Review

ASP haben nach „LIVE … auf rauen Pfaden“ mit dem Album „Zaubererbruder Live & Extended“ ein weiteres Live-Meisterwerk geschaffen.

Zum 10-jährigen Jubiläum des Krabat-Liederzyklus‚ präsentiert die Band darauf ihre beliebte Geschichte als Liveaufnahmen. Zusätzlich zu diesen sind drei neue Songs zu hören.

Der Infotext zur Veröffentlichung fasst dies wie folgt zusammen:

Nun wird die Aufzeichnung der Rekordtour „Zaubererbruder live & extended“ als Live-CD veröffentlicht – die gesamten zweieinhalb Stunden, die die Besucher mit der Band in ihrer Interpretation der Krabat-Sage schwelgen durften, mitsamt den neuen atemberaubenden Stücken „Osternacht“, „Geh und heb dein Grab aus, mein Freund“, „Der Letzte (Krabat-Reprise)“ und der Lesung „Das andere Ende“.

Die volle Power der Rock-Band sowie der drei Gastmusiker wurde von Star-Produzent Vincent Sorg (DIE TOTEN HOSEN, IN EXTREMO) mit viel Gespür für die Geschichte gemischt, sodass der Hörer nicht nur den Konzertgenuss erlebt, sondern sich mitten in der fesselnden Geschichte befindet, durch die Asp Spreng als sympathischer Conférencier und Storyteller führt.

CD 01: Gänsehautmomente garantiert

Die Songs hangeln sich an der Geschichte von „Krabat“ entlang. Entsprechend ist das Konzert aufgebaut und die Sage um Krabat beginnt mit dem Song „Betteljunge“. Schon bei den ersten Tönen bekommt man direkt eine Gänsehaut. Nur von einer Drehleier begleitet, singt Alexander „ASP“ Spreng die Zeilen, während das Publikum lautstark miteinstimmt. Dies beschwört die Geschichte gelungen vor dem inneren Auge herauf.

Folgesong „Krabat“ sollte von Fans bereits durch die ersten Töne der Violine erkannt werden. Indem ASP die Geschichte insgesamt sehr lebhaft erzählt, weiß er dadurch und durch seinen Gesang die Hörer zu fesseln.

Anschließend verschlägt es Krabat in „Die Teufelsmühle“. Von Drehleier, Trommel und Dudelsack begleitet wirkt der Song so mystisch und unheimlich wie die Mühle selbst.

Als Einleitung zu „Denn ich bin dein Meister“ liest Alex sehr lebhaft einen Text aus der Sicht von Krabat vor. Sobald der erste Ton des Songs erklingt, fängt das Publikum schon an zu klatschen. Die E-Gitarre verleiht dem Track schließlich den altbekannten ASP-Sound.

Nachdem Krabat festgestellt hat, was für ein Monster der Meister ist, wagt er einen „Fluchtversuch“. Der Song wirkt musikalisch und gesanglich hart und unheimlich. Alex singt diesen Track als Duett mit Patty Gurdy.

Mit „Osternacht“ hat die Band einen neuen Song in den Krabat-Liederzyklus eingefügt. Dieser wirkt stilistisch absolut stimmig zum Rest der Songs. Auch hier kommt Patty Gurdy wieder zum Zug. Ihre Stimme gleicht der eines Engels.

Bei „Elf und Einer“ ist zu Beginn das Mühlrad zu hören, welches einen unheimlichen Effekt verursacht. Trotz des Themas „Tod“ mutet der Song zwischendurch sehr lieblich an.

Ein weiteres neues Stück ist „Geh und heb dein Grab aus, mein Freund“. Auch dieser fügt sich perfekt in das Gesamtwerk ein. Der Track animiert zum Mitsingen, auch wenn er sehr getragen und theatralisch daherkommt.

Mit sehr schön gestalteten Duettparts folgt durch „Mein Herz erkennt dich immer“ ein weiteres Liebeslied.

