Review

Knapp acht Jahre ließen sich die Niederländer von Angels & Agony Zeit, bis sie der Electro-Gemeinde, vorzugsweise den Future-Pop-Fans, nach ihrem Werk „Unison“ neues Material unterbreiteten. Seit Januar 2015 ist ihr aktuelles Lebenszeichen namens „Monument“ nun veröffentlicht – aber so richtig wollen die elf Songs dem Albumtitel nicht gerecht werden.

Immerhin den Projektnamen repräsentieren Angels & Agony durchaus gelungen durch das auf „Monument“ zu hörende musikalische Geschehen:

Leichte, seichte Electro-Klänge dominieren und werden im Titeltrack sogar von Kinderchören ergänzt. So führen „Illusions“ oder das Instrumental „The Story So Far“ den Hörer mit sphärischen, hypnotischen Sounds fast schon in andere Bewusstseinsebenen.

Dann wiederum kommen vereinzelt Ansätze von Ohrwurmpotenzial zum Vorschein, indem Songs wie „Shine“ oder „The Road Not Taken“ eingängig angelegt sind und zum Tanzen animieren.

Tracks wie „Horizon“ hingegen versuchen, diese beiden Komponenten des Albums, die ruhige und eingängige, tanzbare Seite, zu verbinden. Der teils scheinbar arhythmische Titel „Horizon“ birgt dabei die einen oder anderen rituellen Elemente, während die Synthies eine dichte, hymnische und ebenfalls sphärische Klangbasis bilden.

Angels & Agony (Copyright: Angels & Agony)

Angels & Agony (Copyright: Angels & Agony)

Einen potenziellen Club-Evergreen, eine Angels & Agony Hymne oder zumindest einen nachhaltig Eindruck schindenden Track findet man auf „Monument“ jedoch nicht. Vielmehr ist die neue Veröffentlichung ein Album zum Entdecken und Relaxen, und keins, um Ohrwürmer en masse zu finden. Einige Titel weisen dafür einen zu experimentellen und hypnotischen Charakter auf, der den Sound von Angels & Agony sehr oft zart, zaghaft und sensibel wirken lässt. In diesen Songs liegt der Fokus auf Atmosphäre und Entschleunigung; dies zulasten der Eingängigkeit und natürlich Tanzbarkeit.

Wer auf der Suche nach chilligen Electro-Momenten ist, der wird eher Gefallen an „Monument“ finden als jene Hörer, die Future-poppige, mitreißende Rhythmen erwarten. Mit diesen gehen Angels & Agony ziemlich sparsam um, sie lockern – wenn sie denn dann kommen – jedoch zugleich die ruhige Seite des Albums auf.

Video

Tracklist

01 Monument
02 Horizon
03 Illusions
04 Inside Sanity
05 Shine
06 Burn
07 The Story So Far
08 Omen
09 Sinner
10 The Road Not Taken
11 Journey

Details

Angels & Agony – Facebook
Angels & Agony – Twitter

Label: Out of Line Music
Vö-Termin: 30.01.2015
Spielzeit: 54:32

Copyright Cover: Out of Line



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde