Review

Wenn ein schmieriger Gitarrensound auf unbändiges Drumming knallt und gleichzeitig kunterbunte psychedelische Schwaden durch die Luft ziehen, dann wurde die neue Platte von Bardus aus Philadelphia in die Anlage geschoben. „Stella Porta“ mischt die Chemie aus hartem Sludge sowie Noise Rock mit Psychedelic-Vibes und wieder zurück.

Schon der dröhnende Bass des ersten Songs „Smoke Bath“ läutet hier die Energie ein, die von nun an in Form von sieben Titeln und einer knappen halben Stunde Spielzeit auf den Hörer herunterprasseln wird. Die Gitarrenarbeit auf „Stella Porta“ gestaltet sich stets konstant und mit dem Blick nach vorne, gefolgt von einem nie enden wollenden Schwall aus allem, was das Schlagzeug hergibt. Zur weiteren Untermalung wird sich dann noch ordentlich die Kehle heiser gebrüllt.

So richtig ins Rollen kommt das Ganze mit „Monolith“. Der fesselnde Groove reißt direkt mit. Obwohl sich der Song gegen Ende sehr stark im Noise verliert, gibt es hier einiges auf die Ohren. Besonderes Highlight des Albums: die psychedelischen, keineswegs einladenden Riffs. Sie spalten die sonst so übliche Gewalt, die hier an den Tag gelegt wird, und tragen den Sound auf die nächste Bewusstseinsebene, wenngleich diese auch nicht gerade von bunten Farben geprägt ist. Die Atmosphäre profitiert jedoch enorm davon.

Doch genau so schnell, wie man auf den Trip kommt, kommt man auch wieder von ihm runter, denn allzu viel Raum nehmen diese kleinen Ausschweifungen nicht ein, und wenn sie es tun, dann vor allem sehr monoton und arg in die Länge gezogen. „Stella Porta“ klingt mit einer Menge Geräuschen hier und da überhaupt arg überzogen. Als Hörer sieht man sich oft gewaltiger Akustik gegenüber, die einen verschlingt und wieder ausspuckt. Doch im Gegensatz zu ein paar kleineren Highlights nimmt man kaum etwas davon für sich mit.

Bardus (Copyright: Bardus)

Bardus (Copyright: Bardus)

Ein bitterer Nachgeschmack, der in Anbetracht der oft groovigen und melodischen Parts, die Bardus hier vom Stapel lassen, am Ende stark enttäuscht. Das Trio klingt stets jung und energetisch, aber es fehlt das gewisse Etwas, das die Band von einer weiteren Noise-Rock-Dampfwalze in dem Bereich unterscheidet. Für alle, die sich der Kraft der Instrumente hingeben wollen, sollte das reichen; nicht aber für die, die in der Musik nach etwas mehr als das suchen.

Die ganze Abwechslung, die Bardus in „Stella Porta“ einbringen wollen, ist bald vergessen oder wird nicht weiter ausgearbeitet. Und so bleibt am Ende ein Werk, bei dem man sich akustisch ordentlich ausgetobt hat, wobei es aber dann auch leider nur bleibt. Der Psychedelic Rock ist dafür eigentlich immer eine willkommene Alternative und hätte ruhig mehr Platz in den Titeln einnehmen können. Zumindest die aggressive Atmosphäre überzeugt zum großen Teil – also zugegriffen, wem das reicht.

Video

Trackliste

01 Smoke Bath
02 Monolith
03 Sky King
04 Transcendence
05 Haze
06 Oracle
07 Clandestine

Details

Bardus – Facebook

Label: Solar Flare Records
Vö-Termin: 01.04.2016
Spielzeit: 27:42

Copyright Cover: Solar Flare Records



Über den Autor

Christopher