In „Verwandlungen I-III (Das Duell, Die List, Der Tod)“ zeigt die Band, wie vielfältig sie auf instrumentaler Ebene agieren kann. Die drei Parts unterscheiden sich stilistisch und grenzen sich so voneinander ab.

CD 02: Ein interessanter Ausklang

Auf der zweiten CD geht es dann mit dem Titel „Abschied“ weiter. Der Song wird durch die Drums vorangetrieben und weist Marsch ähnliche Strukturen auf.

Krabat nimmt von der Mühle Abschied und zieht in den Krieg. Dort begegnet er dem Tod. ASP spielen dazu ihre Interpretation des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Volksliedes „Der Schnitter Tod“. Dieses klingt sehr simpel und doch ruhig und getragen.

Im „Spottlied auf die harten Wanderjahre“ lässt Krabat seine Reise Revue passieren. Musikalisch gesehen hat der Song eine beruhigende Wirkung und man kann die Erlebnisse förmlich an sich vorbeiziehen lassen.

Ein Klassiker auf jedem ASP-Konzert ist „Zaubererbruder“. Hierüber müssen nicht viele Worte verloren werden. Der Gesangspart von Eric Fish auf dem ursprünglichen Album wurde allerdings ersetzt.

Nachdem das Publikum bei „Der geheimnisvolle Fremde (Ja, Ja, drei mal Hurra!)“ zum Mitsingen animiert wird, setzt „Der Letzte (Krabat Reprise)“ die musikalische Reise fort. Dabei wird der anfangs gespielte Song „Krabat“ textlich neu interpretiert.

ASP – „Zaubererbruder – Live & Extended“ vom 02.10.2018 (Copyright: Jobst Meese)

Mit „Am Ende“ neigt sich dann auch die erzählte Geschichte ihrem Ende zu. Der Tod steht vor der Tür und bittet Krabat, mit ihm zu gehen. Der Song wirkt sehr tragisch und hat doch etwas Vertrautes.

Im Anschluss bietet die Lesung „Ein anderes Ende“ einen alternativen Schluss der Geschichte um Krabat.

Als Zugabe dient der Track „Die Untiefen“. Dieser passt jedoch thematisch sowie musikalisch nicht so ganz zum restlichen Albumgeschehen.
Einen runden Ausstieg findet man dann aber mit der Coverversion von „Nehmt Abschied/Auld lang syne“.

Fast wie im Theater

Das Werk an sich ist bis dato immer noch ein Highlight. Absoluter Favorit auf den beiden Scheiben der Live-Veröffentlichung „Zaubererbruder Live & Extended“ ist aber definitiv der Song „Geh und heb dein Grab aus, mein Freund“. Spannend zum Schluss ist außerdem „Ein anderes Ende“, das ASP den Zuhörern als Alternative zum bisherigen Ende der Geschichte bietet.

Das Doppel-Live-Album darf somit auf keinen Fall in der Sammlung eines eingefleischten ASP-Fans fehlen, denn dieses (Live-)Erlebnis sucht seinesgleichen.

Trailer

Tracklist

CD 01:
01 Betteljunge
02 Krabat
03 Die Teufelsmühle
04 Denn ich bin dein Meister
05 Fluchtversuch
06 Osternacht
07 Elf und Einer
08 Geh und heb dein Grab aus, mein Freund
09 Mein Herz erkennt dich immer
10 Verwandlungen I-III (Das Duell, Die List, Der Tod)

CD 02:
11 Ansage zu Abschied
12 Abschied
13 Der Schnitter Tod
14 Spottlied auf die harten Wanderjahre
15 Zaubererbruder
16 Der geheimnisvolle Fremde (Ja, Ja, drei mal Hurra!)
17 Der Letzte (Krabat Reprise)
18 Am Ende
19 Zwei Schwäne
20 Lesung: Ein anderes Ende
21 Zugabe: Die Untiefen
22 Zugabe: Nehmt Abschied/Auld lang syne

Details

ASP – Homepage
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Label: Trisol Music Group / Soulfood
Vö-Termin: 08.03.2019
Spielzeit: 75:04 + 69:46

Copyright Cover: Trisol Music Group



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem