Review

Die wahren Gründe kenne ich nicht, aber es scheint eine Tatsache zu sein, dass Musiker aus Schweden beinahe immer erstklassige Alben veröffentlichen. Selten traf ich auf eine Band dieses Landes, die nicht durch ihre musikalischen Qualitäten und ihr Händchen für eingängige Melodien überzeugen konnte. Diesbezüglich stellt auch Biomekkanik keine Ausnahme dar.

Das Trio um Sänger Christer Hermodsson findet auch mit dem zweiten Album „Violently Beautiful“ seinen Platz in einer Nische zwischen VNV Nation und Covenant, bleibt dabei jedoch stets eigenständig.
Auf zehn Songs kann man ihrem Mix aus synthpoppigen Electro und Rock folgen, der sowohl zum Tanzen als auch zum intensiven Hören einlädt und immer durch die angenehme Gesangsstimme an Ausdruck gewinnt.

Trotz einiger Songlängen von über fünf oder sechs Minuten ist „Violently Beautiful“ im Nu zu Ende, was daran liegt, dass den Titeln auf dem Album eine Dynamik verpasst wurde, die die Songs ordentlich nach vorne preschen lässt. Und wie man u.a. bereits am Opener „Monumental Me“ erkennt, besteht Grund zur Freude, dass sich hier des Öfteren nicht zu kurzgefasst wurde, denn lange kann man sich in den Songs auf „Violently Beautiful“ verlieren, die mal harscheren, mal sanfteren Electroklänge genießen und an der Leidenschaft der Musiker ihrer Arbeit gegenüber partizipieren, ohne dass Langeweile aufkommt.

Biomekkanik (Copyright: Mattias Nordgren)

Biomekkanik (Copyright: Mattias Nordgren)

Der klare Sound, hervorgerufen durch eine saubere Produktion, tut sein Übriges, um dauerhaft und kritiklos Gefallen an Biomekkaniks neuem Werk zu finden.

Interessant sind alle Tracks auf dem zweiten Album von Biomekkanik. „Leather And Steel“ sticht jedoch beispielsweise dadurch heraus, dass man bei der Titelgebung nicht unbedingt eine Kopfstimme erwartet. Die Band ist also immer für eine Überraschung gut. Dass dem Song außerdem durch die abwechslungsreiche Songstruktur eine Art Remix-Charakter verpasst wurde, animiert zum mehrfachen Hören und fördert den Unterhaltungsfaktor des Tracks.

Wer sich für oben genannte Bands begeistern kann, sollte sich dringend einmal Biomekkanik und ihren Outputs widmen. „Violently Beautiful“ ist ein in sich stimmiges Synthpop Album, das sich stellenweise traut, auch härtere elektronische Facetten in den ansonsten eingängigen Klangkosmos einzubinden, ohne an Atmosphäre einzubüßen.

Video

Tracklist

01 Monumental Me
02 True Believers
03 Kamikaze Playboy
04 Violently Beautiful
05 Long Forgotten Future
06 White World
07 Melancholy Friend
08 Leather And Steel
09 Democracy
10 Dry Dusty Ground

Details

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Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 16.01.2015
Spielzeit: 47:09

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde