Review

Bombastisch und mit einer Breitseite aufs Trommelfell eröffnet „Walk the Plank“ die Scheibe „Sunset on the Golden Age“ von Alestorm.
Der Refrain kommt druckvoll und ist derart eingängig, dass man ihn sofort inbrünstig mitgrölen kann. Die zweite Hälfte wird von einem epischen Instrumentalteil durchbrochen, der hervorragend in das Geschehen eingebettet wurde.
Eine wahrlich imposante Eröffnung.

„Drink“, der nun folgende Track, ist eine typische Partyhymne, die sämtliche für diesen Alestorm-typischen Stil notwendigen Elemente beinhaltet.
Auch mit alkoholbedingter Schlagseite ist der Song noch gut tanz- bzw. hüpfbar, während der Refrain simpel gehalten ist und von großen Gruppen gebrüllt werden will. Zudem bekommt man die Melodie nicht so schnell aus dem Kopf.
Allerdings ist „Drink“ keinesfalls stumpf, sondern weiß insbesondere durch die Melodie zu überzeugen, die auch nach dem drölften Mal Hören noch eine Menge Spaß macht.

„Magnetic North“ ist insgesamt zunächst eher unspektakulär und tröpfelt ein wenig vor sich hin. Sehr interessant hingegen ist ein äußerst mutig integrierter Moment, der nach reinem Death Metal klingt und fast gänzlich ohne Melodien auskommt. Dafür wird übelst gegrunzt, was das Zwerchfell hergibt. Dies ist insofern spannend und funktioniert gut beim Hörer, weil es absolut unerwartet kommt. Eine geniale Idee.

Alestorm (Copyright: Alestorm)

Alestorm (Copyright: Alestorm)

„Surf Squid Warfare“ ist eine ziemlich schnelle Nummer, bei der vor allem der Drummer mächtig ins Schwitzen kommt. Die Grundstruktur des Titels ist kantig, was ihn außergewöhnlich klingen lässt. Ständig kommen neue Elemente hinzu, andere fallen weg. Dadurch wird „Surf Squid Warfare“ zu keinem Zeitpunkt langweilig. Ganz im Gegenteil wird der Titel immer spannender, je öfter man ihn hört, da es ständig neue Facetten zu entdecken gibt.

Alestorm versuchen sich auf „Sunset in the Golden Age“ auch an einem Cover. Selbstverständlich bietet sich „Hangover“ schon aufgrund des Titels für diese Platte an, auf der der Alkoholkonsum eine zentrale Rolle spielt. Die Interpretation dieses im Original von Taio Cruz stammenden Songs ist mehr als gelungen und macht auch im typischen Alestorm-Stil eine Menge Spaß.

Ein überlanges Stück bildet den Abschluss dieses Albums. Dabei handelt es sich um den Titelsong „Sunset on the Golden Age“, in dem Alestorm eindrucksvoll beweisen, dass sie auch hochkomplexe, sich ständig weiterentwickelnde Songs schreiben können. Ein gelungener Abschluss für diesen Rundling.

Mit „Sunset on the Golden Age“ haben Alestorm eine Veröffentlichung am Start, die vor allem durch Vielseitigkeit überzeugt, denn obwohl alle Songs absolut nach Alestorm klingen, gibt es immer wieder musikalische Überraschungen, die zudem dafür sorgen, dass dieses Album so schnell nicht langweilig wird. Daher ist „Sunset on the Golden Age“ definitiv ein Highlight!

Video

Tracklist

01 Walk the Plank
02 Drink
03 Magnetic North
04 1741 (The Battle of Cartagena)
05 Mead from Hell
06 Surf Squid Warfare
07 Quest for Ships
08 Wooden Leg!
09 Hangover
10 Sunset on the Golden Age

Details

Alestorm – Homepage
Alestorm – Facebook

Label: Napalm Records
Vö-Termin: 01.08.2014
Spielzeit: 49:00

Copyright Cover: Napalm Records



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.