Review

Zurück in die 2000er, als der Metalcore der neue „hot shit“ war!
A Long Way To Fall scheinen auch im Jahre 2017 noch Gefallen an diesem Genre zu finden, weshalb ihre Debüt-EP „Hatemosphere“ exakt nach dieser Epoche klingt. Mit angekündigten Breakdowns und Gesang, der irgendwie da sein muss, weil es ansonsten kein Metalcore ist, wollen sie die Hörer auf ihre Seite ziehen und verzaubern.

Rein imagetechnisch passt bei der Band schon mal alles; Band- und Albumname sowie Songtitel und Albumlänge sind absolut metalcoremäßig.

Nachdem das „Intro“ geschafft ist, folgt mit „My Prison“ ein Song, der zwar für den Genre-Fan alles bereithält, der darüber hinaus jedoch auch aufzeigt, dass die Spielerfahrung und das Arrangieren von Songs noch nicht so funktionieren, wie es sollte und könnte. Die Übergänge klingen entsprechend hölzern und unausgegoren. Ein kleiner verspielter Anfang, danach ein gedrückter Gesang, gefolgt von schlecht angekündigten Breakdowns, die vor zehn Jahren gut angekommen wären.

Dafür erinnert die Band sehr stark an die großen Player im Business: Parkway Drive. Doch die machen es eben auch deutlich gekonnter.

Wiederum gut gefallen kann „Put It To Rest“. Obwohl der Gesang erneut ziemlich angestrengt klingt, sind die Grooves dieses Mal lässig und der dissonante Prochorus zur Strophe kommt ziemlich nett daher. Ebenfalls nettfallen die Leads aus, die diesen Song ziemlich gut präsentieren.

Leider lässt dann auch schon die Raffinesse dieser Platte nach. „Hatemosphere“ fließt insgesamt schön aus den Boxen, hinterlässt dabei aber kaum Spuren beim Hörer.

A Long Way To Fall (Copyright: A Long Way To Fall)

Die Qualität der Scheibe ist immerhin standardmäßig. Getriggerte Drums treffen auf eine solide Produktion, die jedoch kaum nennenswerten Charakter besitzt.

So etwas braucht 2017 leider keiner mehr. Fans des Genres werden sich in diesem Fall definitiv weiterhin an die „big player“ des Stils halten. Selbst wenn junge Formationen wie A Long Way To Fall mit dieser Musikrichtung heutzutage Hörer ansprechen, muss dann aber auch etwas folgen und eine Entwicklung zu verzeichnen sein, um langfristig nicht in der Menge an Veröffentlichungen und Bands unterzugehen. Das ist bei A Long Way To Fall (noch) nicht gegeben. Ihnen fehlt es leider an „Charakter“, um aus der Metalcore-Masse hervorzustechen. Hier ein guter Groove oder dort eine schöne Melodielinie reichen dafür einfach nicht aus. Man kann den jungen Musikern nur alles Gute und viel Erfolg wünschen, dass sie in der Szene dennoch Fuß fassen können.

Video

Trackliste

01 Intro
02 My Prison
03 Put It To Rest
04 Hatemosphere
05 Wrong Way
06 Out Of The Black
07 Against The Tide

Details

A Long Way To Fall – Facebook

Label: Rockaine Records
Vö-Termin: 21.04.2017
Spielzeit: 22:07

Copyright Cover: Rockaine Records



Über den Autor

Marcus