Review

Neben den Vampiren sind es die Werwölfe, die des Öfteren in fantastischen Horror-Streifen die Hauptrolle übernehmen. Ob als plüschiger domestizierter Wolf, der zum Kuscheln einlädt, oder als monströse Bestie, die erst sich selbst die Haut vom Leib reißt, um schließlich andere Personen ins Jenseits zu befördern; ob als Verbündete, Liebhaber oder als uralter Feind anderer Gestaltwandler und Menschen; ob eine schmerzvolle oder sinnlich-erotische Umwandlung von Mensch zu Werwolf – die Bandbreite an Inszenierungsmöglichkeiten scheint grenzenlos. Und doch laufen viele derartige Filme nach gleichem Schema ab und in den meisten Fällen wird die animalische Seite dieser Wesen herausgearbeitet und das bedeutet: es fließt im Normalfall eine Menge Blut. Dabei ist das Werwolf-Motiv so beliebt wie alt, denn wer erinnert sich nicht noch an Klassiker wie „American Werewolf“.

Etwas frischen Wind bringt nun „Wolfcop“ in das Genre, auch wenn sich die Verantwortlichen für die groben Züge des Films an altbewährten Mitteln bedienen.

Sieht man sich das Cover der DVD-Veröffentlichung „Wolfcop“ an, so erblickt man ebenjenen mit blutverschmierter Polizeiuniform und umgeben von weiteren Darstellern dieser Horrorkomödie – alles gehalten in der Optik eines alten Hollywood-Klassiker-Plakats.

Leo Fafard ist der "Wolfcop" (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Leo Fafard ist der „Wolfcop“ (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Legt man die DVD dann in den Player und startet den ca. 80-minütigen Film, so stellt man fest, dass der Retro-Stil auch visuell fortgesetzt wird. Darauf schließen lässt zusätzlich die Ankündigung „Dirty Harry … only hairier“. Denn orientiert an actionreichen Polizeiserien aus den 70er und 80er Jahren, inszeniert Regisseur Lowell Dean seine Mixtur aus Horror, Komödie und Action.

Dabei greift er nicht auf moderne Techniken zurück, sondern bedient sich gerade für die blutigen Szenen und Spezialeffekte wie die Gestaltwandlungen selbst altgedienter Methoden. Dieser old school Touch zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und trägt ungemein zu dessen Atmosphäre bei. Drastisch, blutig und in keiner Weise romantisiert wird die Verwandlung vom Menschen zum Tier dargestellt. Nicht selten wirken insbesondere diese Sequenzen sehr abgefahren, teilweise gar ekelig.
Auch in den zahlreichen Metzel-Passagen spart man nicht am Kunstblut und Ekelfaktor. Erneut merkt man dem Film an diesen Stellen seinen Low-Budget-Charakter an, dies jedoch stets im positiven Sinne, denn genau dieses Freakige, Trashige macht „Wolfcop“ aus.

So simpel, aber dennoch effektvoll wie die Action- und Horrorszenen wirken, so überzeugend ist die komplexe Handlung. Diese erscheint zwar sehr kurzweilig, wirkt dadurch aber zugleich nicht unnötig in die Länge gezogen und hält trotzdem reichlich inhaltliche Dichte und einen durchdachten Plot parat. Überraschende Wendungen machen es dem Zuschauer nahezu unmöglich, den Hergang der Handlung vorherzusehen. Das Spiel von „gut“ und „böse“ ist perfekt umgesetzt.

Für den Humor sorgen sowohl die Ecken und Kanten des außergewöhnlichen und sehr speziellen Protagonisten als auch pointierte Gags, die zwar nicht gehäuft, dafür aber umso zündender auftreten.
Der Aspekt einer Komödie ist durchgehend präsent, allerdings eher im Hintergrund untergebracht. So verhindert man auch, dass „Wolfcop“ ins Lächerliche oder zur Parodie abrutscht.

Während Schauspieler Leo Fafard in seiner Rolle als „Wolfcop“ hervorragend besetzt scheint, machen auch alle weiteren Darsteller einen guten Job. Solide spielen sie ihre Figuren, mehr aber auch nicht. Ebenso ist die Synchronisation akzeptabel, hätte aber besser sein können, wobei dies sicherlich Geschmackssache ist und für einige Zuschauer weniger relevant sein wird, denn immerhin reißen die Bilder ordentlich mit.

Da bekommt das Sprichwort "aus der Haut fahren" eine ganz andere Bedeutung ... (Copyright: Acot Elite Home Entertainment)

Da bekommt das Sprichwort „aus der Haut fahren“ eine ganz andere Bedeutung … (Copyright: Acot Elite Home Entertainment)

Wer nach dem Konsum des Films noch nicht genug vom haarigen Gesetzeshüter hat, der kann sich am umfangreichen Bonusmaterial erfreuen. Diesbezüglich haben sich die Macher nicht lumpen lassen und zahlreiche Extras auf die DVD platziert. Das ist man von großen Produktionen ja schon fast gar nicht mehr gewohnt. Vorbildlich!

„Wolfcop“ ist unterhaltsam, im positiven Sinne trashig, an den richtigen Stellen witzig und mehr als ausreichend blutig.
Da darüber hinaus der Soundtrack durchaus gelungen ist, kann „Wolfcop“ als „runde Sache“ bezeichnet werden.

Ein weiteres haariges Abenteuer des Charakter-Cops steht schon für 2015 in den Startlöchern, man darf gespannt sein.

Trailer

Handlung

Er ist knallhart. Er ist Cop. Und … er haart!

Ein Bilderbuch-Cop war Lou nie: Alkoholabhängig, respektlos und ohne Motivation ging er seinem Job nach. Mehr oder weniger zumindest. Bis sich sein eintöniges, vom Suff geprägtes Leben auf einen Schlag ändert. Eines Nachts wird er nichtsahnend nach einem seiner Saufgelage von einer okkulten Satans-Sekte in einen reißenden Werwolf verwandelt.

Bei Vollmond sorgt Lou fortan als betrunkener Wolfcop für Recht und Ordnung! Mit einem unstillbaren Hunger nach Gerechtigkeit, Donuts und Schnaps!

(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

Wolfcop – Homepage
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Wolfcop – Twitter

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 18.11.2014
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 80 Minuten
Extras: Audiokommentar, Comedy, Cinecoup – The Film Accelerator, Mission Videos, Musikvideo Henry – Rah Rah, diverse Trailer, Trailershow

Copyright Cover: Ascot Elite Home Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde