Review

Battle Beast machen mit ihrem neuen Album „Unholy Savior“ genau dort weiter, wo sie vor zwei Jahren mit ihrem letzten Longplayer aufgehört haben: Sie präsentieren ihren Hörern schnellen, keyboardlastigen Melodic Power Metal mit einer stimmgewaltigen Powerfrau am Mikro. Diese Kombination ergibt unwahrscheinlich viel Energie und Melodien, die dafür sorgen, dass ein Ohrwurm den nächsten jagt.

Gleich zu Beginn der Scheibe „Unholy Savior“ wird das Gaspedal sowohl im Opener „Lionheart“ als auch in den unmittelbar anschließenden Tracks ordentlich durchgetreten; die Hörer kommen aus dem Mitbangen gar nicht mehr raus.

Mit dem Titeltrack liefern die Finnen dann auch schon die erste Hymne des neuen Albums. Während sich das Lied insgesamt gelungen und Bombast steigernd aufbaut, fällt insbesondere der Refrain sehr episch aus. Die Keyboardlinien sind weniger aufdringlich platziert, die Stimme wandelt sich von zart zu hart und die zusätzlich zu hörenden Background-Chöre verleihen „Unholy Savior“ sehr viel Dichte. Über satte 5:36 Minuten zieht sich der Song, der lyrisch gar nicht so wahnsinnig viel variiert. Abwechslung bringen dagegen die Rhythmus- und Melodiewechsel, die der Dynamik des Tracks guttun.

Erst „Sea of Dreams“ gewährt als Ballade der Band und den Zuhörern schließlich eine kleine Verschnaufpause. Was live sicherlich für ein Lichtermeer sorgt, geht auch daheim am Zuhörer nicht spurlos vorüber. Schrie und krächzte Sängerin Noora beispielsweise in „I Want The World… And Everything In It“ oder „Madness“ in gewohnter Manier noch alles an die Wand, zeigt sie in „Sea of Dreams“ ihre feinfühlige, sanfte Seite. Die Rockerbraut mutiert zeitweise auf positive Art und Weise zum zarten Engel, der gesanglich für Gänsehaut sorgt. Diese Entwicklung, die im Song auszumachen ist, steht sowohl der Sängerin als auch der Band und ihrem neuen Album sehr gut. Und keine Angst, die Ballade weiß sich insoweit zu steigern, dass man auch die rockige, aber immer noch gefühlvolle Seite von Noora zu hören bekommt.

Nach einer starken ersten Hälfte fällt das Album „Unholy Savior“ dann jedoch scheinbar ein wenig ab. Die Songlängen werden kürzer, die Titel wirken dadurch zunächst ein wenig beliebiger.

In dieser Phase des Silberlings stößt man auch auf den Track „Touch In The Night“, der als einer der ersten Songs der Öffentlichkeit präsentiert wurde, um die Hörer neugierig auf das neue Glanzstück der Finnen zu machen. „Touch In The Night“ vermittelt dabei jedoch einen völlig falschen Eindruck vom Album, denn Battle Beast klingen in dem Track eher wie eine austauschbare Pop-Rock Band der 80er Jahre.
Künstlich erzeugtes Schlagzeug, das sowohl an Sandra der 80er als auch erschreckenderweise an die Flippers erinnert, ist zu vernehmen, während Sängerin Noora Louhimo auf ihre sonst so raue und wiedererkennungswürdige Stimme zugunsten einer massenkompatiblen Stimmfarbe verzichtet. Der Track ist eingängig, daran gibt es nichts zu rütteln. Nach mehrmaligem Hören weiß dieser sogar zu gefallen, aber nach den bisher bekannten Battle Beast will „Touch In The Night“ so gar nicht klingen. Eine Überraschung, die Fans der Band wohl eher abschreckt, als dass sie sich umgehend nach Hören des Titels auf das Album stürzen werden wollen.

Battle Beast (Copyright: Battle Beast)

Battle Beast (Copyright: Jarmo Katila)

Von diesem Track einmal abgesehen, beweist Noora am Mikro allerdings, dass sie sowohl die sanften, hohen, als auch die rauchigen, krächzend-rockigen Töne beherrscht. Genau das macht die Musik von Battle Beast auch letztendlich aus und unterscheidet sie von ihren Genrekollegen.

Und so wundert es nicht, dass das Sextett selbst in einem Instrumentalstück wie „Hero’s Quest“ die Spannung und Stimmung des Albums aufrechthalten und fortführen kann. Darauf hingearbeitet wird mit dem Überbrückungstitel „The Black Swordsman“. Auf lediglich 1:15 Minuten bereiten Battle Beast im Akustikgewand und mit balladesken Zügen auf das Instrumental vor, das dann wieder an Tempo zulegt und auch ohne die charakteristischen Vocals der Band überzeugen kann.

Man sollte schon auf Keyboards und eine außergewöhnliche Frauenstimme im Power Metal Bereich stehen, um mit Battle Beast warm zu werden. Bringt man diese Voraussetzungen allerdings mit, dann wird man auch mit dem neuen Album der Finnen überaus glücklich werden. Da die Band in einigen Songs zudem an alte Xandria erinnert, dürfen auch jene Hörer hier gerne mal ein Ohr riskieren.

Preview

Video

Tracklist

01 Lionheart
02 Unholy Savior
03 I Want The World… And Everything In It
04 Madness
05 Sea Of Dreams
06 Speed And Danger
07 Touch In The Night
08 The Black Swordsman
09 Hero’s Quest
10 Far Far Away
11 Angel Cry

Details

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Label: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 09.01.2015
Spielzeit: 44:26 Minuten

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde