Review

Autumn Bride

Der Herbst. Alles legt sich schlafen, der Kreislauf des Lebens beginnt von vorne.
Die Braut. Ein neuer Anfang, die Liebe zu Mensch, Tier und Natur.
Leben und Tod, Freude und Furcht, Trauer und Hingabe.
Neustart.

2016 aus Spaß an der Freude und an der Musik gegründet, liefern Autumn Bride 2021 mit ihrem Debütalbum „Undying“ eine ordentliche Ladung Symphonic Metal ab.

Bereits 2019 schlug die erste Single „Guardian Angels“ mächtig ein und auch die zweite Auskopplung „Fear And Devotion“ samt Musikvideo schürte große Erwartungen an das Erstlingswerk, das von Bands wie Paradise Lost, Nightwish, Black Sabbath, Evanescence, Type O‘ Negative oder The Gathering beeinflusst sein soll.

Laut Label und Band darf man sich von den zehn Songs des Albums zudem „harte Riffs, packende Melodien, hohe musikalische Emotionalität, grandiose Vocals und anspruchsvolle Lyrics“ erhoffen. 

Die Tracks

Im Opener „The Path“ begegnet dem Hörer die facettenreiche Stimme von Frontfrau Suzy, die – wie angekündigt – mit harten Riffs untermalt wird. Die warme Stimmfarbe vermittelt ein wohliges Gefühl und man folgt den besungenen „15 leading lights“ nur allzu gern, um sich anschließend in einem fetten Metal-Sound wiederzufinden. Ein ausgefeiltes Gitarrensolo darf dabei auch nicht fehlen.

Der Track „Fear & Devotion“ könnte sowohl aufgrund der Instrumentierung als auch des Textes in die Gothic Rock Ecke geschoben werden – und dort kann er auf ganzer Linie überzeugen, da er extrem eingängig ist. Außerdem ist die dreckige Rockröhre von Suzy an dieser Stelle lobenswert zu erwähnen.

Im folgenden Stück „Moonlit Waters“ kann die Band mit sanfteren Klängen punkten. Der Track erinnert musikalisch wie auch gesanglich an Nightwish und besitzt teilweise opernhafte Züge.

Für die Headbanger unter den Hörern ist wohl „Shadows“ absolut empfehlenswert. Dreckige, harte Gitarrenriffs eröffnen den Song und werden mit einer Salve an Trommelschlägen durchexerziert.

Mit „Monsters“ bekommt die Scheibe eine wunderschöne Ballade verpasst, die von traurigen Streichern eingeleitet wird. Die Strophen werden fast schon minimalistisch begleitet, so dass der Gesang seine volle Größe ausbreiten kann. Die Gesangsstimme vermittelt dabei eine gewisse Zartheit und Verletzlichkeit. Hier sind Gänsehautmomente also garantiert.

Im Anschluss wird mit „Ravenqueen“ ein Metal-Feuerwerk gezündet, das erneut zum Headbangen einlädt. Der Song wirkt durch seine geflüsterte Textzeile und durch die fast schon unheimlich klingende Instrumentierung stellenweise sehr geheimnisvoll. Eine gewisse Magie liegt hier in der Luft.

Auch wenn das Klavierintro von „Guardian Angels“ zunächst eine Ballade antäuscht, handelt es sich bei dem Track letztlich doch um einen handfesten Rocksong, bei dem das Klavier aber immer wieder in Erscheinung tritt. Der Song ist sehr ergreifend und wirkt durch die Pianoparts stellenweise sehr zart.

Autumn Bride (Copyright: Pascal Riesinger)

Der Titeltrack „Undying“ wird hingegen mit schweren, fast schon behäbigen Trommelschlägen und Gitarrenriffs begleitet. Neben dem typischen Metal-Sound sind auch orientalische Klänge zu hören.

„All of the Lights“ erinnert dann wieder ein wenig an Nightwish. Dies mag wohl dem opernhaften Gesang geschuldet sein. Manch einem mag diese Art von Gesang wohl nicht so gut gefallen, da es doch etwas gekünstelt wirkt. Zudem scheint es hier schwer zu sein, den harten Sound der Instrumente mit dem teils extrem hohen Gesang zusammenzubringen. Da sind die tieferen Gesangparts doch passender.

Höhepunkt und zugleich Abschluss des Albums ist der Titel „Forlesket“. In ihm geht es schlicht und ergreifend um die Liebe – und welch schönere Thematik hätte man sonst als Rauswurf wählen können? Mit einem amtlichen Sound lässt Suzy darin sowohl das Jahr als auch den Lebenszyklus Revue passieren.

Fazit

Natürlich bleibt es am Ende eine Frage des persönlichen Geschmacks, welcher Song das Zeug dazu hat, die Hörer in Staunen zu versetzen. Insgesamt haben Autumn Bride aber sowohl gesanglich als auch musikalisch mit „Undying“ ein Werk geschaffen, das begeistern wird. Die Vielseitigkeit der Stimme von Frontfrau Suzy ist absolut bemerkenswert und bleibt im Gedächtnis.


Undying

Video

Tracklist

01 The Path
02 Fear & Devotion
03 Moonlit Waters
04 Shadows
05 Monsters
06 Ravenqueen
07 Guardian Angels
08 Undying
09 All of the Lights
10 Forelsket

Details

Autumn Bride – Homepage | Autumn Bride – Facebook | Autumn Bride – Twitter

Label: Stamping Ground Rec. / Preiser Records
Vö-Termin: 30.04.2021
Spielzeit: 45:07

Copyright Cover: Stamping Ground Rec. / Preiser Records



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem