Review

„From Hell With Love“ heißt das Zweitwerk der Senkrechtstarter Beast In Black. Und mit großer Spannung wurde der Nachfolger des 2017er Debüts „Berserker“ erwartet.

Die Finnen starten mit „Cry Out For A Hero“ äußerst energisch in den neuen, elf Songs umfassenden Longplayer. Eine schnelle, markante Leadgitarre, die charismatische Kopfstimme von Sänger Yannis Papadopoulos, ein eingängiger, mehrstimmiger Refrain – Beast In Black knüpfen damit nahtlos an ihre letzte Langrille an.

Ausflug in die 80er

Natürlich dürfen dabei auch die an den 80er Jahre Pop angelehnten Keyboard-Arrangements nicht fehlen. Im Titelsong „Form Hell With Love“ sowie in „Die By The Blade“ oder „Heart Of Steel“ sind diese allgegenwärtig und stets präsent. Und gehören derart – ist man ehrlich – auch irgendwie zum Sound von Beast in Black dazu.
Lässt man sich auf diese ein, bekommt man das Dauergrinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Stärken im Refrain

Davon abgesehen punktet ausnahmslos jeder Song mit einem Refrain, der sich auf nahezu penetrante Weise im Ohr festsetzt. Das ein wenig an Bonfire erinnernde „Sweet True Lies“ überzeugt hier genauso wie das von Doublebass-Attacken dominierte „Repentless“. Gerade letztgenannter Song entpuppt sich schnell als echter Killer und hätte gut und gerne auch als Opener des Albums herhalten können.

Eine kurze Verschnaufpause gönnen Beast In Black den Hörern mit der Ballade „Oceandeep“. Lange sehr ruhig gehalten, verströmt sie viele Emotionen, bevor sie dann in einem bombastischen Finale gipfelt.

Es bleibt interessant

Die zweite Albumhälfte könnte schließlich mit „Unlimited Sin“ nicht besser beginnen. Wieder eine erstklassige Ohrwurm-Granate.

Härter und martialischer geht es dann, nicht zuletzt auch durch die Gang-Shouts, in „This Is War“ zu. Etwas unerwartet, aber nicht unpassend, überrascht der Song im Mittelteil mit einer ruhigen Instrumentalpassage.

Das bereits erwähnte „Heart Of Steel“ mit seinen fast schon an Sabaton erinnernden Keyboardklängen und das wiederum in typischer Beast In Black-Manier daherkommende „No Surrender“ beschließen sodann eine Scheibe, die bereits beim ersten Hördurchgang unglaublich viel Spaß bereitet. Einzig der Track „True Believer“ wirkt recht einfallslos und kann weder musikalisch noch gesanglich mit einem Highlight aufwarten.

Fazit: Man bekommt, was man erhofft

Beast In Black (Copyright: Jarmo Katila)

Mit „From Hell With Love“ liefern Beast In Black somit genau das ab, was man erwarten durfte und konnte: Stark melodie-orientierter, mit zahlreichen Pop-Arrangements versehener Heavy Metal, der zudem durch die radiotauglichen Spielzeiten der Tracks äußerst massenkompatibel ist.
Die Handschrift von Mastermind Anton Kabanen ist allzeit erkennbar. Nicht jedermanns Geschmack werden die offensichtlichen Anleihen an den 80er Pop sein. Wer sich daran aber nicht stört, wird mit einem modernen und gefälligen Album ohne „bad attitude“ bestens bedient. Yannis Papadopoulos liefert am Mikro wieder eine 1a-Performance, schraubt seine Kopfstimme in fast schon unnatürliche Höhen, überzeugt aber auch in den tieferen Tonlagen.

Mit ein wenig mehr Metal-Style und Abwechslung hätte das Quintett bei uns sogar die Höchstnote ergattert. So gibt es immer noch ganz starke 4,5 Punkte.

Video

Tracklist

01 Cry Out For A Hero
02 From Hell With Love
03 Sweet True Lies
04 Repentless
05 Die By The Blade
06 Oceandeep
07 Unlimited Sin
08 True Believer
09 This Is War
10 Heart Of Steel
11 No Surrender

Details

Beast In Black – Homepage | Beast In Black – Facebook | Beast In Black – Twitter

Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 08.02.2019
Spielzeit: 43:08

Copright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde