Review

A Life Divided bringen – knapp fünf Jahre nach ihrem letzten Album „Human“ – mit „Echoes“ ein neues Werk auf den Markt.

Völlig neuer, bisher ungewohnter Sound kommt hier auf die Hörer der Band zu. Entstanden sind 13 Songs, die ihren bisher typischen Dark-Alternative Rock mit dem Zeitgeist der 80er kombinieren. Das macht sich schon beim Anblick des Albumcovers bemerkbar und wird auch mit dem Lyric-Video zum Song „Enemy“ verdeutlicht. Also auf in die 80er Jahre!

Die Tracks

Um dort anzukommen, klingt bereits der Opener „Hello Emptiness“ wie der Titeltrack einer futuristischen Serie. Die Instrumentierung fällt zunächst sehr minimal aus, wird im Laufe des Tracks aber umso voller. Während Synthesizer-Sounds das Songgeschehen dominieren, kommt der Gesang zeitweise verzerrt daher.

In „Dry Your Eyes“ steht hingegen die Gitarre im Vordergrund. In der Mitte des Songs bekommen jedoch auch das Piano und die Synthesizer ein kleines Solo. Trotz des verzerrten Sounds ist hier ein klassischer A Life Divided-Song zu hören; das Feeling in Jürgen Planggers Stimme ist einfach unverkennbar.

Im altbekannten Sound kleidet man zudem „Addicted“. Ein Song, dem es trotz eines gewissen Schnulzen-Faktors  nicht an der nötigen rockigen Härte fehlt.

Den Electro-Sound zurückgefahren hat man dann bei dem düsteren und melancholischen „Confronted“. Dieser Titel sowie der Track „Enemy“ beweisen, dass der härtere und auch bekannte Sound der Band wesentlich besser steht.

Gut steht A Life Divided auch „Anybody Out There“, ein Song mit deutlichem Tiefgang. Fallen die Strophen noch electrolastig aus, zeigt sich der Refrain rockig. Somit taugt der Track durchaus zum Headbangen.

„The Ordinary“ wird wiederum von einem Basslauf und Electro-Sound eingeleitet. Dieser zieht sich durch den gesamten Song. Im Refrain bäumen sich sowohl die Gesangsstimme als auch die Instrumente auf – und die E-Gitarre kommt hinzu.

A Life Divided (Copyright: Tony Berger)

Eine verzerrte, fast schon singende E-Gitarre leitet auch „Circles“ ein. Bass und Synthesizer übernehmen dann den Vers. Im Refrain gibt es Gitarren-Riffs, wobei selbst beim Solo an Synthies nicht gespart wird.

Den Rauswurf markiert schließlich „Forevermore“. In diesem Titel wird extrem mit Synthesizer-Sounds experimentiert. Zudem sind Lautsprecher- und Funkdurchsagen zu hören. Dadurch fühlt man sich nicht nur in ein Raketen-Kontrollzentrum versetzt, es klingt auch beinahe so, als seien hier Außerirdische am Werk. Durch all die Spielereien im Song rückt allerdings der Gesang leider in den Hintergrund.

Fazit

Der Sound der neuen Platte mag teilweise noch etwas befremdlich erscheinen. Jedoch findet man immer mehr Gefallen daran, wenn man die Scheibe mehrmals hört. So entpuppt sich vor allem „Anybody Out There“ schon bald als absoluter Lieblingssong. Weitere schließen sich schnell an. Belohnt gehört daher der Mut von A Life Divided, den Schritt in diese Electro-Richtung zu gehen. Alleine das verdient einen zusätzlichen Stern in unserer Bewertung.

Video

Tracklist

01 Hello Emptiness
02 Dry Your Eyes
03 Addicted
04 Confronted
05 Enemy
06 Rock ‚N‘ Roll Star
07 Far
08 Anybody Out There
09 Push
10 Servant
11 The Ordinary
12 Circles
13 Forevermore

Details

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Label: AFM Records
Vö-Termin: 31.01.2020
Spielzeit: 55:58

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem