Review

Hier riecht es nach Keller! Aion kommen aus der Schweiz und haben sich dem okkulten Black Metal verschrieben. Über Avantgarde Music re-releasen sie ihr Werk „Verses of Perdition“. Es wird düster und ziemlich fies.

Die Songtitel sind auf der CD relativ einfach gehalten. I, II, III, IV, V sieht nach einem Code aus, sind aber die Namen der Tracks. Daraus kann man schon mal nicht ableiten, worum es eigentlich geht.

„I“ startet als noisiges und düsteres Intro. Wo manche Bands sich vielleicht 30 Sekunden Zeit geben, da holen Aion die Introkeule raus. Über fünf Minuten penetrieren die leisen und zerberstenden Töne den Schädel. Dabei kommt schon gut Stimmung auf und die Lust auf mehr ist geweckt. Doch ein so langes Intro kann man auch nur bei dieser Musikrichtung durchgehen lassen.

Die Gitarrenklänge auf „Verses of Perdition“ sind ordentlich, was man vom Schlagzeug nicht sagen kann. Der Sound ist dermaßen unausgewogen, dass es im Ohr schmerzt. Mal freut man sich, wenn man die Bass heraushört, mal könnte man sich die Kopfhörer entreißen, wenn die Snare nach floppendem Popcorn klingt. Wie kann man 2015 so etwas veröffentlichen?
Song „II“ kann zwar durch Atmosphäre vieles wettmachen, aber der Sound bleibt unterirdisch.

Dafür geht Ishk voll in dieser Musik auf. Er kommt mit genug Kraft in der Stimme um die Ecke und versteht es, die Hörer in seinen Bann zu ziehen. Ein großes Plus dafür.

Die Ansätze sind in allen Songs ziemlich gut und gehen unter die Haut, nur die Ausführung kränkelt stark. Song „IV“ zum Beispiel weist einen grandiosen Songstart vor, verreckt dann jedoch am miesen Sound – und das zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk. Hätte man hier am Gesamtsound noch mal gewerkelt, dann hätte sich deutlich mehr rausholen lassen können.

So klingt Song „V“ schon fast modern und könnte in der oberen Liga mitspielen. Viel Disharmonie gekoppelt mit fiesem Gesang Marke „widerlich, aber geil“. Doch ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein, leider.

Fazit: Aion können mit „Verses of Perdition“ leider so gar nicht überzeugen. Ihr okkulter Black Metal ist an sich sehr stimmungsvoll und interessant, aber leider steht und fällt das Ganze mit dem Gesamtsound, der einfach keinen Spaß macht. Damit ist das Album nur etwas für eingefleischte Fans, die auf diesen Sound aus der Höhle stehen.

Video

Trackliste

01 I
02 II
03 III
04 IV
05 V

Details

Aion – Facebook

Label: Goathorned – Productions / Avantgarde Music
Vö-Termin: 01.05.2015
Spielzeit: 36:06

Copyright Cover: Goathorned – Productions



Über den Autor

Marcus
Marcus