Review

In Anlehnung an ihre Vorbilder aus Jugendtagen, die einstigen Helden der klassischen New Wave of British Heavy Metal (NWoBHM), schlossen sich im Laufe der letzten Jahre – nach einigen Hindernissen und Besetzungsausfällen bzw. -wechseln -erfahrene Musiker zusammen, um Black Trip zu gründen und damit in die Fußstapfen von Größen wie Deep Purple, Black Sabbath, Def Leppard, Saxon, Iron Maiden, Thin Lizzy oder Judas Priest zu treten.

Wie die illustre Aufzählung dieser Bands bereits zeigt, beabsichtigten Black Trip – bestehend aus Peter Stjärnvind (ex-Entombed, ex-Nifelheim) an der Gitarren, Joesph Tholl (Enforcer) am Mikro, Sebastian Ramstedt (ex-Necophobic, ex-Nifelheim) ebenfalls an der Gitarre, Johan Bergebäck (ex-Necophobic, ex-Nifelheim) am Bass und Jonas Wikstrand (Enforcer) an den Drums – mit ihrer Musik eine Kombination aus den Essenzen des klassischen Heavy Metal und den Einflüssen des Blues-Rock der 70er Jahre zu kreieren. Dieses Vorhaben gelingt, wie ihrem Debütalbum „Goin‘ Under“ deutlich anzuhören ist.

Zwar schaffen es lediglich acht Nummern auf den Silberling, somit ist die Spielzeit recht kurzweilig ausgefallen, trotzdem zeigen Black Trip damit, dass sie ihr Handwerk verstehen.

Bereits der Opener „Voodoo Queen“, basierend auf monotonem Riffing, geht ganz gut ins Ohr.
Einfach in der Struktur und im Arrangement, dafür aber umso effektiver in seiner Wirkung.

Es fällt zudem sofort die Gesangsstimme auf, die wie für diese Musikausrichtung gemacht klingt.
Tholl brilliert keineswegs mit ausgefeilter Technik oder überragendem Sangestalent, die leicht raue und dreckige Stimmfarbe bringt aber Atmosphäre in die Songs.
Allerdings heben sich die Tracks durch diese sehr spezielle Stimme (und ebenso durch die ständigen Wiederholungen von gleichbleibenden Melodien) oftmals nicht nennenswert voneinander ab. Es entsteht über die kurze Spielzeit der CD einige Male das Gefühl des Gleichklangs.

Black Trip (Copyright: Black Trip)

Black Trip (Copyright: Black Trip)

Gitarrensoli oder die Zurücknahme der Instrumentierung (und dafür die Herausstellung des Gesangs) werden diesbezüglich immer mal wieder eingebaut, um diesem Eindruck entgegenzuwirken. Auch in Sachen Tempo weiß man zu variieren. Dies lockert „Goin‘ Under“ auf.

Man muss nicht unbedingt ein Fan des blueslastigen 70er Jahre Rock sein, um Gefallen an „Goin‘ Under“ zu finden, denn die dem Hörer entgegenkommende Melodiestärke der einzelnen Titel und die saubere handwerkliche und produktionstechnische Arbeit dürfte auch jene überzeugen, die nur entfernt mit diesem Genre etwas anfangen können; schaden tut es aber auch nicht.

Und so versprüht das Debüt von Black Trip reichlich Retro-Charme, erinnert an die Stärken der NWoBHM-Ära und katapultiert diese in die Moderne, ohne aber dabei zu überproduziert oder eben modern zu klingen.
Reinhören lohnt sich in jedem Fall; dabei wird man feststellen, dass die Songs mit jedem weiteren Hördurchlauf mehr gefallen und überzeugen. Ein Faible für klassischen Heavy Metal (mit Blues-Einschlag) sollte man allerdings als Grundvoraussetzung für den Konsum des Rundlings mitbringen.

Video

 

Tracklist

01 Voodoo Queen
02 Radar
03 Putting Out The Fire
04 No Tomorrow
05 Tvar Dabla
06 The Bells
07 Thirst
08 Goin‘ Under

Details

Black Trip – Homepage
Black Trip – Facebook

Label: Steamhammer / SPV
Vö-Termin: 07.07.2014
Spielzeit: 34:33

Copyright Cover: Steamhammer / SPV



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde