Review

„Du bist dran!“ Es ist echt komisch, das Intro der „Yu-Gi-Oh!“-Serie nach so langer Zeit wieder zu sehen. Sofort werden Erinnerungen wach, in denen man sich direkt nach Schulschluss vor den Fernseher setzte und sich die Animes am Mittag ansah.

Heutzutage ist der Begriff „Yu-Gi-Oh!“ vielen, vor allem jungen Menschen, ein Begriff. Alles begann mit dem Manga von Kazuki Takahashi, dessen erste Animeverfilmung es nicht in den deutsch- und englischsprachigen Raum schaffte. Im Jahre 2000 wurde dieser dann etwas aufpoliert und für die Masse umgestaltet. Das Ergebnis war eine erfolgreiche Animeserie mit diversen Spin-offs und Filmen. Gleichzeitig wurde aus „Yu-Gi-Oh“ eine Franchisemarke, unter der neben Spielzeug vor allem das gleichnamige Kartenspiel bekannt wurde. Besonders dieses erfreut sich hoher Beliebtheit und gab Anlässe für etliche Erweiterungen und Turniere.

Aber zurück zum Anime. Worum geht es? Anders als beim Manga, der zu Beginn den Fokus deutlich auf sogenannte „Schattenspiele“ legte, in denen die Kontrahenten tödliche Versionen von alltäglichen Spielen austrugen, steigt die Animation direkt bei dem Spiel „Duel Monsters“ (das Pendant zum realen Kartenspiel „Yu-Gi-Oh“) ein.
Der 16-jährige Yugi Muto löst ein antikes, ägyptisches Puzzle und Milleniumsgegenstand seines Großvaters und wird von dem Geist, der in diesem wohnt, erfüllt. Da Yugi, ein talentierter Spieler, aber nicht gerade mit Selbstbewusstsein gesegnet ist, übernimmt dieser „Yami Yugi“ sein Bewusstsein, um ihm in ernsten Situationen die nötige Unterstützung zu geben. Im Grunde handelt die Serie ausschließlich von dem Bestreiten von Kartenduellen mit hochtechnologischen Maschinen, die den Spielverlauf „realistischer“ gestalten. Witzigerweise scheint Yugi in einer Welt zu leben, in der alle Konflikte mithilfe eines Kartenspiels gelöst werden.

Staffel 1 befasst sich mit dem „Königreich der Duellanten“, in das Maximilan Pegasus, vermeintlicher Erfinder von „Duel Monsters“, Duellanten aus der ganzen Welt eingeladen hat, um sich miteinander zu messen. Allerdings verfolgt er noch einen geheimen Plan, denn Yugi ist nicht der einzige mit einem Milleniumsgegenstand und genau diesen sowie alle anderen will Pegasus in seinen Besitz bringen, um sich ihre Macht anzueignen. Er selbst besitzt auch einen, mit dem er Yugis Großvaters Seele entführt und den Jungen damit zur Teilnahme zwingt.

Der Anime wurde von Toei Animation („Dragon Ball“, „Sailor Moon“) produziert und ist daher auch genau auf eine Altersgruppe zugeschnitten. Viel Action, in der ein spannendes Kartenspiel in einen Battle-Anime verwandelt wurde. Außerdem mit typischer japanischer Slapstick Komik, über die man als Kind herzhaft gelacht hat, aber heute nur noch schmunzeln kann.
Da der Anime im Jahre 2000 veröffentlicht wurde, ist er für heutige Verhältnisse deutlich überholt. Heutige Animes wie beispielsweise „Attack on Titan“ sehen da deutlich besser aus, aber dennoch sind die Zeichnungen und besonders die Hintergründe gut anzusehen.

Turnier der Finsternis: Yugi Muto steht im Kartenspiel Duel Monsters dem zwielichtigen Schurken Maximillion Pegasus gegenüber. (Copyright: KSM Anime)

Turnier der Finsternis: Yugi Muto steht im Kartenspiel Duel Monsters dem zwielichtigen Schurken Maximillion Pegasus gegenüber. (Copyright: KSM Anime)

Außerdem bekommt man mit „Yu-Gi-Oh!“ eine tolle deutsche Synchronisation, was heutzutage leider kaum noch üblich ist. Den beiden Protagonisten leihen Konrad Bösherz („Bleach“, „Loveless“) und Sebastian Schulz („Dragon Ball“) ihre Stimmen. Weiterhin stellten Robin Kahnmeyer (bekannt als deutsche Stimme von Hayden Christensen), Rubina Kuraoka („Elfen Lied“) und Gerrit Schmidt-Foß (Leonardo di Caprio) ihre Stimmbänder zur Verfügung sowie viele weitere bekannte Sprecher.

Zwischen Manga und Anime wurde bei „Yu-Gi-Oh!“ stark differenziert. Während der Manga deutlich brutaler und ernster vorgeht, zielt die Serie mehr auf das jüngere Publikum ab und spezialisiert sich nur auf das Kartenspiel. Etwas, was ich persönlich sehr schade finde, da der Manga ein paar interessante und unterhaltsame Storyverläufe abseits von „Duel Monsters“ hat.

Nichtsdestotrotz schlug „Yu-Gi-Oh!“ bei den Kids ein wie eine Bombe. Das Prinzip war völlig neu und obwohl eigentlich nur mit Papier hantiert wird, steckt in diesem Anime eine Menge Energie.

Wem kann man „Yu-Gi-Oh!“ empfehlen? Eigentlich allen 12- bis 16-Jährigen, die mal sehen wollen, dass es durchaus noch kommerzielle Animes gibt, in denen noch Seele steckte. Außerdem allen Animefans und jenen, die mit diesen ganzen Serien aufgewachsen sind, seien es jetzt Erzeugnisse aus dem japanischen Raum oder Disney Sendungen. Die Nostalgie ist es auf alle Fälle wert.

Inhalt

Der 16-jährige Yugi Muto löst das antike „Millenniums-Puzzle“ seines Großvaters. Dadurch setzt er den Geist eines Pharaos, den „König der Spiele“, frei. Dieser wird zum Alter-Ego des Teenagers und übernimmt fortan immer wieder die Kontrolle über Yugis Bewusstsein. Der Alltag des Jungen nimmt eine weitere Wendung, als der zwielichtige Maximillion Pegasus die Seele von Yugis Großvater entführt. Der Enkelsohn muss zur Rettung seines geliebten Verwandten am „Turnier der Finsternis“ des Kartenspiels „Duel Monsters“ teilnehmen und Pegasus besiegen. Zum Glück stehen ihm neben dem Pharao seine Freunde und Mitschüler Joey Wheeler und Tristan Taylor zur Seite.

Doch der finstere Herausforderer hat das actiongeladene Game, in dem man sich mit heraufbeschworenen Monstern und mächtigen Magie-Attacken duelliert, höchstpersönlich erfunden. Welches uralte Geheimnis steckt hinter dem mysteriösen Battle-Card-Game „Duel Monsters“ und welche Rolle spielt das „Millenniums-Puzzle“ in diesem Zusammenhang? Ohne, dass er es ahnt, liegt das Schicksal der Welt in Yugis Händen …

(Copyright: KSM Anime)

Details

Format: DVD
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Bildformat: 4:3, 1.33:1
Anzahl Disks: 5 (Folgen 1 -25)
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Toei Animation
Erscheinungstermin: 01.12.2014
Produktionsjahr: 2000 – 20014
Spieldauer: ca. 491 Minuten
Extras: Trailer, Bildergalerie
Verpackung: Slimcase im Schuber

Copyright Cover: KSM Anime



Über den Autor

Christopher