Review

Dass Bands aus dem sonnigen Miami nicht nur poppige Sommerhits gelingen, sondern die Region auch zu dunklen Tönen verleiten kann, zeigte die dort beheimatete Band Astari Nite bereits mit ihrem Debütalbum „Stereowaltz“, dessen darauf erfolgte positive Resonanz sie bis nach Deutschland zum WGT brachte. Nun setzt man mit dem Zweitwerk „Until the End of the Moon“ nach.

Sich stilistisch treu bleibend und auf den Spuren des Darkwave wandelnd, zusätzlich bereichert um Elemente des Shoegaze und Post Punk, knüpft man gelungen an die bisherige Arbeit an und kann sich doch noch steigern, denn die am Vorgänger „Stereowaltz“ noch vermisste Eigenständigkeit der Band wird auf dem Nachfolger intensiver ausgebaut und fokussiert; auch wenn man mit einigen Stücken zwischen The Cure und The Crüxshadows wandelt und sich das eine und andere Mal scheinbar auch von Bands wie Depeche Mode inspirieren lassen hat, kommen die eigenen Züge Astari Nites nun weitaus besser zur Geltung.

Was noch fehlt, sind aber mehr potenzielle Songs, die zu Klassikern auf den schwarzen Tanzflächen und in den Playlists geneigter Hörer avancieren können. Vor allem mit „Joyful Wish“ ist dies bereits mehr als geglückt, doch genau von dieser Klasse hätte es noch mehr sein dürfen.
Das an The Crüxshadows erinnernde „Joyful Wish“ fällt äußerst eingängig, tanzbar sowie melodisch aus und erhält stimmlich Unterstützung durch dezenten Frauengesang.

„Imaginary World“ rückt die Gitarren deutlicher in den Vordergrund und besitzt einen starken repetitiven Aufbau. So sehr Letzteres auch zündet und auf einer Songlänge von 3:36 Minuten durchaus noch im Rahmen bleibt, hätte es statt der Wiederholungen doch mehr Raffinesse sein dürfen.

Jene bringt man an vielen Stellen bereits zum Vorschein, u.a. im Rauswurf und gleichzeitigen Titeltrack „Until the End of the Moon“. Während die Hörer auf sphärisch-hypnotische Wellen dahingleiten, wirkt das Ende umso abrupter. Dem einen oder anderen könnte es daher schwerfallen, einen eigenen Abschluss für das Album zu finden, denn mit seinem Spannungs- und Stimmungsaufbau verlangt der Track besonders gegen Ende noch nach mehr.

Astari Nite (Copyright: Astari Nite)

Astari Nite (Copyright: Astari Nite)

Alles in allem pendeln Astari Nite mit ihren insgesamt zehn Songs abermals zwischen tanzbarer Leichtigkeit, einem Hauch von Melancholie und sphärischen Klangteppichen, teilweise sogar alles in nur einem Titel vereint. Eine Mischung, die bereits auf dem Debüt für Abwechslung sorgte und überzeugen konnte und auch durch den Gesang an die Hörer transportiert wird. Jener kommt mal mit sehr viel Hall, mal klar und einige Male auch verzerrt daher. Diesbezüglich bedient man sich an gängigen elektronischen Spielereien, die ihre Effekte in Kombination mit der von Haus aus sehr angenehmen Stimme von Mychael Ghost nicht verfehlen.
Fans greifen zu, solche, die es werden wollen, machen definitiv nichts falsch. Sollte man sich also für Darkwave und Co. interessieren, ist man bei Astari Nite an der richtigen Adresse.

Video

Tracklist

01 Engagement Ceremony
02 Endless Night
03 Useless Vows
04 Joyful Wish
05 Non-Disclosure Agreement
06 She Casts Spells
07 Time Hangs on Your Fingertips
08 Always Like Yesterday
09 Imaginary World
10 Until the End of the Moon

Details

Astari Nite – Homepage
Astari Nite – Facebook
Astari Nite – Twitter

Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 13.05.2016
Spielzeit: 39:26

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde