Review

Dass Andy Summers sein Instrument, die Gitarre, beherrscht, stellte er u.a. sowohl auf Solopfaden als auch in seiner Rolle als ex-The Police Gitarrist unter Beweis. Für das von ihm komponierte Instrumentalstück „Behind My Camel“, bei dem Summers an Stings statt den Bass spielte, erhielt er sogar den Grammy für die „Best Rock Instrumental Performance“.

Auch 2015 gibt sich Andy Summers noch instrumental und veröffentlicht das Soloalbum „Metal Dog“.
Trotz der darauf zu hörenden abwechslungsreichen zehn Songs, die sich sowohl Elementen des Jazz, Rock, Fusion und Indie Rock bedienen, scheint es allerdings nicht der Fall zu sein, mit „Metal Dog“ an den damaligen Grammy-Erfolg anknüpfen zu können.

Vor allem liegt dies an der sehr gewöhnungsbedürftigen Produktion. Andy Summers, der gerade seine Solokarriere betreffend als zeitgenössischer Instrumental-Musiker gilt, versäumt es auf „Metal Dog“, die Moderne soundtechnisch ausreichend zu berücksichtigen, um mehr Hörer als nur Fanboys und -girls anzusprechen und ein angenehmes Klangerlebnis zu bescheren.

Nach subjektivem Empfinden klingen die Drums daher beispielsweise im Track „Animal Chatter“ ganz schlimm, sodass der Drum-Sound dadurch eher billig und blechern erscheint. Das ging selbst in den 60ern, 70ern und 80ern schon klanglich weitaus besser. Somit will auch kein Retro-Charme aufkommen.
Die repetitiven Strukturen von „Animal Chatter“ wirken zudem zwar chillig, gleichzeitig aber auch belanglos und zeugen nicht gerade von Einfallsreichtum. Ein plötzlich einsetzendes wirres Durcheinander bildet einen Kontrast zur vorherigen Struktur aus Wiederholungen, angenehm zu hören ist dieser Part jedoch nicht. Schließlich setzt eine Art Easy-Listening-Phase ein, die selbst mit der schlechtesten Warteschleifenmusik nicht so recht mithalten kann.

Immer wieder arbeitet Summers mit Loops, die jedoch schnell zäh und uninspiriert wirken. In den Hintergrund rutscht dadurch das Können des Musikers am Saiteninstrument, das hier teilweise fast schon zur Nebenrolle verkommt.

Die absichtlich knarzenden Sounds in „Vortex Street“ betonen die fusion-jazzige Ausrichtung von Summers‘ Album „Metal Dog“, auch sind des Öfteren Pink Floyd Anleihen entfernt hör- bzw. erahnbar, der Sound und die nicht immer harmonisch integriert wirkenden Beigaben verhindern jedoch regelmäßig ein Ein- und Abtauchen in die Musik von Andy Summers auf „Metal Dog“. Schade, lädt ein „dreamy“ Instrumentalalbum doch normalerweise geradezu dazu ein.

Andy Summers (Copyright: Andy Summers)

Andy Summers (Copyright: Andy Summers)

Zusammengenommen motiviert dies alles nicht dazu, dem Silberling einen weiteren Durchgang zu gönnen.
„Metal Dog“ bleibt für die Mehrheit der Hörer somit ein einmaliges akustisches Erlebnis. Hat man jenes verpasst, ist das allerdings auch nicht allzu schlimm. Ein Vorteil wäre es gewesen, wenn sich Andy Summers einzig auf sein Gitarrenspiel konzentriert hätte; ohne viel Zugaben, die mehr als störend denn als bereichernd wahrgenommen werden. So bleibt ein Album, das nur bei Genre-Fans mit Vorliebe für experimentelle Züge auf Anklang stoßen wird. Wer sich in der Diskografie Andy Summers jedoch etwas auskennt, wird dort besseres Material, als es „Metal Dog“ liefert, finden.

Tracklist

01 Metal Dog
02 Animal Chatter
03 Ishango Bone
04 Vortex Street
05 Bitter Honey
06 Qualia
07 How Long is Now?
08 Harmonograph
09 Oceans of Enceladus
10 Mare Imbrium

Details

Andy Summers – Homepage
Andy Summers – Facebook
Andy Summers – Twitter

Label: Andy Summers Music / Cargo / Soulfood
Vö-Termin: 18.12.2015
Spielzeit: 52:07

Copyright Cover: Andy Summers Music



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde