Review

Emotionale Klänge hallen aus Pennsylvania zu uns herüber. Balance And Composures Sound umfasste schon immer einen alternative Kern, der mit modernen Zügen aus Post-Hardcore und Emo-Einflüssen ummantelt war. „Light We Made“ ist das nun dritte Album der Band, auf dem sie ihre zehn neuen Songs präsentieren können.

Generell kann man sagen, dass sich ein Song von Balance And Composure durch seinen sich selbst aufbauenden Charakter immer wieder gerne in den Gehörgängen wiederfindet. Anfangs stets ein wenig zurückhaltend, tastet sich die Band an neue Melodien und Stile heran. Nicht selten geht es dann in Schüben ziemlich energetisch zu und die Titel werden kontinuierlich zu einem akustischen Höhepunkt geführt.

Zudem fahren die Jungs auf diesem Album nie dieselbe Schiene. Der Sound stagniert nicht an den obligatorischen bis zur Unendlichkeit gespielten melodischen Riffs, in denen jeder Ton seinen kleinen Auftritt hat. Natürlich kann man dieses Prinzip „Light We Made“ nicht ganz absprechen, dennoch praktizieren Balance And Composure dies in einem angenehmen Maß.
Gleiches gilt für die Hooks, die zwar immer sehr emotional angespornt sind, aber im Endeffekt sehr drückend klingen. Im instrumentalen Kontext gibt dies ein stets rundes Bild ab.

Auch einen Reichtum an Variationen kann die Platte für sich verbuchen. Wenn auch nicht allzu experimentell, erstrahlt die Musik immer wieder in einem neuen Licht. Die Jungs lassen verschiedene musikalische Eingebungen einfließen und überraschen den Zuhörer, indem sie ihr Konzept scheinbar in eine neue Richtung laufen lassen. Im Grunde bleibt es aber immer bei denselben Charakterzügen.

Balance And Composure (Copyright: Anna Maria Lopez)

Zugegeben, gegen Ende hin gestalten sich die Songs ein wenig einseitig. Besonders das Schlusslicht „Loam“ fasst die klischeehaften Gegebenheiten sehr gut zusammen. Da Balance And Composure oft von einem musikalisch verwaschenen Eindruck mehr oder weniger profitieren, wirkt dies auf Dauer dann doch zu repetitiv. Auch mit den Refrains wird es dann sehr schwer, weil man meint, alles schon einmal gehört zu haben.

Ansonsten kann man hier jedoch eine durchaus ausgeglichene Platte erwarten. Stets leicht verdaubar und zwischendurch ein wenig anspruchsvoller. Alles jedoch in einem gesunden Maß, sodass man die Musik so richtig genießen kann.

Video

Trackliste

01 Midnight Zone
02 Spinning
03 Afterparty
04 For A Walk
05 Mediocre Love
06 Postcard
07 Call It Losing Touch
08 Fame
09 Is It So Much To Adore?
10 Loam

Details

Balance And Composure – Homepage
Balance And Composure – Facebook

Label: Big Scary Monsters
Vö-Termin: 04.11.2016
Spielzeit: 41:01

Copyright Cover: Big Scary Monsters



Über den Autor

Christopher