Review

2015 erleben wir die nächste Supergruppe aus dem Death Metal Sektor. Alkaloid hat sich aus bekannten Gesichtern geformt. Darunter sind schon mal 60% von den deutschen Tech Deathern Obsucra. Danny Tunker von Aborted gesellt sich dazu, sowie Morean von Dark Fortress. Die Combo stimmt und die Attitüde der Band auch.

Obwohl sich alle im Death Metal heimisch fühlen, gehen noch ganz andere Sachen auf ihrem Longplayer „The Malkuth Grimoire“ ab. Das Potenzial ist da, denn wir haben es mit erstklassigen Musikern zu tun, die ihren Stand über die Jahre gefestigt haben. Die Erwartungen sind immens, werden sie diesen auch gerecht?

Zuallererst interessiert doch, welchen Stil verfolgen die Mannen denn nun? Im Grunde bleiben wir im Death Metal bzw. im Extreme Death Metal. Hinzu kommt der bekannte Obscura Prog/Tech Metal. Dagegen kann man einfach nichts sagen. Obscura haben einen Stil geprägt, den man sofort wiedererkennt. Und das passiert bei Alkaloid einfach immediately. Ob es der Sound ist, der gewohnt trocken daher kommt, dafür aber klar und sehr definiert, oder ob es um die charakteristischen Groove Parts geht. Obscura ist all over the place. Ist das jetzt schlecht? Kein Stück, denn zu diesem Gerüst gesellen sich tonnenweise andere Einflüsse wie jene aus dem Black Metal Sektor oder aber die geballte Epicness der extremen Aborted Brecher.

Immer wieder fällt der Basssound von Linus Klausenitzer auf. Dank Fretless knurrt sich der angezerrte 6-Saiter interessant durch das extreme Gewand und kitzelt das gewisse Etwas aus den Songs und dem Gesamtsound.

Der besagte Mix aus Hannes Grossmanns Studio ist ohnehin sehr gut geworden. Eben klar und definiert, wenn auch etwas seicht, doch die extreme Komponente findet noch genug Platz zum Walzen. Das muss aber auch so sein, denn Alkaloid spielen sehr viel herum. Heißt, dass nicht nur verzerrte Gitarren wüten, sondern hier und da auch eine Akustikklampfe ihren Einsatz findet.

Der oft mehrstimmige Gesang darf auch nicht untergehen. Aus diesen Elementen kristallisiert sich auch der Drang zu anderen musikalischen Lagern. So kann man ohne schlechtes Gewissen meinen, dass sie Melodic Death Metal mit Folklore Mixen oder auch mal ein bisschen Rock mischen.

Alkaloid (Copyright: Alkaloid)

Alkaloid (Copyright: Alkaloid)

Kurzum: Die Platte ist sehr abwechslungsreich und voll mit Spielzeit. Für über eine Stunde nehmen uns Alkaloid mit auf eine Tour der Moderne. Frische Einflüsse treffen auf Altbekanntes. Bis hierhin ist alles gut und wir sprechen hier von einer erstklassigen Konstellation, das einzige, was man nach mehrmaligem Durchlauf als störend erachten könnte, wäre die Tatsache der Spielzeit. Die ist so unfassbar lang, dass ein Durchlauf bereits alles abverlangt. Natürlich gibt es auch kurze Stücke wie „Alter Magnitudes“, das perfekt an Obscure Gefilde erinnert, aber Monster wie „Carboon Phrases“ oder „From A Hadron Machinist“ sind wirklich massive Werke, die einfach deutlich mehr Zeit beanspruchen. Hier wird der eine oder andere seine Probleme kriegen.

Fazit: Alkaloid bringen mit „The Malkuth Grimoire“ ein Monster auf den Markt, welches seinesgleichen sucht. Uns erwartet eine Achterbahnfahrt aus Death Metal, Prog und Tech Metal, sowie viele andere Einflüsse aus dem Metal und Rock Bereich. Die Größen dieser Band haben sich wirklich Gedanken gemacht und präsentieren einen modernen Mix. Der Sound bleibt trocken, aber passend zum Stil und die Grooves ziehen mit. Einzig die Songlängen bzw. die gesamte Länge der Platte ist für den einen oder anderen eher ein Hindernis.
Fans der genannten Bands müssen zugreifen. Nicht, dass nach dieser Veröffentlichung nichts mehr kommt. Es wäre schade um die Talente und schade für die Fans.

Video

Trackliste

01 Carbon Phrases
02 From a Hadron Machinist
03 Cthulhu
04 Alter Magnitudes
05 Orgonism
06 Dyson Sphere – I. Mining The Oorth Cloud
07 Dyson Sphere – II. Assembly
08 Dyson Sphere – III. Kardashev 2.1 The God Oven
09 Dyson Sphere – IV. Sol Omega
10 The Malkuth Grimoire
11 C-Value Enigma
12 Funeral For a Continent

Details

Alkaloid – Homepage
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Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 17.03.2015
Spielzeit: 01:13:01

Copright Cover: Alkaloid



Über den Autor

Marcus
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