Review

Der Film „Zulu“ des Regisseurs Jérôme Salle ging relativ spurlos in der deutschen Medienlandschaft unter. Dies geschah absolut zu Unrecht, denn was Salle mit „Zulu“ an den Start gebracht hat, ist ein rasanter, drastischer Thriller, der im Kern eine relativ krasse Vision beinhaltet.

Ali (Forest Whitaker) und Brian (Orlando Bloom) - ein ungleiches Ermittlerduo. (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Ali (Forest Whitaker) und Brian (Orlando Bloom) – ein ungleiches Ermittlerduo. (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Ali und Brian – beide Ermittler der Mordkommission in der südafrikanischen Hauptstadt Kapstadt – sind ein Team, das ungleicher nicht sein könnte. Ali Sokhela ist ein Workaholic, wie er im Buche steht, und Brian Epkeen ist ein klassischer Lebemann: Ständig pleite, dem Alkohol nicht abgeneigt und mit einer großen Leidenschaft für das weibliche Geschlecht gesegnet. Doch so unterschiedlich sie sind, so gut arbeiten sie auch zusammen und so ermitteln sie mit viel Akribie, wer eine reiche, weiße, junge Frau brutal zu Tode geprügelt hat.
Dieser auf den ersten Blick recht durchschnittliche Mordfall entwickelt jedoch eine ziemliche Brisanz, denn plötzlich sehen sich die beiden Protagonisten im Kreuzfeuer eines mächtigen Drogenkartells sowie einflussreicher Industrieller, die mithilfe einer neuen Droge gezielt die schwarze Bevölkerung auslöschen wollen.

Diese Geschichte wird in „Zulu“ derart genial erzählt, dass es nicht schwerfällt, sich vom ersten Moment an komplett auf diesen Film zu konzentrieren. Regisseur Jérôme Salle hat wahrlich alles richtig gemacht.
Die Geschichte wird mit exakt der richtigen Geschwindigkeit erzählt und immer wieder durch rasante Actionsequenzen aufgepeppt.
Die Protagonisten sind hervorragend inszeniert und werden von Orlando Bloom und Forest Whitaker absolut glaubwürdig gespielt.

Die Bilder erinnern ein wenig an die Serie „CSI: Miami“, da in der Regel ein leichter Gelbstich den optischen Eindruck dominiert, dieser ist aber zu keinem Zeitpunkt übertrieben oder gar störend.

Auch der Soundtrack ist jederzeit passend und untermalt die jeweilige Szene sehr gut.

Orlando Bloom als Draufgänger (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Orlando Bloom als Draufgänger (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

„Zulu“ wurde zudem von der FSK mit dem Label „ab 18“ versehen, was in diesem Fall absolut gerechtfertigt ist. Die zahlreichen Gewaltszenen sind größtenteils sehr drastisch und vor allem authentisch umgesetzt worden. Dies soll jedoch nicht darauf abzielen, auch noch Fans des Horrorgenres als Zuschauer für den Film zu gewinnen, sondern unterstützt die drastische Story.

„Zulu“ ist definitiv kein stumpfes Popcornkino, sondern ein anspruchsvoller Thriller, der die Zuschauer darüber nachdenken lässt, ob nicht einige Zweige der Industrie viel zu viel Macht besitzen.

Trailer

Handlung

Ali Neuman (Forest Whitaker) entkam als Kind nur knapp einem Massaker, als er mit seiner Familie zwischen die Fronten der militanten Inkhata und Nelson Mandelas ANC geriet. Neuman ist heute Chef der Mordkommission in Kapstadt und scheint ein gutes Leben zu führen, doch seine Narben sind nur oberflächlich verheilt. Einer seiner Mitarbeiter ist Brian Epkeen (Orlando Bloom), ein unzähmbarer Weißer, dessen Familie einst für die Apartheid kämpfte, wovon sich Brian vehement distanziert.

Gemeinsam arbeiten sie in einer Welt, deren Alltag von Bandenkriminalität, Drogenmissbrauch und Rassismus bestimmt wird. Als sie den Mord an zwei jungen Frauen aufklären sollen, geraten sie schnell in eine Spirale der Gewalt, in der ihre Gegenwart auf den Schmerz der Vergangenheit trifft. Denn die Schatten der Apartheid sind noch immer näher als gedacht …

ZULU basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des französischen Autors Caryl Ferey und wurde von Regisseur Jérôme Salle („Largo Winch“) für die große Leinwand adaptiert. Die Musik stammt aus der Feder des bereits für sechs Oscars nominierten Komponisten Alexandre Desplat („The King’s Speech“, „Argo“). Seine internationale Premiere feierte der eindringliche Action-Thriller vergangenes Jahr als Abschlussfilm der Festspiele in Cannes.

(Quelle: Studio Hamburg Enterprises)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Studio Hamburg Enterprises
Erscheinungstermin: 31.10.2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 110 Minuten
Bonus: Interview mit Orlando Bloom / Featurette

Copyright Cover: Studio Hamburg Enterprises



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde