Review

Die Meister des Metal Amon Amarth haben am 03.05.2019 ihr elftes Studioalbum mit dem Titel „Berserker“ auf den Markt gebracht.

Bereits der Name des Albums und dessen Artwork lassen brutale, kompromisslose Songs vermuten. Den Hörer erwartet dann Amon Amarth 2.0. Denn trotz etlicher Alben und Auftritte auf der ganzen Welt hat sich die Band stets weiterentwickelt und ist trotzdem ihren Wurzeln treu geblieben.

Ihre Herkunft bietet immer wieder Stoff für neue Songs. Und so werden in den Tracks nordische Mythen und Sagen verarbeitet.

Die Songs

Auf dem aktuellen Werk finden sich zwölf Metal-Hymnen, die ganz typisch für Amon Amarth sind und doch mit frischem Sound aufwarten.

Der Opener „Fafner’s Gold“ liefert den perfekten Einstieg in die Welt der Wikinger. Zu Beginn hört man eine akustische Gitarre, die zunächst einen ruhigen Song vermuten lässt. Nach einigen Sekunden wird man jedoch eines Besseren belehrt, denn dann kommt die volle Metal-Breitseite inklusive eines gewissen kämpferischen Aspekts.

Eine weitere Sage wird im Song „The Bersekrer at Stamford Bridge“ verarbeitet. Auch hier ist ein Kampf der Inhalt des Textes. Die Gitarre spielt alleine die Einleitung und wirkt wie der einsame Krieger, der auf besungener Brücke steht. Vom Tempo her ist der Song relativ langsam und gemächlich.

Als weiteren kriegerischen Song könnte man „Shield Wall“ sehen. Das Intro scheint sehr ausladend und man wartet darauf, dass der Song beginnt. Der Track wirkt mit dem sich wiederholenden Text wie eine Art Mantra; man könnte dies auch als Schlachtruf deuten.

Etwas menschlicher geht es bei „Wings of Eagles“ zu. Hier kommt das Growlen von Frontmann Johan Hegg gut zur Geltung. Zwischendurch wird die Lautstärke der Instrumente extrem zurückgedreht, um dann kurz darauf wieder in voller Lautstärke den Hörer wegzupusten.

Eine gewisse menschliche Dramatik bietet auch der Track „Into the Dark“, welcher im Vorspiel mit Piano und Streichern aufwartet. Der Song lebt von den integrierten Tempowechseln und das Growlen lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

Drei Songs nehmen sich der nordischen Götterwelt an. So wird der Hammer von Thor im Song „Mjolner, Hammer of Thor“ besungen. Zu Beginn sind entsprechend Hammerschläge zu hören, zu denen sich dann die E-Gitarren dazugesellen. Die Melodie ist sehr eingängig und man fängt unweigerlich an, mit dem Fuß zu wippen.
Die nordische Kriegerin „Valkyria“ bekommt ebenfalls einen Song gewidmet. Hier wirken die Gitarrenriffs etwas behäbig. Auffällig ist der Drum-Sound, welcher sehr ausladend wirkt.
Bei „Skoll and Hati“ handelt es sich um die beiden Wölfe, welche den Mond und die Sonne jagen. Das extrem schnelle Tempo klingt dann auch stark nach einer Verfolgungsjagd. E-Gitarre und Drums versuchen sich an Schnelligkeit zu überbieten.

Amon Amarth (Copyright: Jonathan Weiner, jweinerphotography.com)

Fast schon langweilig kommt dagegen „Crack the Sky“ daher. Im Song passiert nichts Unerwartetes und auch die Melodieverläufe wirken etwas ermüdend. „Raven’s Flight“ ist hierzu das krasse Gegenteil. Der Track könnte sich durch die eingängige Gitarren-Spur zum Ohrwurm entwickeln. Ebenfalls ohrwurmtauglich ist „Ironside“. Gesang und Gitarre gleichen sich melodisch nahezu an und der Melodieverlauf bleibt im Kopf.

Als Abschlusssong könnte man „Whe Once Again We Can Set Our Sails“ sehen. Die Band bricht zu neuen Ufern auf. Musikalisch und gesanglich wirkt der Song etwas schwerfällig.

Fazit

Das Album bietet für jeden Hörer etwas. Die Bandbreite reicht von Dramatik über Härte bis hin zu animalischer Primitivität. Ganz nebenbei lernt man auch noch etwas über die Geschichte der Wikinger.
Mit den aktuellen Werken kann die Band bei den Fans live möglicherweise punkten. Einige Songs wirken aber so, als wären sie nur lieblos dahingespielt worden.

Video

Tracklist

01 Fafner’s Gold
02 Crack the Sky
03 Mjolner, Hammer of Thor
04 Shield Wall
05 Valkyria
06 Raven’s Flight
07 Ironside
08 The Berserker at Stamford Bridge
09 When Once Again We Can Set Our Sails
10 Skoll and Hati
11 Wings of Eagles
12 Into the Dark

Details

Amon Amarth – Homepage | Amon Amarth – Facebook | Amon Amarth – Twitter

Label: Sony Music
Vö-Termin: 03.05.2019
Spielzeit: 57:09

Copright Cover: Sony Music



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem