Review

Mit „Peaceful Shores“ vereint die deutsche Band Blacklands diverse Genres wie Klassik, Funk oder Swing mit einschlägigem Progressive Rock. Eine ungewöhnliche Mischung, die sich das Quartett für ihre elf Songs voller Ausschweifungen in die Tiefen der Melodie und technischen Vielfalt ausgesucht hat, und die sogar mit einer leicht poppigen Note für die Leute, denen es schwerfällt, einen Titel für fast zehn Minuten zu verfolgen, komplettiert wird.

Mit den ersten beiden Titeln „Still Bleeding“ und „Alone Again“ bekommt der Hörer seine tägliche Dosis an melodischem Prog Rock. Die Songs werden von weiblichem Gesang angeführt, der zuweilen seine kraftvollen, aber auch mal seine souligen Momente vorweist. Bemerkenswert daran ist, dass durch den Ausstieg der vorherigen Frontfrau die komplette Platte neu eingesungen werden musste. Eine beeindruckende Entscheidung und Leistung.

So richtig in die Materie geht es jedoch erst mit „The River“. Nach einem einleitenden Klavierspiel, welches den kompletten Song über anhält, setzen Gitarren und Drums den Titel genauso ruhig weiter fort. Ein sehr geradliniger, aber ansprechender Track – von äußerst ruhig zu äußerst hyperaktiv.

„Drown In Darkness“ bringt direkt im Anschluss dynamisches Riffing mit einem allerdings schwächeren Refrain, welcher dem Ganzen viel Geschwindigkeit nimmt. Aber dafür ist der swingende Endteil mit Orgeln und zackigen Licks wieder ein Highlight.

Natürlich sticht „Peaceful Shores“ auch mit seinen verschiedenen Einflüssen hervor. Da gibt es beispielsweise gegen Ende des Albums den Song „Like Tears In Your Eyes“, der – angeführt von einem männlichen Organ – eine andere Seite von Blacklands zum Vorschein bringt. Hier quillt schon fast der Pop-Rock heraus. Und obwohl manchmal etwas Folk mitschwebt, ist es so, dass diese genreübergreifenden Ideen nie vollkommen umgesetzt werden. Oft wirkt es dann so, als würde man diese Parts an den Prog-Teil anbauen, ohne einen gleichmäßigen Übergang zu schaffen.

Zudem schwankt die Abwechslung innerhalb der Songs stark. Es ist nicht so, dass es Blacklands an kreativen Einfällen mangelt, aber besonders mit den letzten Songs wird dem Hörer nichts Überraschendes mehr angeboten. Was schade ist, zumal die Band durchaus in der Lage ist, Songs zu schreiben, die direkt zünden; sei es ein atmosphärischer Titel wie „Grand Circles“ oder „Ballad Of A Burning Witch“. Letzterer ist – wie der Name schon sagt – eine Ballade, allerdings erneut mit leicht poppiger Attitüde, während der Gesang hier seinen absoluten Höhepunkt findet.

Blacklands (Copyright: Blacklands)

Blacklands (Copyright: Blacklands)

„Peaceful Shores“ hätte wirklich etwas Neues bieten können, allerdings bleibt die Innovation durch viele Kleinigkeiten auf der Strecke. Auch die Vorgehensweise nach Schema F bringt hier nicht den ersehnten Durchbruch.

Aber Prog-Fans, die wissen, was sie wollen, werden mit diesem Album keineswegs enttäuscht sein. Die Riffs sind schön griffig und auch die Soli können sich hören lassen, während man diese nie durch die Songs hetzt. Auch die musikalischen Fähigkeiten tragen zu einer insgesamt runden Sache bei.
Wenn auch noch Luft nach oben ist, kann man die Substanz auf „Peaceful Shores“ förmlich heraus hören.

Video

Trackliste

01 Still Bleeding
02 Alone Again
03 The River
04 Drown In Darkness
05 Ballad Of A Burning Witch
06 Distand Warning
07 Grand Circles
08 Peaceful Shores
09 T.I.M.E.
10 Like Tears In Your Eyes
11 Inter Skies

Details

Blacklands – Facebook

Label: Blacklands Music
Vö-Termin: 31.05.2016
Spielzeit: 76:52

Copyright Cover: Blacklands



Über den Autor

Christopher