Review

Kennt jemand Anasarca? Nein? Okay, ich hatte auch schon Angst, dass ich eine Perle des deutschen Death Metal verpasst habe. Den Anschein macht es jedenfalls, denn die Biografie der Jungs reicht bis 1995 zurück.
Diverse Line-up-Wechsel hielten die Band jedoch nicht davon ab, immer wieder ein Album oder ein Demo aufzunehmen. Ab 2004 wurde es allerdings still um Anasarca. 2015 melden sie sich endlich zurück und veröffentlichen ein 4-Track-Demo, das auf den Namen „Survival Mode“ hört.
Über die Länge eines Demos kann man sich streiten, ab und an bietet es aber genau das richtige Maß. Ob dies auch bei Anasarca der Fall ist, finden wir hier heraus.

Beginnen wir mit „The Cave“. Geschrei und Regentropfen-Sounds regieren dieses Intro. Es handelt sich um ein klassisches und böses Intro, das wir so schon zu oft gehört haben, aber gut, es nur ein Intro.

„Survival Mode“ ist da schon eher was. Bester Death Metal. Die Aufnahme hat einen sehr angenehmen Demo-Charakter und eins kann man jetzt schon festhalten: Die Jungs spielen in der oberen Liga mit. Als Beispiel: Ein Abend mit Hate Eternal, Aeon und Anasarca wäre ideal.

Insgesamt werden auf „Survival Mode“ catchy Riffs mit Schweden Death-Charakter geboten, unterlegt mit fiesen Growls und ordentlicher Blastpower. Hier stimmt das Gesamtpaket.
Der Song „571“ kann sogar noch mehr rausholen, denn der eine oder andere Groovepart verirrt sich in den Track und sammelt in Verbindung mit den kurzen und ruhigen Passagen Pluspunkte.

In die gleiche Kerbe schlägt „The Donner Party“. Ich fühle mich etwas an Slayer erinnert. Immer wieder gibt es kleine Prog-Exkurse, die den Song noch spannender machen. Und hört euch den Groovepart nach dem Mittelteil an – einfach grandios! Da kann man gleich noch mal ein Lob an den Drummer aussprechen, der das Tempo stets hoch und die Qualität tight hält. Man bedenke, dass wir hier von Jungs aus dem eigenen Lande sprechen; solch straighte Performance hört man nicht oft.

Anasarca (Copyright: Anasarca)

Anasarca (Copyright: Anasarca)

Kommen wir zum letzten Song. „Blue John“ kommt als Rausschmeißer daher. Langsam und gediegen startet er und verhält sich wie ein Sturm, der sich langsam aufbaut. Anasarca können nicht an sich halten und fahren im sechsten Gang Vollgas auf der Autobahn. Man kommt nicht darum herum, immer an amerikanische Bands zu denken. Gerade „Blue John“ erinnert sehr stark an dortige bekannte Größen. Dennoch handelt es sich aber nicht um einen billigen Abklatsch. Die Band hat ihren eigenen Sound und Touch. Leider muss man sagen, dass nach 2-3 Durchläufen die Luft raus sein wird.

Fazit: Anasarca machen vieles richtig. Death Metal im amerikanischen Stil ist die Marschrichtung. Dazu gesellt sich der eine oder andere Groove. Die Verbindungen sind gut gelöst, wodurch ein recht flüssiger Ablauf entsteht. Definitiv eine Band, in die jeder Death Metal Fan reinhören sollte. Von solchen Bands brauchen wir mehr!

Video

Trackliste

01 The Cave
02 Survival Mode
03 571
04 The Donner Party
05 Blue John

Details

Anasarca – Homepage
Anasarca – Facebook

Label: Repulse Records
Vö-Termin: 15.05.2015
Spielzeit: 16:39

Copyright Cover: Repulse Records



Über den Autor

Marcus