Review

This is pure hate! Attack Vertical kommen aus der Schweiz und sind seit 1999 in der Metalszene unterwegs. Mit „The Glorious World“ aus dem Jahre 2011 ging es für die Jungs steil bergauf. Mit ihrem hardcorelastigen Death Metal eröffneten sie schon Shows für Arch Enemy, God Dethroned oder DevilDriver.
2015 greifen sie erneut die globale Metalszene an. „The Great Waste“ heißt das gute Stück, welches mit purer Energie aufwartet.

Schaut man sich das Layout von „The Great Waste“ an, dann geht es um Verwesung, Tod und Leid. Klingt erst mal gut für eine Death Metal Band. Sänger Henrique bringt trotz langer Haare einen ordentlichen Touch Hardcore in die Band. Ob das gewollt ist, keine Ahnung. Klingt es gut? Auf jeden Fall, denn die Stücke werden dadurch facettenreicher und wirken nicht nur wie lieblose Death Metal/Metalcore Tracks. Zwar sind ab und an auch ein paar Melodien enthalten, dennoch ist der Kern purer Hass und das eher im Deathcore-Gewand der alten Schule statt wie das heftige moderne Zeug.

Der Opener „Black Sea“ enthält viel Melodie und bricht immer mal mit einem Breakdown dazwischen. Gemäß Titel schaffen es Attack Vertical sogar, die Atmosphäre eines tiefen schwarzen Meeres zu erzeugen. Konzept und Riffauswahl passen hier ziemlich gut zusammen.

Da dieser Song aber nicht als Referenzstück herhalten kann, empfehle ich „Democracy“, um mal in den Sound von Attack Vertical reinzuhören. Zu Beginn erinnert der Song an Titel der Band Oceano und selbst der Breakdown danach stärkt diese Assoziation. Das Ganze klingt verdächtig nach modernem Metal mit frischen und schnellen Riffs. Drummer Bertrand zeigt sein volles Potenzial, denn zwischen Blasts und schnellen Skank Beats geht hier noch ein wenig mehr. Die vertrackte Schlagzeugarbeit und allgemein ein eher technischer Ansatz der gesamten Band machen „Democracy“ extrem hörenswert.

Grundlegend schiebt die Platte immer schön nach vorne. Einziges Manko, manche Parts verlaufen im Sande und sind eher Beiwerk. Ohne richtigen Bezug zum Part davor klingen sie wie angeklatscht. Zum Glück kommt das nur selten vor und beim Songwriting beweisen die Jungs ein ordentliches Händchen, wenn auch der eine oder andere Klischee-Breakdown dabei ist.

Der Grundsound ist sehr modern angelegt und erinnert an Platten von Born from Pain oder Thy Art is Murder.

„End Of Life Demand“ geht als langsame The Black Dahlia Murder-Nummer durch, denn ein wenig Schweden Metal steckt in den Jungs. In diesem Song kitzeln sie das ordentlich raus und auf Anhieb gefällt es.

Attack Vertical (Attack Vertical)

Attack Vertical (Attack Vertical)

„The Other One“ könnte die Groove-Nummer auf „The Great Waste“ werden. Mit dissonanten Klängen und viel Doublebass geht der Song so richtig ins Ohr und bleibt da auch.

Wer es dann noch mal so richtig heftig braucht, der darf sich mit „Stillborn“ das Gesicht zerreißen lassen. Hier trifft pure Gewalt auf eine richtig gute Songstruktur. Die Hintergrundschreie kommen zwar etwas schwach daher, doch der Song ist dennoch eine Dampflok.

Fazit: Attack Vertical haben nicht nur einen grandiosen Bandnamen, sondern liefern mit „The Great Waste“ ein Album, das nicht so recht einzuordnen ist. Ob Death Metal oder Hardcore/Deathcore, hier kommt alles zusammen. Die Band ist definitiv ein Powerhouse in Sachen Groove und schnelle Parts. Selten wird man von Songs enttäuscht oder gar gelangweilt, da jeder seine ganz eigene Energie überträgt.

Video

Trackliste

01 Black Sea
02 Democracy
03 Graveless
04 The Great Waste
05 The Way To Purify
06 End Of Life Demand (feat. Vladimir Cochet)
07 Architect
08 Satan in My Mind
09 The Other One
10 Stillborn

Details

Attack Vertical – Homepage
Attack Vertical – Facebook

Label: Tenacity Music
Vö-Termin: 13.03.2015
Spielzeit: 38:02

Copyright Cover: Tenacity Music



Über den Autor

Marcus
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