Review

Seit „Global Flatline“ geht es bei den Jungs von Aborted Schlag auf Schlag. Album hier, EP da und nebenher noch die gesamte Welt betouren. Mit „Termination Redux“ kommt auch schon die nächste EP belgischen Death Metals.
Haben wir langsam genug oder schaffen es Aborted, ihren Hörern mal wieder das Gesicht zu zermalmen?

Dass die Jungs bei so einer kurzen Spielzeit natürlich Vollgas geben, dürfte niemanden wundern. Dafür sind sie nach wie vor bekannt. Ken Bedene an den Drums sieht beim Spielen aus, als wäre es 15:00 Uhr und er müsste jetzt seinen Tee in aller Ruhe trinken. Dabei reißt er aber ein Gewitter ab. Ob live oder auf Platte, er überzeugt mit seinem kompromisslosen Death Metal Drumming auf ganzer Linie.

„Termination Redux“ beginnt jedoch nicht mit einem Gewitter, sondern mit einem beliebten Grusel-Sampel, das voll in die Kerbe von Aborted schlägt. Sie alle sind Horror-/Gore-Fans und damit im Death Metal nicht alleine. Allerdings ziehen Aborted dieses Thema so konsequent durch, dass sie wahrscheinlich die einzige Band sind, bei der es nicht nervt, wenn man sie mit Blut im Gesicht sieht.

Auch musikalisch lässt „Termination Redux“ kaum Wünsche offen.
Groovig beginnt das Werk mit einem lässigen Death Metal Riff von der Stange. Das Schlagzeug ist hingegen etwas facettenreicher und macht richtig Lust. Damit ist nach 30 Sekunden jedoch schon Schluss und wir befinden uns im Aborted-„Einheitsbrei“.

Titeltrack „Termination Redux“ baut wiederum Spannung auf und lässt die Hörer im richtigen Moment fallen. Gleiches gilt für „Vestal Disfigurement Upon The Sacred Chantry“; der Song fängt ebenfalls mörderisch an. Er besitzt schnelle Skank Beats und coole Riffs, die einfach ins Ohr gehen.

Schön konzipiert ist außerdem „Bound In Acrimony“. Er ist nicht nur der kürzeste Track, sondern fließt auch richtig gut durch. Man könnte fast meinen, es ist der ruhigste Song auf „Termination Redux“, dafür aber genau so kraftvoll.

Und da wären wir auch schon bei einer weiteren Stärke der Band: Die Mannen rund um Sänger Sven De Caluwe haben richtig Kraft. Wer auf Metal steht, ist hier goldrichtig. Ihr moderner und pervers schneller Death Metal trifft bei vielen alten und neuen Hörern genau den Nerv. Dazu muss man sagen, dass die Band ja schon seit Mitte der 90er Jahre besteht.

Den Abschluss der EP bildet schließlich „The Holocaust Re-Incarnate“. Das Thema wird bei Aborted auch nie alt und der Song fasst die Platte noch einmal in über fünf Minuten gelungen zusammen. Euch erwartet ein Doublebass-Gewitter mit viel Palm Mute oder durchgezogenen Gitarrenriffs. Energiegeladen geht es hier Richtung Ende der Welt.

Sänger Sven De Caluwe röhrt sich auf „Termination Redux“ die Seele aus der Kehle. Seine Growls und Screams erkennt so ziemlich jeder Metal-Fan. Man kann sagen, was man möchte, aber die klingt eben auch immer klasse. Nicht umsonst wird er oft als Gast für szenerelevante Platten herangezogen.
Im Song „Vestal Disfigurement Upon The Sacred Chantry“ nutzt Sven auch ein paar Effekte über seiner Stimme. Ich würde sagen, es ist ein Flanger, der seine Stimme kurz 100 Meter unter den Meeresspiegel bringt. Coole Idee und ein nettes Gimmick.

Aborted (Copyright: Aborted)

Aborted (Copyright: Aborted)

Auf der EP kommt dieses Mal allerdings der Bass leider nicht so stark durch wie üblich, denn auch hier ist eigentlich ein Tier am Werk. Der 4-Saiter ist zwar heftig verzerrt, aber passt einfach super zum Aborted-Sound.

Entweder man liebt sie oder sie nerven einfach nur. In meinem Fall kann ich von den Jungs nicht genug haben. Diese Geschwindigkeit, diese Eingängigkeit und blanke Energie faszinieren nach wie vor und werden auch nicht langweilig. Natürlich hätte man sich auch schon um ein neues Album bemühen und mal etwas Neues wagen können, aber warum, wenn es nach wie vor derart funktioniert und die Jungs Bock haben?

Video

Trackliste

01 Liberate Me Ex Inferis
02 Termination Redux
03 Vestal Disfigurement Upon The Sacred Chantry
04 Bound In Acrimony
05 The Holocaust Re-Incarnate

Details

Aborted – Homepage
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Label: Century Media
Vö-Termin: 15.01.2016
Spielzeit: 15:20

Copyright Cover: Century Media



Über den Autor

Marcus
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