Review

„Verrückt und gewagt“, urteilt Film Threat über „Wild Men“, einem Film zwischen Buddy-Komödie, Drama und Selbstfindungstrip mit Roadmovie-Charme, für den der dänische Regisseur Thomas Daneskov verantwortlich zeichnet.

Schon der Trailer macht neugierig auf das Abenteuer, das Protagonist Martin (laut Untertitel) über ca. 104 Minuten „Zurück zur Männlichkeit“ führt.

Zur Handlung

Job, Frau, Kinder – Martin hat die Schnauze voll. Also zieht er sich Fellklamotten an, geht mit Pfeil und Bogen in die Berge und erprobt das Leben als steinzeitlicher Jäger und Sammler. Das klappt so lang, bis er vor Hunger eine Tankstelle überfällt. Danach flieht er vor den Cops, vor wildgewordenen Drogenschmugglern, seiner Göttergattin und nicht zuletzt vor ein paar Einsichten über sich selbst …

(Quelle: Koch Films)

Die Mischung machts

Inmitten atmosphärischer Landschaftsaufnahmen entfaltet sich in gemächlichem Tempo die Handlung, die sich mehr und mehr zuspitzt. Hin und wieder wird es auch mal turbulent, ja, sogar blutig, zu einer Action-Komödie mutiert „Wild Men“ jedoch nicht. Und auch auf reine Komödien-Elemente – wie der Trailer vielleicht suggeriert – beschränkt sich der Film nicht. Stattdessen machts die Mischung, die die Zuschauer:innen bei Laune hält und mit Spannung das erwarten lässt, was da so kommt. Nicht immer werden dabei aber die Erwartungen erfüllt.

Im Rahmen des ruhigen Erzähltempos festigt sich der Eindruck, im Trailer bereits die besten Szenen gesehen zu haben. Trotzdem bleibt man am Ball, um herauszufinden, in welche Richtung sich der Film (und auch der Protagonist) genau entwickeln wird. Dabei scheint das Motto zu gelten:

Schwarzer Humor trifft echte Tiefgründigkeit

Rasmus Bjerg und Zaki Youssef zusammen vor der Kamera für „Wild Men“. (Copyright: Koch Films)

Und dies setzt man kompromisslos um. Szenen, die die Zuschauer:innen in Gefühlslagen zwischen Lachen und (vielleicht auch) Weinen versetzen, reihen sich stringent aneinander und ergeben eine Handlung, die trotz der außergewöhnlichen Ausgangssituation der Hauptfigur doch glaubwürdig und nachvollziehbar scheint.

Daran hat allen voran Schauspieler Rasmus Bjerg in der Hauptrolle immensen Anteil. Wie gemacht für diese Rolle füllt er jene mit Leben und trägt den Film fast im Alleingang. Da hätte es eigentlich gar keine wildgewordenen Drogenschmuggler bedurft, um aus „Wild Men“ etwas zu machen. Vielleicht wäre diesbezüglich weniger mehr gewesen.

Fazit

Dennoch: Die Dänen können Comedy, auch wenn „Wild Men“ insgesamt hinter den Erwartungen ein wenig zurückbleibt und sein Potenzial nicht gänzlich auszuschöpfen vermag. Dies könnte daran liegen, dass sich die Macher nicht auf ein einziges Genre festlegen wollten, sodass einzelne Aspekte dieser Mixtur stellenweise auf der Strecke bleiben. Andererseits sorgt gerade diese Mischung dafür, ein breites Publikum ansprechen zu können. Für einen Fernsehabend, der etwas zum Nachdenken anregen darf, eignet sich „Wild Men“ immerhin ganz gut.


Wild Men

Trailer

Handlung

Job, Frau, Kinder – Martin hat die Schnauze voll. Also zieht er sich Fellklamotten an, geht mit Pfeil und Bogen in die Berge und erprobt das Leben als steinzeitlicher Jäger und Sammler. Das klappt so lang, bis er vor Hunger eine Tankstelle überfällt. Danach flieht er vor den Cops, vor wildgewordenen Drogenschmugglern, seiner Göttergattin und nicht zuletzt vor ein paar Einsichten über sich selbst …

(Quelle: Koch Films)

Details

Sprache: Deutsch, Dänisch
Untertitel: Deutsch
Ton: DTS-HD Master Audio 5.1
Bildseitenformat: 2.39:1 (16:9)
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Koch Media GmbH
Erscheinungstermin: 23.06.2022
Produktionsjahr: 2021
Spieldauer: ca. 104 Minuten
Extras: Trailer

Copyright Cover: Koch Media



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde