Review

„Wolfblood – Verwandlung bei Vollmond“ lautet der Name einer Mystery-Jugendserie, die in Kooperation von CBBC und dem ZDF seit 2012 produziert wird. Mit der kürzlich erschienenen Veröffentlichung „Wolfblood 1-3“ erhalten alle (Wer)wolf-Fans nun ein umfangreiches Gesamtpaket, bestehend aus den bisherigen drei Staffeln mit insgesamt 39 Folgen und verteilt auf neun DVDs.

Nun sind Werwölfe ja nicht gerade ein unbeliebtes Motiv für fantastische Serieninhalte. So braucht es schon die eine und andere Eigenständigkeit, um sich von der Masse an derartigen Produktionen abzusetzen. Diese bringt „Wolfblood“ in mehrfacher Weise mit.
Dass die Serie von zwei Teenagern – Maddy Smith (Aimee Kelly) und Rhydian Morris (Bobby Lockwood) – handelt , die neben der typischen Coming of Age-Thematik noch ihr Doppelleben als Mensch und Werwolf bewältigen müssen, ist zunächst ein Aspekt, der sich ebenso wie die Tatsache, dieses Geheimnis stets vor der Außenwelt verbergen zu müssen, nicht von der Konkurrenz differenziert.
Dass das Werwolf-Motiv jedoch weitgehend ohne Blutrünstigkeit, Grausamkeit und sonstige Horror-Elemente auskommt, und man es hier mit einer fast schon kind- allemal aber jugendgerechten Veröffentlichung (FSK ab 6 Jahren) zu tun hat, ist ein Unterschied, der „Wolfblood“ für ein breiteres potenzielles Publikum öffnet. Entsprechend ist innerhalb der gesamten drei Staffeln auch nicht die Rede vom zähnefletschenden Werwolf, sondern eben – wie der Titel schon deutlich macht – vom Wolfblood (Wolfsblut) und den eher positiven Eigenschaften dieser Spezies.

Sicherlich ließe sich die (Wer)wolfthematik in Zusammenhang mit der hier dargebotenen Fokussierung des Coming of Age-Themas auch psychologisch deuten, doch so viel Tiefe sollte man in „Wolfblood“ dann doch nicht hineininterpretieren. Dies macht auch der Plotverlauf innerhalb der drei Staffeln deutlich, der sich bisweilen doch im Grundgerüst sehr ähnelt. Neben den üblichen Teenager-Problemen spielt somit immer wieder die Gefahr, als Wolfblood-Spezies entdeckt zu werden, eine Rolle. Ob durch unkontrolliertes Verwandeln, „wilde“ Wolfsblüter, die sich inmitten der Zivilisation schwertun, oder über allem schwebende DNA-Proben, die das Mysterium der Wolfsblüter aufzudecken drohen – in nahezu jeder Folge bildet schon bald das Hüten des Geheimnisses ihrer Existenz respektive der Versuch der Geheimhaltung die Basis der Handlung.

Szenebilder aus "Wolfblood 1-3" (Copyright: Universum Film / Ascot Elite Home Entertainment)

Szenebilder aus „Wolfblood 1-3“ (Copyright: Universum Film / Ascot Elite Home Entertainment)

Dies führt schließlich auch dazu, dass die dritte Staffel komplett ohne die einstige Protagonistin auskommen muss. Ein Umstand, der, wenngleich er die Serie von seinen Konkurrenten ein weiteres Mal abhebt, verwundert und dem einen oder anderen Zuschauer sicherlich nicht gefallen wird. Immerhin, auf diese Weise wird den Nebenfiguren, die zwar ein wenig klischiert wirken, dafür aber trotzdem angemessen ausgearbeitet und passend besetzt wurden, mehr Platz eingeräumt, den sie zu nutzen wissen.

Da „Wolfblood“ mehr Schoßhund als Werwolf zum Besten gibt, muss auf Action zwangsläufig häufig verzichtet werden. So bleibt ein Kampf schon einmal unausgefochten und es wird sich auf Knurren, Fauchen und Krallen zeigen beschränkt.
Kommt es dann aber mal zu temporeichen oder spannenden Aktionen, können die sich ebenso sehen lassen wie die Spezialeffekte, die vor allem mit der Verwandlung von Mensch zu Wolf einhergehen. Sehr realistisch fällt da das Bild des Wolfes aus, den man eher kuscheln als fortjagen möchte. Für Kinder und Jugendliche ist dies sicherlich ein Punkt, der anspricht.

Und insgesamt spricht auch die gesamte Serie mit den bisherigen drei Staffeln an, die für eine TV-Produktion doch einiges an Qualität zu bieten hat. Wer mit einigen Klischees und Stereotypen leben kann, darüber hinaus aber mal einen etwas anderen Werwolf erleben möchte, sollte reinschauen.

Trailer – Staffel 1

Trailer – Staffel 2

Trailer – Staffel 3

Inhalt

Es gibt Menschen, die ein überlebenswichtiges Geheimnis hüten – sie sind Wolfsblüter. Ein Teil ihres Wesens ist ein Wolf, deshalb sind ihre Sinne schärfer, ihre Kräfte sehr viel größer als die von gewöhnlichen Menschen. Doch sie müssen lernen, ihre Wolfsnatur zu kontrollieren, was besonders jungen Wolfsblüter erstmal nicht leicht fällt … es wäre sonst das Ende ihrer Art.

Der Zuschauererfolg von „Wolfblood“ ist nach wie vor ungebrochen. „Wolfblood“ enthält alles, was eine gute Serie ausmacht: Spaß, Action, tolle Charaktere, Freundschaften, ausgefeilte Geschichten verbunden mit tollen Fantasy-Elementen. Deshalb können sich alle Fans jetzt auf spannende Abenteuer im XXL-Format freuen – drei Staffeln in einer Box.

(Quelle: Ascot Elite)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch, Englisch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 9
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Universum Film GmbH / Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 10.06.2016
Spieldauer: 975 Minuten
Extras: Staffel 1: 3 Teaser, Trailer, Trailershow, Staffel 2: Secret Episode – The Scape Goat (mit dt. UT), Wie kommen die Wölfe in die Serie?, Trailer, Trailershow, Staffel 3: Webisodes, Trailer, Trailershow

Copyright: Universum Film / Ascot Elite Home Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde