Me / Hours

Video

Trackliste

01 Innocent
02 This Narrow Place
03 Underground
04 Greed
05 Falling Back
06 Hours
07 Better Than Me
08 Wrong
09 Walk On By
10 Four Horsemen
11 Thorns
12 Anxiety

Details

Born For Bliss – Homepage
Born For Bliss – Facebook

Label: Echozone
Vö-Termin: 16.10.2015
Spielzeit: 73:01

Copyright Cover: Echozone



Über den Autor

Christopher