Review

Arrakis – die Griechen rund um Panagiotis Haris an der Gitarre bezirzen ihre Hörer seit 2012 mit einem Mix aus Stoner und Progressiv Rock inklusive einer Prise Psychedelic. Ihr Album „Ammu Dia“ fiel bereits sehr solide aus, sodass die Erwartungen an das neue Werk „Electricon“ natürlich hoch sind. Ob jenes überzeugen oder seinen Vorgänger sogar übertrumpfen kann?

„Electricon“ überzeugt zunächst einmal mit einem fetten Sound, der roh und dennoch differenziert ausfällt. Für ein Trio ist dies eine beachtliche Leistung.

Zudem bauen Arrakis bereits mit dem Opener „Plexus“, der durch reichlich Gitarrennoise und einem straighten Schlagzeugbeat das Album äußerst verquer einleitet, viel Atmosphäre auf. Im Kern sehr rockig, wird hiermit gar nicht mal so viel Stoner, sondern eher Rock’n’Roll oder sogar etwas Postiges geboten. Die unterstützende Arbeit des Bassisten Iraklis Dimitriadis sei an dieser Stelle ebenfalls hervorzuheben, denn sein Bass geht hier nicht unter, sondern trägt angenehm zur Stimmung bei.

Angesichts der Spielzeiten der Songs wird dem Hörer schnell klar, dass man sich auf lange Soundteppiche gefasst machen sollte. Da Arrakis die Zwischenparts mit viel Charme und rockigen Anleihen gekonnt umspielen, stört dies das Gesamtbild aber nicht.

Kommt es dann jedoch zu Songs wie dem Titeltrack „Electricon“, könnte der eine oder andere von der schieren Länge trotzdem überrumpelt werden. Davon abgesehen ist „Electricon“ ein Song mit Tool-Charakter, der in seiner Einfachheit sehr intensiv klingt – und das ganz ohne Gesang, denn Arrakis agieren rein instrumental.

Hier und da klingt „Electricon“ (hoffentlich gewollt) etwas unsauber. Im Zwischenspiel von „Order & Disorder“ möchte und sollte man somit über die leicht schief anmutenden Töne einfach mal hinweghören.
Zudem muten einige Riffs wie Lückenfüller an, was ebenfalls im Titel „Order & Disorder“ zum Ausdruck kommt.

Arrakis (Copyright: Arrakis)

Der letzte Track „Seed“ klingt schließlich noch nach Led Zeppelin mit einer doomigen Note. Dadurch wird Proberaum-Atmosphäre heraufbeschworen, die viel Platz für Interpretation und Improvisation lässt. Das klingt gut, wirkt als Abschlusssong allerdings ziemlich dünn.

Arrakis haben mit „Electricon“ ein gutes Instrumental Rock Album kreiert. Mehr Abwechslung und ein wenig tightere Songs würden den Jungs jedoch ziemlich guttun. Im Vergleich zum ersten Album leider keine unbedingte Weiterentwicklung, denn „Ammu Dia“ war noch experimenteller und kräftiger. Dennoch sollte man die Band im Auge behalten und abwarten, was die nächste Platte bringen wird.

Trackliste

01 Plexus
02 Electricon
03 Loot
04 Order & Disorder
05 Seed

Details

Arrakis – Homepage
Arrakis – Facebook

Label: Self-Released
Vö-Termin: 12.11.2016
Spielzeit: 41:31

Copyright Cover: Arrakis



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Marcus
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