Review

Frei nach dem Motto „wie Phönix aus der Asche“ erheben sich As I Rise auf ihrer selbstbetitelten Platte empor in die Musikwelt.

Es gibt keinen flüssigeren Einstieg in das Album als mit dem Übergang vom epischen Gesangsmuster zu hysterischem Gekreische, gefolgt von knallender Snare unter pulsierenden Gitarrenklängen.
Spätestens nach den ersten Sekunden sollte also klar sein, in welche Gefilde man sich hier hinein begeben hat. As I Rise haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Zuhörern mit ordentlichen Metal-Brettern gehörig die Trommelfelle weichzuklopfen: Chuggige Riffs, wohin das Ohr reicht, und sehr viele melodische Riffs, die die Saiten glühen lassen. Ein Hang zum Metalcore, aber ohne in endlose Breakdowns zu verfallen, dazu außerdem leichte Ausschweifungen hin zum Death Metal.

Was das Riffing angeht, so bekommt man hier eine Menge Vielfalt geboten. Zwar können die Jungs auch langsam und atmosphärisch, aber wenn es so richtig krachen soll, geht nichts über Tonleitern, die sich in der Geschwindigkeit jedes Mal aufs Neue gegenseitig ausstechen wollen.

Mittlerweile gehen Gebrülle und klarer Gesang im Metal Hand in Hand und auch As I Rise bringen auf „As I Rise“ beides unter. Dabei sind die hohen Screams eigentlich das Unterhaltsamste, wenn sie sich bis zum Zerreißen hinstrecken. Im deutlichen Kontrast zu all der nach vorne gehenden Energie steht eine tiefere, kernige Stimme, welche den gewissen Rock-Faktor mit sich bringt. An diesem Punkt hätte man allerdings deutlich mehr präsentieren und vielleicht intensiver mit der Stimme und dem Stil arbeiten können, als den fast immer gleichen, auf Melodie getrimmten Gesang zu zeigen. Trotzdem bringen die Vocals mehr Frische in den Sound.

Die eben genannten Punkte bringt der Song „Riptide“ erfolgreich unter einen Hut – inklusive einer atmosphärischen Einleitung, die in einer Struktur endet, die sobald nichts aufzuhalten scheint.
Allgemein wird das Gesamtkonzept von „As I Rise“ gefallen, da das jugendliche Auftreten der vier Jungs hier hörbar mit hineinfließt, genau so wie die mitgebrachte Energie. Da man sogar live gerne mal über die Stränge schlägt, kommt das Ganze viel authentischer und vor allem sympathischer rüber.

Während As I Rise hier qualitativ ordentlich abliefern, ist es dennoch so, dass es im Laufe des Albums kaum noch etwas gibt, woran man den typischen Sound der Band selbst festhalten kann. Da man sich hier sowieso schon an einer Menge orientiert, was Genre-Vorgänger erfolgreich umgesetzt haben, verliert sich immer mal wieder die Individualität. Die Titel werden dadurch stark vorausschaubar. Eine kleine Enttäuschung, wenn man bedenkt, dass es hier Passagen gibt, die den Hörer echt zu überraschen wissen – wie bei „If I Die, Hang Me High“. Der leicht abgehakte Rhythmus formt sich mit dem Lead-Riff zu einer groovigen Masse. Weiterhin gibt es wunderschön gespielte Melodien, die beispielsweise bei „Fri/End Of Mine“ auftreten, das sich zum Bedauern aller immer wieder in demselben Aufbau verliert.

As I Rise (Copyright: As I Rise)

As I Rise (Copyright: As I Rise)

Ebenso verhält es sich mit der Thematik in den Texten. Zwar tritt man hier nicht allzu weit u.a. in die gesellschaftliche Kritik, aber auch nicht weit genug, um lyrisch mal über den eigenen Tellerrand zu schauen.

As I Rise lassen es sich jedoch nicht nehmen, mit ihrer Platte akustisch so einiges wegzufegen; zugleich mit sauberer Produktion und qualitativ hochwertiger Leistung. Ein in sich kompaktes und solides Werk, in dem man die Energie der Band spürt. Das Potenzial, den eigenen Stil weiter auszuarbeiten, ist vorhanden, ähnlich wie die Möglichkeit, vielleicht auch mal eine andere musikalische Richtung zu wagen, ohne den eigenen Sound zu verfälschen. Bis dahin wird „As I Rise“ für genügend Unterhaltung sorgen.

Video

Trackliste

01 Ignite
02 Repace The Earth
03 The Birth Of A New Rage
04 Riptide
05 If I Die, Hang Me High
06 Glass Walls
07 Dry Land
08 Fri/End Of Mine
09 You Deserve
10 Never Let Fear Decide Your Fate

Details

As I Rise – Homepage
As I Rise – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin 18.03.2016
Spielzeit: 43:12

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Christopher