Review

„Trance44“ ist auf jeden Fall die Pflichtmusik für jeden guten Magic Mushroom Trip.
Die vier Italiener der Band Appaloosa bilden mit einer instrumentalen Mischung aus experimentellem Funk, Psychedelic sowie diversen Drum ’n‘ Bass-Einflüssen ihr bereits fünftes Album.

Schon der Einstiegstrack „Amigo Mio“ lässt durch seine leiernden Töne und klimpernden Klaviertasten erahnen, dass, was auch immer man da genommen hat, es zu viel war. Doch erstaunlicherweise dümpeln Appaloosa nicht in diesem Bereich herum.

Denn bereits im Song „Deltoid“ kommt das doch seltene Arrangement der Instrumente zum Tragen.
Neben dem Schlagzeug, einem Launchpad für alle Sounds, fällt sofort auf, dass die Band zwar ohne Gitarren, dafür aber mit zwei Bässen auffährt. Das Prinzip bleibt dennoch das gleiche, ein verzerrter Bass spielt die Rhythmus-Riffs und der andere erledigt die Melodien mithilfe der höheren Saiten.

Und so groovt man sich durch die Songs, ein auf den Punkt gespieltes Schlagzeug und ein durchgängig rollender Bass.
Gepaart mit Samples menschlichen Gesanges („Trance44“) oder Geschrei („Deltoid“), welches sich gut in die Songstrukturen eingliedert. Das Launchpad steuert dem Ganzen zusätzlich noch orientalische Klänge bei, um ihnen mehr Tiefe zu verleihen.

Zwischen den längeren Songs kommen immer wieder Interludes zum Vorschein, die nur ein paar Sekunden dauern. Allerdings wartet man bis zum sechsten von elf Songs doch auf einen gewissen Höhepunkt, etwas Überraschendes.

Appaloosa (Copyright: Martino Chiti)

Appaloosa (Copyright: Martino Chiti)

Und dann kommt „Lattanzi“, der alles niederwalzt. Schnelle rhythmische Basslinien rollen durch die Gehörgänge, das Schlagzeug treibt den Song dramatisch an. Die Samples und psychedelischen Sounds vermischen sich zu einer Mixtur aus verschiedensten Wahrnehmungen, die das Hirn weich klopfen.

Zum Ende hin drückt „Polfer“ noch einmal ordentlich nach vorne, bevor „Super Drug Bust“ einen im eigenen Delirium versinken lässt.
Komisch, ich dachte eigentlich, dass Appaloosa bei „Super Drug Bust“, dem Namen nach einem noch einmal das Ecstasy Tütchen intravenös verabreichen, aber es ist trotzdem ein ruhiger und gelungener Abschluss.

„Trance44“ ist eine Platte, die man gerne öfter genießt. Die vielen Zwischenspiele hören sich zwar sehr cool an, aber man hätte dann auch ruhig ganze Songs daraus machen können. So sind sie eigentlich nur kleine Übergänge, die man abwarten muss, bis der nächste starke Song anfängt. Auch wenn es dort auf Dauer doch an Variationen fehlt.

Trotzdem bringen Appaloosa den Kopf zum Nicken und den Geist zum davon schwinden. Wer also auch ohne chemische Hilfe abheben will, greift hier beherzt zu.

Video

Trackliste

01 Amigo Mio
02 Barabba (lu Re)
03 Deltoid
04 Santour
05 Trance44
06 Jerry
07 Lattanzi
08 Crycup
09 Polfer
10 Where Is The Sonny
11 Super Drug Bust

Details

Appaloosa – Homepage
Appaloosa – Facebook

Label: Black Candy Records
Vö-Termin: 06.06.2014
Spielzeit: 31:20

Copyright Cover: Black Candy Records



Über den Autor

Christopher