Review

Rock, Stoner, Blues und Metal aus Frankreich – eine passable Mischung von 7Weeks, einer Formation, die sich 2006 das erste Mal zusammengefunden hat. Ihr Stil klingt ziemlich ausgewogen und brachte ihnen schon Gigs vor Suicidal Tendencies oder gar Placebo ein. Grund genug, das neue Album „A Farewell to Dawn“ einmal unter die Lupe zu nehmen.

Sobald der Song „King in the mud“ aus den Boxen dröhnt, geht der Hörer zunächst davon aus, eine depressive Platte anhören zu dürfen. Doch recht schnell schwenkt „A Farewell to Dawn“ in eine sehr angenehme Gute-Laune-Stimmung ab, ohne dabei lächerlich zu wirken.
Auch der Song „The ghost beside me“ zeigt gut den Mix aus depressiven Klängen und einem positiven Grundvibe. Die Riffs wirken hier richtig dick und bleiben im Kopf.

Julien Bernard kann mit seiner Stimme schnell an Größen wie Kyuss anknüpfen und rein musikalisch ist der Vergleich mit Queens of the Stone Age nicht so weit hergeholt. Zwischen Nickelback und Chris Cornell ist hier scheinbar alles dabei. Zudem trägt er Bart und spielt Bass, was soll da also noch schiefgehen?

7Weeks, aus Bass, Gitarre, Schlagzeug und Synthies zusammengesetzt, zeigen mit dem Titelsong „A Farewell to dawn“ als Instrumentalstück ganz gut, wohin die Reise zu viert gehen könnte. Vom Tempo her recht runtergefahren, dafür aber umso emotionaler ist der Track vor allem als „Vorgeplänkel“ zum Song „January“ absolut hörenswert. Hier wird noch handgemachte Musik serviert, entsprechend wartet der Titel mit ordentlich Groove und Bluesanleihen auf. Damit könnte „January“ durchaus auch als Song für einen Film mit weiten Landschaften oder aber für ein Roadmovie dienlich sein.

Der Sound auf „A Farewell to Dawn“ ist ehrlich und fett. Als diesbezüglichen Anspielsong kann „A well kept secret“ empfohlen werden. Der Track geht unter die Haut und gewinnt durch das gute Schlagzeugspiel, die Riffs und die damit verbundende Virtuosität der Musiker an Tiefe. Diese können straight, aber auch etwas progressiver – und das kann auf ganzer Linie überzeugen.

7Weeks (Copyright: 7Weeks)

Zum Abschluss wird es mit „Knots“ nochmals etwas postiger und scheinbar so gar nicht 7Weeks-like, doch selbst dieser Song überzeugt, und zwar mit fettem Basssound, lässigem Männergesang und verträumten Gitarrenriffs. Ein Außenseitertrack, aber dennoch richtig gut.

Was soll man da noch sagen? Von diesem kurzen, aber knackigen Album werden die Hörer weggeblasen, denn so sollte ein gutes Rock-Album an den Start gehen. Wer also auf Rockmusik mit Stoner-/Sludge-Prisen sowie ein wenig Groove steht, muss diese Scheibe hören und 7Weeks auf dem Schirm haben. Und auch Fans von Queens of the Stone Age werden definitiv Spaß daran haben.

Video

Trackliste

01 King in the mud
02 The ghost beside me
03 Ohka
04 Kamikazes
05 Broken voices
06 A farewell to dawn
07 January
08 A well kept secret
09 Knots

Details

7Weeks – Homepage
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7Weeks – Twitter

Label: Overpowered Records / Cargo Records
Vö-Termin: 25.11.2016
Spielzeit: 33:18

Copyright Cover: Overpowered Records



Über den Autor

Marcus
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