Review

Wenn der Name zum Programm wird, dann treffen Borderline Symphony dieses Prinzip mit ihrem Debüt und den zehn stimmlich schwankenden Songs, immer agierend zwischen psychedelischem Rock und weichem Pop, auf den Punkt. Dazu kommt noch die Sprachgewandtheit, die sich in Lyrics auf Englisch, Italienisch und Deutsch manifestiert.

Dabei vermischt die Band ihre einzelnen Elemente gut mit Pop-Rock, sodass immer noch genug Platz für stimmiges Drumming, brummende Bässe und sogar lockere Gitarrenarbeit bleibt.
Besonders an dem Album ist die Wandelbarkeit des Sounds. So können Borderline Symphony gerade noch die schmalzigsten Klänge von sich geben, um in der nächsten Sekunde wieder etwas dominanter aufzutreten.

Hauptsächlich liegt dies an der Genre übergreifenden Art der Platte. Der Song „Apoteosi per tutti“ lässt mit seinem Orgelsound in den Versen schon fast Reggae-Feeling aufkommen, während man in der Hook deutlich den Indie raushängen lässt. Auch „La Cosa Bella“ verziert psychedelische Klänge mit poppigem Auftreten. Dabei glänzt dieser Song allein durch seine Atmosphäre.

Im Nachhinein muss man allerdings sagen, dass Borderline Symphony so viel an Ideen und Wandelbarkeit aufbringen, dass es auf Dauer schon fast zu viel ist. Als Hörer wird man stets zwischen verschiedenem Songwriting hin- und hergerissen. So fehlt es „Borderline Symphony“ oft an einem stimmigen Zusammengehörigkeitsgefühl und der berühmte rote Faden verläuft sich in den Titeln. Auch mit den verschiedenen Einflüssen hätte man viel mehr spielen können.

Borderline Symphony (Copyright: Borderline Symphony)

Borderline Symphony (Copyright: Borderline Symphony)

Natürlich ist es nie verkehrt, außerhalb seiner Grenzen zu denken, wie zum Beispiel im Song „Schauspiel der Großzügigkeit“, in dem die Band mehr Post-Rock einfließen lässt, oder auch in „Goldrausch“, welches nach knarziger Elektronik den Sound nur so herunterkrachen lässt. Am Ende mangelt es dann aber doch am griffigen Arrangement, wodurch der Hörer einen Ohrwurm nach dem anderen erhalten würde. Es scheint, als wäre die Band immer kurz davor, einen mit Riffs oder Melodien einzufangen, die sich im Ohr festsetzen, aber dieser Moment ebbt immer wieder ab.

Wobei man sagen muss, dass es auch immer subjektiv ist, ob man nun auf einen Song anspringt oder eben nicht. Jedenfalls bieten Borderline Symphony mit ihrem Album eine Menge kreative Vielfalt, die sich über die komplette Platte hinweg weiter ausbaut. Von daher ist es ratsam, hier mal reinzuhören, wenn man ein buntes Gesamtpaket von einer Band erwartet.

Video

Trackliste

01 Crisantemi
02 Rubik’s Cube
03 Apoteosi Per Tutti
04 Schauspieler der Großzügigkeit
05 La Cosa Bella
06 Il Giorno Piu Bello
07 Die Jahreszeitlosen
08 Waltz To Wonderland
09 Goldrausch
10 Aeroplani Neri Al Cielo 

Details

Borderline Symphony – Facebook

Label: Ikarus Records
Vö-Termin: 13.05.2016
Spielzeit: 39:00

Copyright Cover: Ikarus Records



Über den Autor

Christopher