Review

Wenn Dämonen wiederauferstehen, um Rache zu üben, dann ist es an der Zeit für neue Helden.
Handelt es sich bei diesen Wiedergängern auch noch um Verbrecher, die einst vom Revolverhelden Wyatt Earp zur Strecke gebracht wurden, ruft das seine Ururenkelin Wynonna auf den Plan, um die dämonische Brut in ihrer Eigenschaft als Wyatts Erbin und mithilfe seines Colts Peacemaker zurück ins Jenseits zu befördern …

Vom Comic zur TV-Serie

Verfolgen kann man dieses Spektakel unter dem Namen „Wynonna Earp“ in den Comics des Autors Beau Smith – und seit geraumer Zeit auch in der darauf basierenden gleichnamigen TV-Serie, ausgestrahlt auf Netflix.

Mit „Wynonna Earp – Season 1“ hält der illustre Genre-Mix, der sich an Western-, Fantasy-, Horror- und Mystery-Elementen bedient, durch justbridge entertainment jetzt auch Einzug ins Heimkino.

>Buffy< goes Wild West

Dabei könnten die 13 Folgen der vorliegenden Blu-ray-Veröffentlichung durchaus unter dem Motto „Buffy goes Wild West“ stehen, denn nicht nur Fans dieser Kultserie von Joss Whedon werden in „Wynonna Earp“ einige Parallelen dazu finden.

Mit der Titelheldin und ihrer Schwester treten dabei gleich zwei starke Frauen auf, die das Geschehen und die meisten weiteren Figuren dominieren.

Beide sind (auch optisch) sehr unterschiedlich – um nicht zu sagen konträr – angelegt, sodass hier u.a. die sanftmütige Liebenswürdigkeit der einen Schwester (Waverly Earp, gespielt von Dominique Provost-Chalkley) der frechen, toughen Art der anderen Schwester (Wynonna Earp, gespielt von Melanie Scrofano) gegenübersteht.

Allgemein passend, aber im Laufe der Serie doch zu überstrapaziert eingesetzt wirkt in diesem Zusammenhang jedoch der „bissige“ Humor der Protagonistin. Was in vielen Szenen für Auflockerung und Unterhaltung sorgt, wird bald schon sehr vorhersehbar.

Die Besetzung

Die Besetzung durch Scrofano („Saw VI“, „RoboCop“, „Warehouse 13“) und Provost-Chalkley („Avengers – Age of Ultron“) erweist sich allerdings als treffend. Sie verkörpern die unterschiedlichen Schwestern ihrer Rolle gemäß – wobei allerdings auch einige stereotype Muster nicht zu leugnen sind. Zwar „heldenhaft“ angelegt, vermisst der Zuschauer des Öfteren einige neue Ideen. Stattdessen wird – sowohl hinsichtlich der Figurenausarbeitung als auch inhaltlich – auf bewährte Zutaten gesetzt, die in ihrem Bemühen um moderne, zeitgemäße Inszenierungen (z.B. inklusive homosexueller Neigungen) häufig zu kalkuliert wirken.

Auch auf den übrigen Cast, allen voran bestehend aus Tim Rozon („Flashpoint“, „Wild Roses“) als Doc Holliday, Shamier Anderson („Zeit für Legenden“, „City of Lies“) als Agent Xavier Dolls und Michael Eklund („The Call – Leg nicht auf“, „Bates Motel“) als Bobo Del Rey, trifft dies zu. Einerseits durchaus überzeugend und passend besetzt sowie durch eine zeitgemäße Diversität auffallend, hätte man sich auch hier mehr eigene und vor allem neue Ideen gewünscht.

Überzeugendes Format: Serie

Frauenpower in „Wynonna Earp – Season 1“: Waverly (Dominique Provost-Chalkley) und Wynonna (Melanie Scrofano) | Copyright Cover: justbridge entertainment

Derlei kleine Einbußen muss man nicht nur bezüglich der Charakterausarbeitung, sondern auch den Inhalt betreffend hinnehmen. So darf in „Wynonna Earp – Season 1“ beispielsweise weder nach Logik noch nach plausiblen Beweggründen für Handlungsweisen gefragt werden. Doch das haben ja viele Fantasy-Serien und -Filme gemein.

Und apropos Serie: Für dieses Format macht sich „Wynonna Earp – Season 1“ sehr gut. Erneut zeigt eine solche Produktion daher auf, dass sich Serien nicht mehr hinter Filmen verstecken müssen.
Die Actionszenen können sich sehen lassen, Horror-Elemente sowie Specialeffects werden solide integriert und insgesamt liefern die Regisseure Brett Sullivan und Ron Murphy mit „Wynonna Earp“ zwar genre-typische, aber immerhin überdurchschnittliche Serien-Kost ab, die am Schluss mit einem spannenden Cliffhanger schon neugierig auf die zweite Staffel macht.

Extras

Mit einem Blick „Behind the Scenes“ und den Featurettes „Who is Wynonna Earp?“ sowie „Cast of Characters“ bietet auch das Bonusmaterial schließlich noch mehr als nur obligatorische Trailershows.

Trailer

Handlung

Wynonna Earp, die Urenkelin von Revolverheld Wyatt Earp, kehrt nach längerer Zeit auf der Flucht und in Jugendhaft in ihre Heimatstadt Purgatory zurück, wo sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen wird. Sie wird allerdings schnell zur letzten Hoffnung der Stadt, als die Dämonen plötzlich auf der Bildfläche erscheinen. Wynonna muss sich entscheiden, auf welcher Seite des Gesetzes sie kämpfen will, um den Namen ihres legendären Urgroßvaters Wyatt Earp ein für alle Mal reinzuwaschen.

(Quelle: justbridge entertainment GmbH)

Episoden

01 Purgatory
02 Keep The Home Fires Burning
03 Leavin‘ On Your Mind
04 The Blade
05 Diggin‘ Up Bones
06 Constant Cravings
07 Walking After Midnight
08 Two-Faced Jack!
09 Bury Me With My Guns On
10 She Wouldn’t Be Gone
11 Landslide
12 House Of Memories
13 I Walk The Line

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region B/2
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: justbridge entertainment
Erscheinungstermin: 11.01.2019
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 574 Minuten
Extras: Behind the Scenes / „Who Is Wynonna Earp“ / Cast of Characters

Copyright Cover: justbridge entertainment GmbH



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde