Review

Sludge und Stoner Rock müssen nicht immer aus den Sümpfen der Südstaaten kommen, um auch so zu klingen. Das Trio Alligator Rodeo aus Detmold hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen dreckigen Sound in Form von sieben Songs auf ihre selbstbetitelte Platte zu bringen.

Bereits beim ersten Titel „Ether“ wird klar, Alligator Rodeo haben es am liebsten simpel und auf den Punkt. Daran ist auch absolut nichts auszusetzen. Die Riffs rollen nur so über den Groove des Schlagzeugs und sind die Art von mitreißenden Melodien, die man am liebsten auf der Luftgitarre mitspielen möchte.

Weiterhin spielen auch die Einflüsse aus Southern Rock/Metal eine große Rolle; nicht nur zu hören an den knallenden Rhythmen oder der allgemein walzenden Art des Sounds, sondern auch am Gesang. Die tiefe, vom scheinbar selbstgebrannten Whiskey rau erscheinende Stimme rundet die ganze Sache auf angenehme Weise ab. Ob nun im klaren Bereich oder als Geschrei, stets ist sie ein treuer Begleiter, obwohl noch ein wenig mehr Potenzial zu erahnen ist, gerade was eine individuelle Stimmfarbe angeht.

„Alligator Rodeo“ zu hören, macht einfach Spaß. Sogar mehrere Male. Von den anfänglichen Knaller-Tracks bis hin zum verwegenen „Voodoo Lady“. Hier hätten sich die Jungs zwar vielleicht mehr Ruhe gönnen können, aber die Schwere des Titels macht einiges wieder wett. Dafür gibt es im Anschluss gleich das Pendant „Voodoo Doll“, ein Song, der ausschließlich auf sehr groovige, aber schleppende Riffs setzt.

Alligator Rodeo (Copyright: Alligator Rodeo)

Alligator Rodeo (Copyright: Alligator Rodeo)

Allerdings erfüllt nicht jeder Song auf der Platte die Erwartungen, die man zu Beginn hatte. Es gibt ein paar Passagen, in denen sich die Band stilistisch oft wiederholt und dann auch gerne mal in Monotonie abdriftet. Oftmals fällt dies aber nicht auf, da sich die Songs wie aus einem Guss anhören und die Strukturen und Ansätze gut ineinandergreifen. Wenn man nicht allzu sehr auf die Feinheiten achtet, kann man die Platte auch ohne auftretende kritikwürdige Kleinigkeiten genießen. Immerhin gibt es zum Ausgleich genug Elemente, die die musikalische Spannung auf „Alligator Rodeo“ regelmäßig hochhalten.

Definitiv ein Debüt, hinter dem ein Konzept steckt, welches ziemlich überzeugend transportiert wird und vor allem auch in den Ohren sämtlicher Zuhörer hängenbleiben wird.

Video

Trackliste

01 Ether
02 Heritage
03 Iso
04 Time
05 Pitiful Men
06 Voodoo Lady
07 Voodoo Doll

Details

Alligator Rodeo – Facebook

Label: Deafground Records
Vö-Termin: 28.10.2016
Spielzeit: 32:31

Copyright Cover: Deafground Records



Über den Autor

Christopher