Review

Zwei Jahre nach ihrem letzten Album „Black Eyed Children“ melden sich die Schweden von Astral Doors mit neuem Material auf dem Werk „Worship Or Die“ zurück.

Unverkennbar Nils Patrik Johansson

Unverkennbar zeigt bereits der Opener „Night Of The Hunter“, mit wem man es hier am Mikro zu tun hat. Denn Nils Patrik Johansson, der zwischenzeitlich auch mit dem Album „Evil Deluxe“ (2018) auf Solopfaden wanderte, sorgt durch seine markante Stimme einmal mehr für den Wiedererkennungswert der Band.

Sein Gesang sowie die eingängige Mischung aus Hard ’n Heavy Rock und Power Metal prägen die gesamten zwölf Songs des Albums. Melodisch sorgen damit sowohl der bereits erwähnte Opener als auch Ohrwürmer wie der Titeltrack, „This Must Be Paradise“ oder das 80er Jahre geschwängerte „Concrete Heart“ für Stimmung und machen Lust auf mehr.

Fehlende Highlights mit zunehmender Spielzeit

Indem mit zunehmender Spielzeit jedoch viele Songs keine Ausrufezeichen mehr setzen, um sich voneinander deutlicher abzugrenzen, vergeht die Lust auf „Worship Or Die“ ein wenig.

Temporeich reihen sich ähnliche Titel aneinander, die für sich genommen zwar allesamt gelungen sind, auf Albumlänge dem Werk allerdings die Spannung nehmen.

Die zweite Hälfte von „Worship Or Die“ wartet entsprechend mit wenig Highlights auf und plätschert am Hörer eher nur vorbei.

Im Vergleich zum Vorgänger

Und das, obwohl den betreffenden Liedern eine hohe Melodiestärke nicht abgesprochen werden kann. Eingängigkeit inklusive – und damit ein kleiner Unterschied zum Vorgängeralbum, deren Songs insgesamt sehr lang und dadurch weniger eingängig wirkten.

Legen Astral Doors diesbezüglich also auf dem neuen Album nach, reduzieren sie gleichzeitig – und ebenfalls im Vergleich zum Vorgänger – die von uns kritisierten allzu süßlichen Keys. Somit setzen jene aktuell lediglich Akzente, ohne sich zu sehr (und störend) in den Vordergrund zu drängen.

Astral Doors (Copyright: George Grigoriadis)

Das mag u.U. der Tatsache geschuldet sein, dass „Black Eyed Children“ ein Konzeptalbum darstellt, während „Worship Or Die“ diverse Themen behandelt. Ohne sich selbst bzw. die Songs des Albums in einen inhaltlichen Rahmen zu zwingen, verlangen die Titel weniger nach Theatralik und Epik, die mitunter beispielsweise durch das erwähnte Keyboard erzeugt wurden. Bei derlei „Freiheit“ im Schaffensprozess wundert es jedoch einmal mehr, dass die Abwechslung auf „Worship Or Die“ so kurz kommt.

Fazit

Fans der Band machen mit „Worship Or Die“ trotzdem nichts falsch. Dennoch bleibt zu wünschen, dass Astral Doors auf einem nächsten Album vom ersten bis letzten Ton den Zuhörer wieder bei der Stange halten können.

Video

Tracklist

01 Night Of The Hunter
02 This Must Be Paradise
03 Worship Or Die
04 Concrete Heart
05 Marathon
06 Desperado
07 Ride The Clouds
08 Light At The End Of The Tunnel
09 St. Petersburg
10 Triumph And Superiority
11 Let The Fire Burn
12 Forgive Me Father

Details

Astral Doors – Homepage | Astral Doors – Facebook | Astral Doors – Twitter

Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 26.04.2019
Spielzeit: 55:07

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde