Review

Aenimus sind noch kleine Lichter in der Metalszene. Dabei ist die Bay Area Truppe seit 2011 unterwegs und ging 2013 mit ihrer ersten Scheibe „Transcend Reality“ an den Start. Über die Jahre tourte man gemeinsam mit Bands wie Rings of Saturn oder I Declare War. Und nun, nach einigen Line-up Wechseln, soll ihr Licht mit dem zweiten Album „Dreamcatcher“ heller leuchten.

Schaffen möchte man dies mit einem facettenreichen Technical Death Metal.

Die Songs

Das Erste, was beim Hören der Tracks in den Sinn kommt, ist die Band Wings of Plague. Denn Aenimus nutzen häufig deren mythisch angehauchten Black Metal Sounds, während Frontmann Alex Green deutliche Ähnlichkeiten zu Wings of Plague-Sänger Jonathan „Johnny Plague“ Cooke aufweist.

Insbesondere der sehr präsente Deathcore-Anteil weckt diese Assoziation und war von Aenimus so nicht zu erwarten. Was die Truppe selbst dann eher ausmacht, sind Atmosphäre und ein cleaner Sound. Das Beste aus diesen beiden Welten bringt beispielsweise der Song „Eternal“ mit.

In „The Ritual“ wird es wiederum etwas slammiger und deutlich schneller. So hätte man sich die Jungs auch eher vorgestellt. Entsprechend blühen sie hier auf und klingen, als wären sie in ihrem Element.
Cody Pulliam überzeugt an den Drums mit blitzschnellen Blastbeats im The Faceless-Stil und durch sehr emotionale und intensive Zwischenspiele auf ganzer Linie. Der Saitenfraktion gelingt indes der Spagat zwischen weniger schnellen Tech Death Riffs und brachialen Breakdowns – und das auf einem wahnsinnig guten Niveau.

Ebenso unerwartet wie die Core-lastigkeit der Band kommt auch der Groove in den Tracks. Besonders kalt erwischt es die Hörer diesbezüglich in den Songs „My Becoming“ oder „Second Sight“.

Aenimus (Copyright: Aenimus)

Das alles klingt ziemlich solide, aber halt auch nicht nach viel mehr.

Kritik

Wo sind die Sweeps oder crazy technial Riffs? Leider hört man diese eher wenig und bekommt stattdessen solide, moderne Standardkost. Diese kann man sich zwar ohne Widerworte geben, man verpasst aber auch nichts, wenn man es versäumt. Denn insgesamt fehlt es hier an einprägsamen oder ikonischen Parts, die die Truppe ausmachen würden.

Fazit

Ernüchterung macht sich breit. Das Cover und die Präsentation von „Dreamcatcher“ haben deutlich mehr erwarten lassen. Somit gibt es für das Album keine klare Kauf- bzw. Hörempfehlung; vielleicht beim nächsten Mal.

Video

Tracklist

01 Before the Eons
02 Eternal
03 The Ritual
04  My Becoming
05  The Dark Triad
06 Between Iron and Silver
07 The Overlook
08 Caretaker
09 Second Sight
10 Day Zero
11 Dreamcatcher

Details

Aenimus – Homepage
Aenimus – Facebook

Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 22.02.2019
Spielzeit: 54:09

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Marcus
Marcus