Review

Wer die dunkle Jahreszeit vermisst, kann sie mit Alaric und ihrem Werk „End Of Mirrors“ definitiv zurückholen. Die Jungs praktizieren hier in ihren düsteren Ritualen eine Kombination aus schmutzigem Punk, Doom und leichten Black-Einschnitten. Es ist vor allem die Schwere der Platte, die den Sound von Alaric ausmacht.

Dennoch darf man hier keineswegs ein hyperaktives Energiebündel erwarten. Die Band steht für Downtempo. Es gibt nur wenige Momente, in denen mal klassische Punk-Elemente aufkommen. Für den Rest schleppt man sich von Riff zu Riff, über pochende Drums und beschwörenden Gesang hinweg.

All das bekommt man auch sofort mit dem ersten Song „Demon“ geboten. Während dieser das Album ziemlich unspektakulär einleitet, legt darauf folgender Titel „Wreckage“ direkt mit einem griffigen Riff los. Die Atmosphäre kommt hier gut zum Tragen und es ergibt sich ein ausgeglichenes Spiel aus allen Instrumenten; nicht zu viel, aber gerade genug, um den gewissen Doom-Effekt zu erzielen.

Aber obwohl sich die Maschine „End Of Mirrors“ oft Zeit lässt, gibt es dennoch ein paar Momente, in denen Alaric den Punk raushängen lassen – u.a durch Rhythmen oder dynamische Riffs, die nach vorne gehen. Dies hört man beispielsweise im bereits erwähnten „Wreckage“, aber auch der Titeltrack bringt ausschließlich harte Powerchords und wirklich schmutzigen Hardcore-Punk mit sich. Von dem hätte es übrigens ruhig mehr geben können, denn oft hat man das Gefühl, dass Alaric kurz davor sind, die Grenzen ihres sehr eingängigen Sounds durch solche Elemente zu sprengen. Es gibt sie zwar, aber zum Großteil bleibt man beim eigenen Pathos und verbreitet weiter ein zwielichtiges, drückendes Gefühl beim Songwriting.

Alaric (Copyright: Raul Varela)

Alaric (Copyright: Raul Varela)

Gesanglich passt man sich ebenjenem an, wobei man sagen muss, dass sich der kernige Gesang überwiegend vom Rest abhebt. Natürlich soll dieser zum Kontext der Musik passen, was er auch tut, aber oft scheint die Stimme in den Hintergrund zu rücken und es werden die Lyrics scheinbar nur noch gehaucht. Dennoch gibt es gelegentliche Variationen in der Verwendung des Organs, wenn sie benötigt werden.

Alaric arbeiten mit allerlei Mitteln, um „End Of Mirrors“ neben all der Walzenstärke nicht monoton klingen zu lassen. Dies gelingt ihnen durch catchige Riffs, zugängliche Melodien und grooviges Schlagzeug. Zuweilen funktioniert auch die Verbindung aus düsterem Rock und rotzigem Punk sehr gut.

Die Band kommt auf jeden Fall aus sich heraus und schließt sich nicht mit dem eigenen Stil in den einzelnen Songs ein. Dafür gibt es viele experimentelle Ansätze, den Sound frisch zu halten.
Ein bedrohliches Werk, das aber dennoch durch Kreativität zu überzeugen weiß.

Trackliste

01 Demon
02 Wreckage
03 Mirror
04 Adore
05 Shrinking World
06 End Of Mirrors
07 Angel

Details

Alaric – Facebook

Label: Neurot Recordings / Cargo
Vö-Termin: 06.05.2016
Spielzeit: 39:47

Copyright Cover: Neurot Recordings



Über den Autor

Christopher