Review

Seit Bestehen hauen A Life Divided einen Hit nach dem anderen raus und sind der alternativen Musikszene längst schon ein fester Begriff. Da bedarf es keiner Erwähnung mehr, dass Fronter Jürgen Plangger ebenfalls Gitarrist der namhaften Band Eisbrecher ist. Vielmehr fragt man sich: Warum nicht schon viel früher ans Mikro gewagt, Herr Plangger?

Dass Planggers Stimme perfekt zum gespielten Electro Rock passt, beweist er, gemeinsam mit seinen talentierten Jungs an den Instrumenten, darunter u.a. Tony Berger an der Gitarre, der die Sechssaiter zudem in der Band Lacrimas Profundere bedient, abermals auf dem neuen A Life Divided Album „Human“.

Doch nicht nur der Gesang der Münchner Band, auch die musikalische Ebene besitzt großen Wiedererkennungswert. Bereits bei den ersten angespielten Tönen weiß der Hörer, der von A Life Divided schon das eine oder andere Lied vernommen hat (erfolgreiche Chartplatzierungen ließen wohl die wenigsten darum herumkommen), wer auf „Human“ am Werke ist. Der typische A Life Divided-Sound strömt einem entgegen und spricht erneut eine breite Hörerschaft an.
Hartes Riffing und Ausflüge in gutturale Gesangsgefilde holen die Metalheads ebenso ab wie gefällige Pop-Noten (zu hören u.a. im radiotauglichen „Right Where I Belong“) den Mainstream-Konsumenten. Mit rockigen Songstrukturen fasst man in ebenjener Szene Fuß, die elektronischen Komponenten, die das Klanggerüst von A Life Divided harmonisch komplettieren, bedienen den Hörer mit Electro-Vorlieben.
Diesbezüglich macht auch „Human“ alles richtig und zeigt die Band von ihrer bekannten und verlässlichen Seite.
Bereits nach dem ersten Hördurchlauf ist außerdem klar: auch am Songwriting und am Händchen für eingängige Melodien, die aus jedem Song einen potenziellen Hit machen, kann 2015 nicht gerüttelt werden!

Entsprechend schwer fällt es, einzelne Songs auf „Human“ zu separieren und explizit hervorzuheben.
A Life Divided rufen beim Hörer die verschiedensten Gefühle hervor. Mal geht es sehr spielfreudig zu, das verursacht gute Laune, mal regt man mit melancholischen, ruhigen Klängen zum intensiveren Hören an. Allen Tracks ist jedoch gemein, dass sie in voller Länge und über die gesamte Dauer des 13 Songs starken Albums überzeugen. Es mogelt sich weder ein Lückenfüller ein, noch regt das Album auf andere Art zum Skippen an.

A Life Divided (Copyright: A Life Divided)

A Life Divided (Copyright: A Life Divided)

Obwohl es beispielsweise im Refrain des Titels „Most Beautiful Black“ den Anschein hat, als wären der Band die Lyrics ausgegangen, so sorgt doch gerade der wenige repetitive Text für die Ohrwurmgarantie, die man abfeiert, indem das Lied umgehend mitgesungen werden kann.

In „My Apology“ findet ‚gen Refrain dank des sich steigernden Songaufbaus eine klassische Entladung statt; gefühlvoller Gesang, eine schöne Melodie, der balladeske Charakter, all das katapultiert „My Apology“ zu einem der vielen Highlights des Silberlings.

Doch egal, welcher Track einem aus den Boxen entgegen schallt, was sich nebenbei bemerkt auch auf hoher Lautstärke durch die saubere und druckvolle Produktion gut macht, enttäuscht wird man zu keinem Zeitpunkt sein, vielmehr halten A Life Divided die Spannung und Qualität ihrer Songs bis zum Ende aufrecht.

Bevor man jetzt aber denkt, das Fanherz laufe hier vor Freude auf Kosten der Objektivität über, ich schwöre, ich habe nach Kritikpunkten gesucht, doch ich wurde einfach nicht fündig. Daher folgt die Höchstpunktzahl inklusive einer Kaufempfehlung an alle, die sich für melodischen Electro Rock erwärmen können. Fans der Hitfabrik A Life Divided greifen sowieso zu!

Video

Tracklist

01 Burst
02 The Most Beautiful Black
03 Inside Me
04 Own Mistake
05 Right Where I Belong
06 Just Nothing
07 Could You
08 Drive
09 My Apology
10 Believe
11 Live Forever
12 Lay Me Down
13 Happy End

Details

A Life Divided – Homepage
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Label: AFM Records
Vö-Termin: 10.04.2015
Spielzeit: 52:12

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde