Review

Aus der Schweiz schwappt ein interessanter Genremix auf hiesige Hörer zu, der aufmerken lässt, denn inmitten des klassischen, auf einem Gothic Metal Grundgerüst beruhenden „Schöne und das Biest“-Konzepts der female fronted Band Askara und ihrem Debütalbum „Horizon of Hope“ platziert das Quartett progressive Elemente. Damit fällt der Stil der Band zwar definitiv sehr spezifisch aus, bringt aber zugleich den Vorteil mit, dass Fans beider Genres (Progressive Metal und Gothic Metal) mit dem Material angesprochen werden könnten. Zusätzlich hebt dies Askara von anderen Formationen ab, da es nur wenige weitere Bands gibt, die solch eine Kombination in dieser Form verfolgen.

Nun nützen aber alle innovativen Ansätze nichts, wenn es an der Umsetzung hapert. Diesbezüglich gibt es allerdings nur wenig an Askara und ihrem Erstlingswerk „Horizon of Hope“ zu kritisieren.
In den langen Spielzeiten der Titel, die den progressiven Zutaten viel Platz einräumen und dabei auch die melodischen Passagen nicht vernachlässigen, bauen Askara gelungen viel Atmosphäre auf.

Gerade gegen Ende des Albums nimmt außerdem die gesangliche Variation zu. Dunkles Growling, männlicher Klargesang und die weibliche Leadstimme sorgen für zunehmende Abwechslung. Die Aufteilung der male und female Vocals wird dabei in einem guten und ausgewogenen Verhältnis dargeboten. Während zu Beginn das Growling noch ein wenig arg akzentuiert und angestrengt wirkt, stellt sich diesbezüglich schon bald eine Gewöhnung seitens der Hörer ein. Parallel dazu gewinnen diese gutturalen Passagen im Laufe der acht Songs zudem an Kraft und Sicherheit. Auch an die einige Male leiernd wirkenden weiblichen Vocals in den sehr langsamen Parts gewöhnt man sich schnell, von denen darüber hinaus der warme männliche Klargesang abzulenken vermag, der sich u.a. in „Artefact Of Want“ äußerst positiv hervortut.

Askara (Copyright: Damaris Meury)

So wie Askara mit gesanglicher Abwechslung aufwarten, bringen sie auch Abwechslung hinsichtlich ihrer Melodien und Tempovariationen mit. Dies hält die Spannung eines jeweiligen Titels kontinuierlich aufrecht.
Es fällt allerdings auf, dass durch den progressiven Einfluss einige Titel (vor allem in den ruhigen Sequenzen) nicht derart auf den Punkt gespielt werden, wie sie hätten gespielt werden können. Jene Hörer, die somit die Gothic Metal Komponente favorisieren, werden diesbezüglich Abstriche machen müssen.

Mit „Horizon of Hope“ bedienen Askara Progressive Metal Liebhaber ebenso solide wie Gothic Metal Fans – und das in einem kraftvollen, dichten Soundgewand. Der Hörer sollte aber dennoch ein Faible für beide Genres mitbringen, um dauerhaft mit dem Silberling glücklich zu werden, denn Kompromisse müssen von beiden Hörergruppen eingegangen werden.

Video

Tracklist

01 Beyond The Horizon Of Hope
02 Identity
03 My Name
04 Artefact Of Want
05 Rigor Mortis Animi
06 The Shame
07 Broken Wing
08 Reprise: The Flight

Details

Askara – Homepage
Askara – Facebook

Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 20.10.2016
Spielzeit: 40:44

Copyright Cover: Askara / Consuelo Parra



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde