Review

Da haben AC/DC erst kürzlich ein Album veröffentlicht – und jetzt schon wieder? Natürlich nicht, denn bei dem Silberling „Denim Devils“ handelt es sich um das aktuelle und inzwischen fünfte Studioalbum der schwedischen Hardrocker Bonafide. Verwechslungsgefahr mit den australischen Genre-Urgesteinen besteht aber zeitweilig trotzdem, hört man sich durch die zwölf Songs, die Bonafide auf „Denim Devils“ zum Besten geben.

Denn in authentischer rock ’n‘ rolliger Hardrock-Manier spielt und singt man sich AC/DC-like durch die Tracks und erinnert dabei oftmals nicht nur an die auffällige Stimme Brian Johnsons, sondern auch an einige Gitarrenriffs der Hardrock-Pioniere. Aber fern davon, eine reine Kopie AC/DCs zu sein, denn dafür zeigt man stellenweise doch die eine oder andere Variation und Abwechslung sowie einen mal dominanter, mal dezenter heraushörbaren Blueseinschlag, ziehen Bonafide auf „Denim Devils“ ihr Ding durch.

Und so schnell wie sie durch die Songs preschen, ist auch das Album dann schon in Bälde zu Ende. Während der Spielzeit von knapp 44 Minuten verursachen die Titel gute Laune, denn sowohl die Spielfreude des Quartetts als auch die Energie, die beim Einspielen wohl präsent war, kommen zum Ausdruck.

Laut Bandaussagen wurde soundtechnisch versucht, möglichst roh zu klingen und damit eine Art Liveatmosphäre zu erzeugen. Im Großen und Ganzen ist Bonafide dieses Vorhaben gelungen. Dem Genre angemessen klingt „Denim Devils“ sehr ursprünglich, ohne auf die Vorzüge einer professionellen Produktion und somit auf eine gewisse moderne Note verzichten zu müssen.

Bonafide (Copyright: Bonafide)

Bonafide (Copyright: Bonafide)

Bei den Songtexten gibt man sich recht simpel. Nach dem Motto: Kennt man die Titel, kennt man die Lyrics des jeweiligen Liedes, eignen sich die meisten Tracks zum sofortigen Mitsingen. Dadurch haben sie ein hohes Livepotenzial und gerne stimmt man in die eingängigen Refrains der Songs ein, die oftmals auch durch Backingvocals (und sei es nur ein einfaches mehrstimmiges Wiederholen von Silben wie „nanananana“) an Dichte gewinnen.

Im Dunstkreis von AC/DC, Status Quo und Co. bewegen sich Bonafide und versuchen dennoch ihren eigenen Weg zu gehen. Parallelen zu genannten Bands sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen, eine solide Alternative zu diesen stellt die schwedische Band trotzdem (oder gerade deswegen) dar. Empfehlenswert für Genrefans.

Teaser

Tracklist

01 Round And Round
02 Hold Down The Fort
03 Killer
04 Get A Grip
05 50/50
06 Good Stuff
07 Living The Rock ‚N‘ Roll Lifestyle
08 One Kiss
09 Who Am I To Judge
10 Missing You
11 The Game
12 This One’s For You

Details

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Label: Off Yer Rocka / Cargo
Vö-Termin: 20.02.2015
Spielzeit: 43:40

Copyright Cover: Off Yer Rocka



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde