Review

Aexylium sind Sänger Steven Merani, die Gitarristen Fabio Buzzago und Andrea Prencisvalle, Bassist Gabriele Cacocciola, Drummer Matteo Morisi, Keyboarder und Akkordeon-Spieler Stefano Colombo, Violinist Federico Bonoldi sowie Flöten-, Bouzouki- und Mandoline-Spieler Leandro Pessina.

Mit ihrem neuen Album „The Fifth Season“, das zweite Full-Length-Album der aus Italien stammenden und 2014 gegründeten Band, hat man sich größtenteils der nordischen Mythologie verschrieben. Darüber hinaus beschäftigen sich die elf Songs inhaltlich mit einer Welt, in der sämtliche Ressourcen aufgebraucht sind.

Für das Werk konnte die Symphonic Folk Metal Band außerdem zwei GastsängerInnen (Arianna Bellinaso, Samuele Faulisi) und einen Chor (Coro Facoltà di Musicologia Vocal Ensemble) gewinnen.

Die Tracks

Düstere und unheilvolle Klänge, welche u.a. durch Streicher und choralen Gesang erzeugt werden, erheben sich beim Opener „The Bridge“. Dies hat schon fast etwas Episches. Anschließend gibt es die volle Dröhnung Gitarrenriffs, gepaart mit dem unerbittlichen Schlagen der Drums. Flöten und Streicher fließen im Intro ebenfalls mit ein. Dadurch servieren Aexylium neben ihren harten Metal-Parts auch liebliche Folk-Passagen. Die grollende, tiefe Stimme von Frontmann Steven schneidet durch den Sound. Man muss aber schon sehr genau hinhören, um den Text zu verstehen.

Ganz anders „Mountains“, das mit einem Klavierintro eröffnet wird, welches sich zusammen mit der Flöte perfekt in die restliche Instrumentierung einfügt. Überraschend ist hier eine Frauenstimme (der weibliche Gesangspart wurde von Arianna Bellinaso übernommen) zu hören, die sich mit der fast schon growlenden Männerstimme abwechselt. Ein gesangliches Wechselspiel aus Licht und Dunkelheit.

„Immortal Blood“ verpasst man ein fettes Intro, bei dem die Gitarre im Vordergrund steht. Die Streicher laufen dieser aber im weiteren Verlauf den Rang ab. Besagte Streicher ziehen sich durch den gesamten Song und geben dem Ganzen einen sanften Touch, obwohl der Song vor Härte nur so strotzt.

„Battle of Tettenhall“ handelt von der berühmten Schlacht zwischen Wikingern und Engländern im Jahr 910. Und so kann man im Intro das Geklapper von Pferdehufen und klingende Schwerter hören. Ein epischer Sound mit Bläsern und Streichern ertönt. Neben den Growls von Steven ist eine zweite Männerstimme (von Samuele Faulisi übernommen) zu hören, die für den Klargesang verantwortlich ist und die Geschichte voller Inbrunst darbringt.

„Skål“ muss wohl offensichtlich ein Trinklied sein. Beim Intro fühlt man sich musikalisch jedenfalls in eine mittelalterliche Taverne versetzt. Mehrstimmiger Gesang präsentiert voller Freude den Text, während sich ab der zweiten Minute E-Gitarre und Drums in den bisherigen mittelalterlichen Sound einschleichen. Eine Art Shanty, das sehr eingängig ausfällt.

Ein irischer Volkstanz ist hingegen „An Damhsa Mór“. Das kurze Stück ist rein instrumental gehalten und wurde nur mit den klassischen Folk-Instrumenten eingespielt. Es darf also getanzt werden.

Harte Gitarrenriffs leiten den Song „Yggdrasil“ ein. Es kommen Streicher und der Chor hinzu, was einen epischen Sound erzeugt. Die Growls werden von harten Gitarrenriffs und Flöten untermalt. Eine recht interessante Kombination. Leider ist der Text erneut kaum zu verstehen.

Heiterer geht es mit „Vinland“ weiter. Vinland ist der Name, den der aus Island stammende Leif Eriksson einem Teil Nordamerikas um das Jahr 1000 gab. Es ist wieder der sehr euphorische Klargesang zu hören, der voller Tatendrang die Geschichte erzählt. Man bekommt direkt gute Laune. Ungefähr in der Hälfe des Songs gibt es einen ruhigen Part mit Akkordeon, der jedoch recht kurz gehalten ist.

Aexylium (Copyright: Aexylium)

Der folgende Titeltrack „The Fifth Season“ bekommt ein amtliches Rock-Intro verpasst, während in den Strophen auch Flöten zu hören sind. Diese gehen im Refrain jedoch unter. Zweimal in diesem Song gibt es ein Duett zwischen Steven und Arianna. Der Verlauf des Titels ist zudem von ausgiebigen Instrumentalparts geprägt.

Eine Hommage an die Wikinger und die nordische Mythologie mag dann wohl „Spirit of the North“ sein. Ein sehnsuchtsvolles Geigenintro schneidet durch die Stille. Weitere Streich- und Zupfinstrumente kommen hinzu. Und so wird die Instrumentierung nach und nach durch Flöte, E-Gitarre und Drums ergänzt. Die klare Gesangsstimme führt durch den Song und leitet schließlich den mehrstimmigen Gesang an. Der Song wirkt sehr fröhlich und dennoch (durch die Instrumentierung) recht komplex, da sich die instrumentalen Parts sowohl durch Instrumentierung als auch Melodie und Tempo unterscheiden.

Zum Schluss gibt es „On the Cliff’s Edge“. Beginnend und endend mit Meeresrauschen entlässt die Band ihre HörerInnen mit einem fröhlichen, rein instrumentalen Track.

Fazit

Da der tiefe, growlende Gesang sicherlich das Markenzeichen von Frontmann Steven ist, kann dieser kaum kritisiert werden. Leider leiden die Texte doch stellenweise sehr darunter, da man so kaum den Inhalt versteht. Einzig bei „Skål“ und „Spirit of the North“ sind die Text gut zu vernehmen und laden sogar zum Mitsingen ein.
Musikalisch wurde die Scheibe allerdings gut umgesetzt, sodass Folk und Metal hier perfekt miteinander harmonieren.


The Fifth Season

Video

Tracklist

01 The Bridge
02 Mountains
03 Immortal Blood
04 Battle of Tettenhall
05 Skål
06 An Damhsa Mór
07 Yggdrasil
08 Vinland
09 The Fifth Season
10 Spirit of the North
11 On the Cliff’s Edge

Details

Aexylium – Homepage | Aexylium – Facebook

Label: Rockshots Records
Vö-Termin: 29.10.2021
Spielzeit: 51:10

Copyright Cover: Rockshots Records



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem