Review

„Electro Rider“, der Opener des Albums „Turbine“ von Blitzmaschine, baut sich ganz gemächlich auf und man weiß noch nicht so recht, wo die Reise hingeht, bis der mächtige Bass einsetzt. Dieser gibt einen gemütlichen Rhythmus vor, in welchem sich der Track abspielt, der mit fortlaufender Spielzeit immer weiter an Komplexität gewinnt. Ausgefeilte Synthie-Melodiefragmente wabern durch den Raum, lediglich vom stets präsenten Bass gehalten. Der Gesang ist ebenfalls sehr abwechslungsreich, was diesem Titel aber sehr gut bekommt. Gerade wegen des recht komplexen Aufbaus handelt es sich bei „Electro Rider“ um einen sehr gelungenen Opener.

„Burnout“, welches im Anschluss aus den Boxen schallt, ist deutlich schneller. Diese Nummer ist weniger experimentierfreudig als der Opener und besticht durch einen sehr klaren und strukturierten Aufbau. Dadurch kann man sich gut auf den gelungenen und intelligenten Text konzentrieren, der sich mit dem Thema – welch Überraschung – Burnout auseinandersetzt. Im Mittelteil haben Blitzmaschine ein kleines, krudes Zwischenspiel integriert, welches das Geschehen gekonnt auflockert.

„Uncontrollable“ wird von einer kleinen, sehr spacigen Introsequenz eröffnet. Danach kommt ein extrem derber Bass ins Spiel und nach kurzer Zeit ein dazu in Kontrast stehender, äußerst klarer und heller Gesang. Immer durchbrechen verstörende, kleine Sounds das Geschehen und sorgen dafür, dass dieser Track sehr ruppig wirkt. Im weiteren Verlauf wird auch der Gesang immer aggressiver, sodass „Uncontrollable“ am Ende sehr böse und leider auch ein wenig unrund klingt.

Blitzmaschine (Copyright: Sven-Oliver Durke)

Blitzmaschine (Copyright: Sven-Oliver Durke)

„So viel mehr“ startet mit dem gleichen Beat, den der vorige Song „Uncontrollable“ schon vorgelegt hat. Allerdings ist „So viel mehr“ weniger wirr und setzt auf eine klare Struktur, jedoch nicht ohne auch die offensichtlich obligatorischen, verstörenden Synthie-Sounds immer wieder in das Geschehen zu streuen. Gerade bei dieser Nummer wäre weniger mehr gewesen, denn wenn eben diese nicht wären, würde „So viel mehr“ so viel besser klingen. So handelt es sich aber maximal um einen Mittelklassetrack.

„Triebwerk 91“ bildet den Abschluss, sieht man von den zwei noch folgenden Remixen ab.
„Triebwerk 91“ startet mit vielen Drumsequenzen, die ein wenig too much wirken. Die Samples hingegen, die eingespielt werden, kommen wirklich gut. Das ist leider aber auch der einzige positive Aspekt an diesem Track, der irgendwie durchgehend sehr wirr wirkt.

Mit „Turbine“ haben Blitzmaschine ein Album an den Start gebracht, welches unterm Strich wirklich gut klingt, aber leider auch ein paar Schwächen besitzt. Insbesondere die immer wieder eingesetzten und meistens überflüssigen Snythie-Stör-Sequenzen hätte die Band getrost weglassen können, was zu einem klareren und stimmigeren Sound geführt hätte.

Video

Tracklist

01 Electro Rider
02 Burnout
03 Money
04 Gold
05 War of the religions
06 Uncontrollable
07 Soviel mehr
08 Gotcha!
09 C.E.O.
10 Everybody
11 Triebwerk 91
12 Burnout (Nachbrenner Remix by Danisch)
13 War of the religions (Symphony warfare Remix by Danisch)

Details

Blitzmaschine – Homepage
Blitzmaschine – Facebook

Label: Danse Macabre / Alive
Vö-Termin: 29.08.2014
Spielzeit: 53:54

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.