Review

Oftmals lässt bereits das Heimatland einer Band durchschimmern, welche Art von Musik von ihr zu erwarten ist. Dem Quartett Astari Nite und ihrem Debütalbum „Stereowaltz“ hört man jedoch mit keinem Ton das sonnige Miami in Florida an.

Dies ist allerdings nicht die einzige Überraschung, die dem Hörer geboten wird. Denn auch die auf dem Silberling enthaltenen zehn Songs sorgen für Aha-Effekte und versetzen den Konsumenten immer wieder in Staunen.

Nach dem ersten Hördurchlauf ist nämlich zunächst klar: Klassischer Darkwave bildet in jedem Titel auf „Stereowaltz“ die musikalische Basis.
Darkwave stellt also die Ausgangsposition dar, von der aus sich die Tracks ganz individuell entwickeln und dabei auch andere Stilrichtungen streifen.

Diesbezüglich zeigen sich Astari Nite mal rockig, dann wieder äußerst elektronisch beeinflusst und auch vor Shoegaze-Anleihen macht die Band keinen Halt.
Ob im Stile von The Cure, The Crüxshadows oder Depeche Mode – man belässt es nicht bei altbewährten Elementen, die ihre scheinbaren Vorbilder schon für potenzielle Hits nutzten, sondern bereichert den gewohnten Sound stets mit weiteren eigenen Ideen.

Astari Nite (Copyright: Astari Nite)

Astari Nite (Copyright: Astari Nite)

Entsprechend der stilistischen Mixtur klingt auch Sänger Mychael Ghost recht variabel, zumindest ausreichend abwechslungsreich, dass nicht jedem Song das gleiche Gefühl innewohnt und an die Hörer vermittelt wird.
Es herrscht somit nicht durchgängig eine melancholische Stimmung vor, auch wenn diese passenderweise dominiert; darüber hinaus sind einige Titel durchaus tanzbar und fröhlich ausgefallen.

Diese nicht immer ganz in sich stimmig scheinende Mischung und Abwechslung auf „Stereowaltz“ bewirkt gleichzeitig eine gewisse Langlebigkeit des Albums, denn zum einen wird es zu keinem Zeitpunkt für den Hörer langweilig, gilt es doch immer wieder Neues zu entdecken, zum anderen bewältigen Astari Nite ihre kombinierten Stile so gut, dass „Stereowaltz“ lange und vor allem auch nach mehrmaligem Hören interessant bleibt.

Damit ist das erste Album von Astari Nite sehr vielversprechend ausgefallen und dürfte aufgeschlossenen Fans des Darkwave sicherlich zusagen. Was allerdings noch ein wenig fehlt, ist die eigene Note der Band, die sicherlich mit weiteren Veröffentlichungen noch stärker ausgebaut wird. Mehr als solide hat man hier zumindest schon vorgelegt.

Video

Tracklist

01 Contentment
02 Astrid
03 Pyramids
04 Coven
05 I.O. 1987
06 Prayer For Lovers
07 Violently We Try
08 Wendy Darling
09 Red Letter Day
10 Waves

Details

Astari Nite – Homepage
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Astari Nite – Twitter

Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 08.08.2014
Spielzeit: 37:47

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde