Review

Blutengel haben es schon wieder getan. Anfang November erschien ihr neues Werk „Damokles“. Dieses ist nach „Un:Gott schon das zweite Album in diesem Jahr.

Erhältlich ist „Damokles“ als einfaches Mini Album, als limitierte Clear LP mit alternativer Tracklist und als limitierte Digi 2CD (einschließlich der CD „Un:Gott – The Lost Chapters“ mit Songs aus der „Un:Gott“-Session).

Laut dem Label Out of Line gerät das Release sehr persönlich und „gewährt nicht nur einen tiefen und intimen Einblick in die Seele [des] einzigartigen Künstlers, „Damokles“ ist auch die ehrliche Auseinandersetzung eines Menschen mit den Ängsten, die wir alle tief in uns spüren – und die wir uns häufig nicht auszudrücken trauen.“

Chris Pohl äußert sich selbst wie folgt dazu:

Es geht um meine persönlichen Dämonen. Gerade der Titelsong beschreibt meine Angst vor dem, was kommen kann oder wird. Es ist gerade wirklich alles in Ordnung, aber ich habe unwahrscheinliche Angst davor, dass sich das ändert. Angst vor dem Tod meiner Eltern, der kommen wird, Angst, dass geliebten Menschen etwas passiert … Auch Angst, was später mal mit mir wird.

Die Tracks

Und so wartet „The Haunting (Prelude)“ mit bedrohlich klingendem Elektro-Sound und Glockenschlägen auf. Es handelt sich dabei um einen reinen Instrumentaltrack, der auch als Introsequenz für ein Konzert verwendet werden könnte.

Mit dem folgenden Titeltrack „Damokles“ wird es ungewöhnlich elektrolastig. Musikalisch gibt es in diesem Song allerdings nicht wirklich viel Abwechslung. Der Elektro-Sound zieht sich durch den gesamten Song und ist nahezu gleichbleibend.

Den typischen Blutengel-Sound hört man schließlich bei „Disobedience“. Jedoch auch hier sind die Synthesizer-Klänge etwas störend. Der Song reißt den Hörer nicht mit.

Besser gelingt „Briefe an Dich“, ebenfalls sehr Blutengel typisch. Das Duett mit Kira und die unterschiedliche Instrumentierung machen den Song zudem sehr abwechslungsreich.

Blutengel | Chris Pohl (Copyright: Daniela Fischer)

„The Search“ klingt dank der Streicher zu Beginn etwas dramatisch. Die elektronischen Sounds herrschen jedoch vor. Dies mag den Song tanzbar machen, die stark verzerrte Stimme von Chris Pohl klingt hingegen absolut grausam.

„Strong“ ist musikalisch schwer und emotional. Dieser Song wird live sicherlich gut ankommen und befindet sich zusätzlich als Remix durch Caisaron erneut auf der CD.

Fazit

Es scheint, als gäbe es für Chris Pohl keine Pause. Denn zusätzlich zum neuen Album ist die Band im November noch bei vier Konzerten zu sehen, während es nächstes Jahr für fünf Termine – zusammen mit weiteren Bands – auf „Living The Darkness“-Tour geht. Dennoch könnte man meinen, dass die Veröffentlichung von zwei Alben innerhalb eines Jahres vielleicht doch etwas zu viel ist. So ehrt es Blutengel, dass sie neue Elemente ausprobieren und sich weiterentwickeln wollen. Auch die persönliche Note des Albums ist begrüßenswert. Leider wirken die Songs, als wären sie nur lieblos „dahingeklatscht“ worden.

Musikalisch bzw. stilistisch scheint das Album an Terminal Choice angelehnt zu sein. Liebhaber und Fans werden somit mit Sicherheit Gefallen an „Damokles“ finden.

 

Video

Tracklist

CD 01
01 The Haunting (Prelude)
02 Damokles
03 Disobedience
04 The Search
05 Strong
06 Briefe an Dich (feat. Kira)
07 Strong (Remixed By Caisaron)

CD 02
01 Another Dream
02 Hourglass of Life
03 Fire and Ice
04 Stardust
05 Running away
06 Hourglass of Life (Massive Ego)

Details

Blutengel – Homepage | Blutengel – Facebook | Blutengel – Twitter

Label: Out of Line
Vö-Termin: 01.11.2019
Spielzeit: 32:46 + 29:29

Copyright Cover: Out of Line



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem