Review

Auf ihrer neuen Veröffentlichung „Known / Learned“ zeigen die australischen Prog Rocker Arcane ihren Hörern, was sie bereits „gewusst“ und was sie „gelernt“ haben. Entsprechend der Titelgebung splittet sich das Konzeptalbum in zwei Teile bzw. auf zwei Silberlinge à acht Tracks auf. Macht 16 Songs insgesamt, denen durch eine Spielzeit von knapp zwei Stunden genügend Zeit geben wird, sich zu entfalten.

Soweit die Zahlen und Fakten. Was gibt es zur Musik zu sagen?

„Known / Learned“ zeichnet sich durch Komplexität, Vielschichtigkeit und dabei teils zum Vorschein kommende Eingängigkeit aus.
Das Doppelalbum eignet sich durch die häufig präsente ruhige Atmosphäre zum Nebenbeihören und dann wiederum auch nicht, denn die Mehrzahl der Tracks fordert gleichzeitig die gesamte Aufmerksamkeit vom Hörer. So kann man die Musik von Arcane zwar im Hintergrund konsumieren, man sollte es aber nicht. Viel zu schnell würden dadurch interessante instrumentale Passagen oder inhaltliche Aussagen verloren gehen.

Indem Arcane immer wieder auf angenehme Melodien setzen, erleichtern sie es dem Hörer, die umfangreiche Spielzeit zu bewältigen. Langweilig wird es dabei allerdings nicht, denn die Band variiert ihren mal seichten, mal kraftvollen, energiegeladenen Rock und auch die progressiven Elemente bleiben stets zugänglich. Obschon eine hohe Komplexität auf „Known / Learned“ vorhanden ist, fällt das Album somit nicht allzu sperrig aus.

Ratsam ist es aber, auch wenn die beiden CDs den Hörer lange Zeit beschäftigen werden, die Veröffentlichung als Gesamtwerk anzusehen und -zuhören. Da kein Song prädestiniert für einen Dauerbrenner ist, fällt dies nicht schwer. Insgesamt sticht kein Titel besonders aus der Masse an Songs heraus. Dies ist nicht negativ zu verstehen und zu werten, vielmehr erzählt das Album eine umfangreiche Geschichte auf gleichbleibendem Niveau.

Arcane (Copyright: Arcane)

Arcane (Copyright: Arcane)

Der Gesang auf „Known / Learned“ ist prinzipiell gut, Sänger Jim Grey hält sich aber oft in hohen Tonlagen auf, die ihm, meiner persönlichen Meinung nach, nicht so gut stehen wie die warme, tiefere Intonation, in der viel Wärme und Gefühl steckt. Perfekt gelingt ihm jedoch der Wechsel und die Kombination von kraftvollen, rockigen und leisen, ruhigen Tönen.

Die eingangs erwähnte Ruhe, die „Known / Learned“ dominiert, führt jedoch mitunter dazu, dass man gedanklich abschweift und damit die Konzentration auf das Album aus den Augen verliert. Ähnlich wie bei Hörbüchern sollte man also Zeit und Geduld mitbringen, um sich Arcanes neuem Werk zu widmen. Andernfalls plätschern die Lieder belanglos an einem vorbei und hinterlassen weder Eindruck noch wirken sie nachhaltig. Bringt man diese Voraussetzung aber mit, wird man belohnt mit stark progressiv geprägten Songs, die das Können der Musiker unter Beweis stellen. Dann darf man der Wertung von 3,5 Sternen gerne auch einen weiteren hinzufügen.

Video

CD 01

Known
01 Promise (Part 2)
02 Unturning
03 Instinct
04 Womb (In Memoriam)
05 Selfsame
06 Holding Atropos
07 Keeping Stone: Sound On Fire
08 Learned

CD 02

Learned
09 Hunter, Heart & Home
10 Little Burden
11 Impatience And Slow Poison
12 Known
13 Nightingale’s Weave
14 Eyes For The Change
15 Keeping Stone: Water Awake
16 Promise (Part 1)

Details

Arcane – Homepage
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Label: Sensory Records / Al!ve
Vö-Termin: 13.02.2015
Spielzeit: 71:57 + 50:07

Copyright Cover: Sensory Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde