Review

Erst 2019 gegründet, weisen die tschechischen EDM-Rocker Blitz Union bereits zwei EPs vor, mit denen sich das Quartett inzwischen eine große Fanbase aufbauen konnten. Nun folgt mit „Absolution“ das Debütalbum.

Industrial-Rock-Think-Tank

Über dessen Philosophie äußert sich Frontmann Mark Blitz wie folgt:

„Mit „Absolution“ wollen wir alle Hörerinnen und Hörer ermutigen, sich von irgendwelchen Schuldgefühlen freizumachen. Obwohl sich die Welt spürbar in die falsche Richtung entwickelt, sitzen wir doch alle im selben Boot. Und alle gemeinsam können wir das Ruder vielleicht noch einmal herumreißen! Es geht jetzt darum, für die Menschheit einen gemeinsamen Weg zu finden. Einen Weg abseits von Nationalismus, von Grenzen und irgendwelchen gesellschaftlichen Gräben. Wir müssen zusammenstehen und uns den globalen Herausforderungen endlich stellen.“

Entsprechend verhandelt die Band, die sich selbst eher als eine Art Bewegung bzw. ein Industrial-Rock-Think-Tank versteht, auf „Absolution“ – wie auch schon auf den vorausgegangenen EPs – die Herausforderungen der Generation Y: Aktuelle gesellschaftliche und politische Themen wie Umweltzerstörung, Klimawandel, Machtmissbrauch, politische Verfolgung, Homophobie, Isolation, Ausbeutung, Korruption, Bubble-Mentalität oder soziale Ungerechtigkeit.

Blitz Union erteilen die Absolution

Und das tun sie in Form von zwölf Songs. Kennern der letzten EP „Not Proud“ wird allerdings (und womöglich negativ) auffallen, dass sich alle der darauf zu hörenden sechs Tracks (inklusive der Piano Version des Songs „TV“, gespielt von Tina Amvon) auch auf dem aktuellen Album wiederfinden. Die gute Nachricht ist aber: Es handelt sich dabei um den Inhalt einer EP, der wir in unserem damaligen Review bescheinigt haben, „eine EP voller Kandidaten für die Repeattaste“ zu sein.

Dem stehen auch die übrigen brandneuen sechs Songs in nichts nach.
Harte Gitarrenriffs begleiten poppige Electro-Hooks und tanzbare Industrial-Beats. Dabei versprühen die temporeichen Tracks trotz ernster Thematik sofort gute Laune und fordern zur Bewegung auf.

Blitz Union (Copyright: Jan Nožička)

Während „Hotel India Victoria“ nach vorne prescht und dabei auch (wie die anderen Titel) produktionstechnisch überzeugt, bringt inhaltlich vor allem der Song „S.V.P.D.A.“ mit seiner Abkürzung für „Spirit. Vision. Power. Desire. Action“ die Botschaften der Band auf den Punkt.

„My Own Road“ fällt hingegen mit seinen 2:55 Minuten sehr kurz aus und lässt ein wenig Country-Feeling mitschwingen. Dies insbesondere durch die Einschübe der Akustikgitarre, die aber (und glücklicherweise) schon in den nachfolgenden Titeln durch ein härteres Spiel der E-Gitarre abgelöst werden.

Nach knapp 40 Minuten ist die Absolution schließlich erteilt und es bleibt ein positiver Gesamteindruck zurück. Abwechslungsreich reihen sich hier eingängige Nummern aneinander, die Genre-Fans durchaus erfreuen sollten.

Fazit

„Auf dem kommenden Album darf es ruhig noch etwas experimentierfreudiger zugehen.“, so fiel unser Resümee für die EP „Not Proud“ aus. Das ist leider nicht der Fall und auch sonst muss man auf Überraschungen verzichten. Nicht enttäuscht wird man hingegen in Sachen Eingängigkeit und Tanzbarkeit. Und so gehen die Songs auf „Absolution“ nicht nur direkt ins Ohr, sondern von dort auch prompt ins Bein.

Melodischer, energetischer Electro-Rock, der sich zukünftig ruhig aber auch mal von seiner mutigen, (noch) experimentierfreudigeren Seite zeigen darf.


Absolution

Video

Tracklist

01 Get Up
02 Plastic
03 Money-Crazy World
04 Hotel India Victoria
05 My Own Road
06 TV
07 Not Proud (To Be A Human Being)
08 The Truth
09 Human Robot
10 Candidate
11 S.V.P.D.A.
12 TV (Piano Version by Tina Amvon)

Details

Blitz Union – Homepage | Blitz Union – Facebook | Blitz Union – Twitter | Blitz Union – Instagram

Label: Dreamstartmusic / The Orchard
Vö-Termin: 26.11.2021
Spielzeit: 40:26

Copyright Cover: Dreamstartmusic



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde