Review

Erneut begibt sich eine Band auf den Weg voller schwerer Riffs und diabolisch verlangsamter Rhythmen des Dooms. Mit „The Great Escape“ macht die Bremer Band A Sickness Unto Death Platz für den Nachfolger, direkt nach ihrem Debüt „Despair“.

Nichts ist bekanntlich schöner, wenn ein Album direkt mit dem ersten Track einen sauberen Einstieg gewährt. Der Titeltrack des Albums legt direkt mit groovigen Riffs und kraftvollem Gesang los. Aber das wohl Beste an dem Song ist der Break gegen Ende, mit dem A Sickness Unto Death beweisen, dass sie sich durchaus auch mal von dem Doom-Genre wegbewegen können.

Mit einer Stunde Laufzeit kommen solche kleinen Einlagen äußerst gelegen, wird man sowieso schon regelmäßig mit dem harten Drumming konfrontiert, welches den Rest der Band durch die langsamen Passagen der Platte treibt. Außerdem behalten sich A Sickness Unto Death vor, die Titel mit Samples und diversen anderen Geräuschen zu füllen.

„The Concrete Lake“ wurde an diversen Stellen mit einer klassischen Katastrophen-Sirene aufgerüstet. Das Besondere hierbei: kurz vor dem Beginn des Solos ahmt die Gitarre im Anschluss an diesen Sound den hohen Ton nach, bevor es dann mit den Licks weitergeht.

Etwas beruhigter geht es in „The Uniqueness Of Two“ zu. Zwar gibt es erneut knackige Riffs, die ins Ohr gehen, aber ein Großteil des Titels wird für einen cleanen Sound genutzt.

Wenn auf „The Great Escape“ Doom angesagt wird, dann kommt er auch und wird vollends durchgezogen. Hier wären doch ein paar abwechslungsreiche Momente mehr wünschenswert gewesen, anstatt diese einfach immer nur ans Ende zu setzen. So stagnieren die Strukturen immer wieder in einem gleichen repetitiven Charakter. Dies fällt besonders deshalb so schwer ins Gewicht, da man weiß, dass die Band es auch anders kann.

Ein weiterer Faktor des Erfolgs ist der Gesang. Am Ende von „Purgatory“ darf man zwar noch die unmenschlichen Teile der Stimme bewundern, der Fokus liegt aber deutlich auf den klaren Vocals. Und gerade bei einem so düsteren Thema lässt ein knackiges und rockiges sowie leicht an Viking oder Power Metal erinnerndes Organ alles doch gleich viel prägnanter klingen.

A Sickness Unto Death (Copyright Oleg Rosental)

A Sickness Unto Death (Copyright Oleg Rosental)

A Sickness Unto Death bieten ein ausgewogenes Verhältnis aus Musik, die episch klingt, aber oft dann auch immer zu dem Preis einer schweren und tiefschwarzen Atmosphäre. Zusammengebunden zu zugänglichem Sound, der einem sogar auf lange Sicht gesehen immer wieder im Kopf herum spuken könnte; besonders wenn die Songs mit Einflüssen punkten, die die schleppende Art des Dooms etwas unterbinden.

Solides und durchaus hörenswertes Ergebnis. Hier wurde möglichst viel Kreativität in ein an sich eingängiges Genre gebracht.
„The Great Escape“ klingt schwer, flexibel und zum Kopfnicken gut.

Anspieltipps:
The Great Escape / The Concrete Lake / Intoxicated / Purgatory

Video

Trackliste

01 The Great Escape
02 Intoxicated
03 The Atonement Ship
04 Lost
05 The Concrete Lake
06 The Uniqueness Of Two
07 Prejudice
08 Judgement
09 Purgatory
10 Remains Of Misery

Details

A Sickness Unto Death – Homepage
A Sickness Unto Death – Facebook

Label: Source Of Deluge
Vö-Termin: 20.11.2015
Spielzeit: 62:16

Copyright Cover: Source Of Deluge



Über den Autor

Christopher