Review

Arising Fear ist eine junge Band aus Bayern, die jedoch überraschenderweise sehr erwachsen klingt.
Das beweist das Debütalbum des Quartetts namens „Beyond Betrayal“ ganz eindrucksvoll, denn die darauf enthaltenen zehn Songs, die sich zusammenfügen aus Elementen des klassischen Heavy Metal, Thrash und Metalcore, klingen rau, roh und wild. Ganz so, wie sie eine Band hervorbringen würde, die schon einige Jahre Erfahrung auf dem Buckel hat.

Vor allem der ausgereifte Klargesang, der nahezu permanent ergänzt wird durch fiese Growls, zeugt von einem (vermutlich nicht vorhandenen) Konsum zahlreicher Gläser Whiskey und durchzechten Nächten. Klingt nicht gerade nach Qualität? Ganz im Gegenteil, passt diese Ausrichtung doch perfekt zum Stilmix der Augsburger.
Sind eine gewisse Brutalität und Aggression vornehmlich in den gutturalen Beigaben erkennbar, nehmen sich diesbezüglich auch die clean Vocals nichts. Rau und derb wird hier der Text an die Hörer transportiert, einzig in melodischen Passagen, wie sie beispielsweise die Tracks „Day To Overcome“ und „Final Redemption“ vorweisen, scheint die Leadstimme gezähmter. Genau diese Momente, in denen sich zudem Backingvocals hinzugesellen, assoziiert der Konsument dann aufgrund der Melodiestärke gerne auch mal mit eingängigeren Stücken von Amorphis.

Arising Fear (Copyright: Arising Fear)

Arising Fear (Copyright: Arising Fear)

Im Großen und Ganzen wird jedoch auf Eingängigkeit nicht allzu viel Wert gelegt, zumindest nicht so viel, als dass der Hörer damit zufriedenzustellen ist. Hin und wieder fügt man den Songs melodische Sequenzen hinzu, viel hängen bleibt dadurch aber noch nicht.
Dafür ist die auf „Beyond Betrayal“ gezeigte Härte auch in den messerscharfen Riffs zu spüren. Diese in Kombination mit den treibenden Drums, die ebenfalls nicht geschont werden, und dem Bass, der insgesamt zu sehr im Hintergrund verbleibt, bilden ein recht komplexes musikalisches Songgerüst. Vielleicht ist es aber zukünftig ratsam, etwas weniger Komplexität an den Tag zu legen, dafür aber an der Eingängigkeit zu arbeiten – und auch Gefühle (außer die bereits vorhandenen Hassbatzen) schaden einem Album der härteren Gangart nicht, denn nur dadurch wird es nicht allzu eintönig. Im Ansatz wurde dies bereits durch den eher verhaltenen und balladesken Titel „Come Alive Again“ angegangen.

Abwechslung in die Metzelorgie „Beyond Betrayal“ bringen allerdings immer wieder integrierte Akzente wie z.B. der ruhige, fast schon akustisch wirkende Ausklang von „Deadly Embrace“. Dass Arising Fear also nicht nur hart, schnell und aggressiv können, beweisen sie damit. Dies gilt es weiter auszubauen und durch das Ausmerzen der genannten Kritikpunkte auch mehr an Eigenständigkeit zuzulegen.

Davon abgesehen ist „Beyond Betrayal“ ein solider und überdurchschnittlicher Startschuss für die weitere Karriere der Band, die wohl Thrash und Metalcore Fans gleichermaßen begleiten werden.

 

Video

 

Tracklist

01 Mantic Shape
02 Beyond The Walls Of Anger
03 Deadly Embrace
04 Day To Overcome
05 Losing Sanity
06 Final Redemption
07 This Burden
08 Come Alive Again
09 Thrashing Brain Surgery
10 Meltdown Rust

Details

Arising Fear – Homepage
Arising Fear – Facebook

Label: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 29.03.2014
Spielzeit: 47:28 Minuten

Copyright Cover: Arising Fear



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde