Review

Howdy! Vier schnieke Jungs aus Österreich erfreuen die Musikwelt dieses Jahr mit ihrem zweiten Album. Selbst betitelt, entsprechend dem Entstehungsprozess, der in kompletter Eigenregie und mit Crowdfunding der Fans stattfand. Darauf zu hören gibt es etwas anderen Indie-Rock. Das Quartett hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, Einflüsse des Neo-Western in ihre Songs einfließen zu lassen.

Anders als beim Vorgänger „Blank Coins, Round Dice“ klingen The Beth Edges auf ihrem aktuellen Machwerk deutlich gefasster, sodass man nach dem ersten Durchgang Titel à la „Colours Collide“ vermisst. Doch erholt man sich kurz von dem Stilbruch und genießt die Platte ein zweites Mal, verschwinden alle Vorurteile und man lässt sich gerne auf den wilden Ritt ein.

Fesselnde und galoppierende Rhythmen prägen den Sound, hinzu kommen selbstbewusste Arrangements von Bass, Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Keiner der elf Songs wirkt überflüssig und erzählt seine eigene kleine Geschichte. Und bereits nach dem zweiten Durchgang kann man nicht nur die Texte, sondern buchstäblich auch die Gitarrenriffs mitsingen. Sehr innovativer Wiedererkennungswert.

Hinzu kommt das schon erwähnte Western-Flair. Neben den typischen Effekten kommen Samples wie beispielsweise Revolverschüsse zum Einsatz. All dies wird in einem guten Rahmen gehalten, sodass den Tracks ein dezenter und angenehmer Beigeschmack zugefügt wird. „The Beth Edges“ geht runter wie Whiskey die trockene Kehle eines Cowboys.

Es ist wirklich schwer, Songs herauszusuchen, die besonders hervorstechen. Präferenzen werden dann doch hauptsächlich subjektiv gesetzt. Zum einen wäre da „Pure Dynamite“, der Patent auf das Wort „Groove“ und „Ohrwurm“ angemeldet hat. Das Gleiche gilt für „Lonesome Rider“ und „A Terrible Storm“, welcher noch einmal die extra Portion Showdown in der leeren Stadt mit sich bringt.

The Beth Edges (Copyright: Julie Brass)

The Beth Edges (Copyright: Julie Brass)

„Upsets Me everytime“, „Dakar“ und „Sometimes Sometimes“ ähneln sich stark von der Songstruktur, doch The Beth Edges verpacken alles so gut, dass dies gar nicht auffällt und im stillen Mitsingen untergeht. Der Bass rollt, die Riffs sind fetzig und der Gesang stark und gut ausgeglichen.

Was gibt es noch zu sagen? Das Album spricht ja schon zur Genüge für sich. Durch den ausgelassenen und jungen Sound der Band, gepaart mit frischem Wind aus dem Westen, ist es ein rundum gelungenes Album, das unterhält. The Beth Edges zeigen, wie Instrumente, Einflüsse und Charakter verschiedene Songs beeinflussen und prägen können.

Während man also zum Abschluss mit „Ocean“ dem Sonnenuntergang entgegenreitet, ertönen nach ein paar Sekunden im Kopf doch wieder die Klänge und Worte von „Dallas, TX“:

„That was a hell of a night…hell of a night…“

Video

Tracklist

01 Dallas, TX
02 Le Saloon
03 Made-up Stories
04 Pure Dymanite
05 A Terrible Storm
06 Lonesome Rider
07 Upsets Me Every Time
08 Dakar
09 Sometimes, Sometimes
10 Amusement
11 Ocean

Details

The Beth Edges – Facebook
The Beth Edges – Twitter

Label: Eigenvertrieb
Vö-Termin: 14.03.2014
Spielzeit: 40:33

Copyright Cover: The Beth Edges



Über den Autor

Christopher